Partnerschaftswettkampf des TVE Greven
Der Wettkampf der Begegnungen

Greven -

Schwimmen im Zeichen der Städtepartnerschaft: Im Grevener Hallenbad treffen Athleten aus zwei Nationen aufeinander. Beim Schwimm-Vergleich fehlt allerdings die Stadt, um die sich an diesem Wochenende alles dreht: Montargis.

Montag, 17.09.2018, 15:00 Uhr aktualisiert: 17.09.2018, 15:40 Uhr
Schwimmen nonstop – die eine schnauft durch, der andere hüpft los. Beim Partnerschaftswettkampf der Athleten aus Greven und Crowborough boxte im Becken der Papst – und klar, es ging auch ein bisschen um Ergebnisse. Vor allem aber um Freundschaft und die verbindende Kraft der Sports – leider freilich ohne Montargis.
Schwimmen nonstop – die eine schnauft durch, der andere hüpft los. Beim Partnerschaftswettkampf der Athleten aus Greven und Crowborough boxte im Becken der Papst – und klar, es ging auch ein bisschen um Ergebnisse. Vor allem aber um Freundschaft und die verbindende Kraft der Sports – leider freilich ohne Montargis. Foto: Stefan Bamberg

Irgendwie jubeln plötzlich alle. Bahn drei und Lane four. 16 Bahnen Freistil liegen hinter uns – und, wenn wir nur in die Gesichter schauen: keine Ahnung, wer hier eigentlich gewonnen hat. TVE und „Beacon Swimming Club“, Greven und Crowborough – beide strahlen um die Wette. Beim internationalen Tag im Hallenbad, dem deutsch-britischen Partnerschaftswettkampf am Samstagmorgen.

Zu dem es natürlich Statistiken gibt: Crowborough gewinnt fast alle Staffeln. Fährt dazu einen Start-Ziel-Sieg in der Mannschaftswertung ein. Und schnappt sich dann – womit das Geheimnis vom Anfang auch gleich gelüftet ist – noch Gold über die abschließenden 16x25 Meter Kraul. Was ist nur mit dem deutschen Schwimmen los? – die Frage stellen wir uns ja seit drei olympischen Spielen, seit gefühlt 27 Welt- und Europameisterschaften. Und auch hier – aber natürlich nur mit einem Augenzwinkern. Weil es um was anderes, was ganz anderes geht: „Dieser Wettkampf hat uns so viele tolle Begegnungen beschert“, sagt Hilary Brown, die Präsidentin des Beacon Swimming Clubs. „Treffen wie diese sind unglaublich wichtig für die Kinder und Jugendlichen.“

Wer wüsste das besser als Mrs. Brown, die viele Geschichten aus jetzt 41 Jahren deutsch-französisch-englischer Sport-Partnerschaft erzählen kann. Bei sehr vielen davon war auch Sabine Meyer – Browns Grevener Pendant – dabei: Die TVE-Abteilungsleiterin erlebte 1980 ihren ersten Schwimm-Austausch, damals noch als Athletin. „Jedes Mal war es eine Bereicherung“, findet Meyer. Mit breitem Grinsen erinnert sie sich an einen gemeinsamen Ausflug nach London, bei dem sie ungewollt in eine obskure Demonstration gerieten. An kulinarische Köstlichkeiten zwischen Sausages und Haute Cuisine. Und daran, dass – ja, so ehrlich muss man sein – die Schlachtrufe früher noch lauter waren: „Da gab es Wettkämpfe, die 20 Minuten später anfingen, weil noch alle gebrüllt haben.“ Das „Oggy, oggy, oggy – oink, oink, oink!“ der Briten, vermutlich aus der Tierwelt. Den Grevener Schlachtruf, irgendwas mit „Cha-cha-cha“ am Ende, das aber noch schwerer zu verstehen ist.

Immerhin: Bevor die letzten Staffeln angeschossen werden, und schließlich bei der Siegerehrung lassen die Sportler singend (?) die Wände wackeln. „Wir werden da echt wieder besser“, schmunzelt Heldentenor Jan Kleimeier, heute einmal mehr im stetigen Wechsel zwischen Coachingzone und Becken-Action.

Die Grevener Cheftrainerin Margitta Tollkühn fehlt aus sehr erfreulichen privaten Gründen – am Vorabend jedoch hat sie noch Finger-Food für 120 Leute vorbeigebracht. Für die hungrigen Freunde, die – was alle schade finden – ausgerechnet zur 50-jährigen Jumelage ohne die Kameraden aus Montargis feiern müssen.

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