Fußball-Bezirksliga
Schon ein bisschen ärgerlich...

Greven -

Zu Recht hat der SC Greven 09 es gegen Germania Horstmar nicht geschafft, seine märchenhafte Siegesserie auszubauen. 0:0 lautet das Ergebnis in der Schöneflieth. Damit sind die Grevener nun erst mal Ex-Tabellenführer.

Montag, 01.10.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2018, 17:10 Uhr
Ärgerlich: Julian Loose (in grün) und seine 09er holten nur einen statt der geplanten drei Punkte gegen Germania Horstmar.
Ärgerlich: Julian Loose (in grün) und seine 09er holten nur einen statt der geplanten drei Punkte gegen Germania Horstmar. Foto: Stefan Bamberg

Die 54. Minute ist der Moment, in dem Andreas Sommers Hals mal kurz bis nach Gimbte, ach nein, bis nach Gelmer wächst. Da wäre es fast passiert, nachdem sie da hinten wieder nicht aufgepasst hatten: Langer Freistoß, ein frühherbstliches Gepöhle, Gäste-Kapitän Torsten Höing stochert erfolgreich nach der Murmel – und die trullert...so gerade noch mal haarscharf an der Kiste vorbei! Haarscharf vorbei ist ohnehin ein ganz passendes Motto am Sonntag in der Schöneflieth: Zu Recht hat der SC Greven 09 es gegen Germania Horstmar nicht geschafft, seine märchenhafte Siegesserie auszubauen. 0:0 am Ende – damit sind sie nun erst mal Ex-Tabellenführer. Gewiss kein Drama nach diesem Premium-Saisonstart – allerdings, ganz ehrlich: „Es war nicht unsere beste Leistung“, gibt Trainer Sommer zu.

Beide Teams sorgen freilich dafür, dass für einen Nullinger ganz schön viel Spektakel unterwegs ist – die Sensation ist weniger der Punktgewinn des frechen Aufsteigers als die Tatsache, dass bei all den Chancen echt kein einziges Tor fällt.

Aber eins nach dem anderen: Vom Anpfiff weg ist hier richtig Strom drauf. Was zunächst mehr an den giftigen Gästen liegt: Deren Coach Andre Rodine zeigte sich beim Interview mit den Steinfurter Kollegen unter der Woche als Experte für gallische (respektive germanische) Dörfer und meinte, sie gemeinsam müssten den Zaubertrank brauen, um in Greven was mitzunehmen. Nach diesen 92 Minuten können sich die Gäste den Namen „Horstmarix“ markenrechtlich schützen lassen. Nur einmal braucht Germania vor der Pause Dusel, als Patrick Fechtel aus der Drehung drüber wemmst (26.).

Schon der erste Durchgang war ja flott, nach dem Seitenwechsel aber kommen auch noch Strafraumszenen dazu: Nicolas Kriwet kann die Bude machen nach 46 Minuten, Emre Kücükosman muss sie machen nach 72 – aus vier Metern köpft er Germanen-Goalie Timo Lindstrot an. Und Fechtel fordert nach einer Stunde vehement Handelfmeter – doch aus 30 Zentimetern Entfernung ist das nun wirklich nix. „Wir hatten mehr Möglichkeiten als der Gegner“, notiert Sommer. Horstmar hat jedoch die beste: Bamm! – Lattenknaller nach einem Gedresche wie im Bud-Spencer-Streifen (81.). Sommer tobt kurzzeitig. Und auch 09-Keeper Luca Dömer hätte schon die Hälfte einer Bierkutscher-Ausbildung geschafft – das Fluchen klappt astrein.

Aber dieser Punktverlust ist eben auch generell ein bisschen ärgerlich.

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