Fußball Kreisliga A1 Münster
Heitmann, geh‘ Du voran!

Greven -

Für die DJK geht es weiterhin nicht vorwärts. Gegen das Schlusslicht Westkirchen kommt die Mannschaft von Sven Klein nicht über einen schmeichelhaftes Unentschieden hinaus.

Sonntag, 11.11.2018, 19:43 Uhr aktualisiert: 13.11.2018, 12:26 Uhr
Der Kapitän marschiert vorneweg: Stefan Heitmann (in blau) schoss aus dem Fallen das späte 3:3 gegen GW Westkirchen – und ersparte der DJK Greven damit eine kleine bis mittlere Blamage.
Der Kapitän marschiert vorneweg: Stefan Heitmann (in blau) schoss aus dem Fallen das späte 3:3 gegen GW Westkirchen – und ersparte der DJK Greven damit eine kleine bis mittlere Blamage. Foto: Stefan Bamberg

So ein bisschen Symbolik ist immer eine gute Idee, wenn‘s gerade nicht läuft. Deswegen machen beim blau-weißen Teamkreis vor dem Match jetzt alle mit: Stammspieler, Ersatzleute, Trainerteam. Und wenn man der DJK Greven derzeit – und am Sonntag im Speziellen – immerhin ein Kompliment machen kann, dann doch wohl, dass sie sich bis zum Schluss als Einheit präsentiert: Mit dem allerletzten Tropfen Sprit hat Sven Kleins Mannschaft gegen GW Westkirchen noch ein 3:3 (1:2) gerettet. Nichtsdestotrotz: „Richtig weiter bringt uns dieser Punkt nicht“, weiß der Trainer.

Zumal er glücklich zustande kommt – und zwar so: Der Kollege schrieb ja noch vorgestern über den „Nebel des Grauens“, einen offenbar epischen FSK-16-Horrorfilm aus den 80ern. Hier blüht uns fürwahr noch Schlimmeres: Vorletzter gegen Letzter, die größte Grusel-Show seit „Weihnachten mit Marianne und Michael“, Zombies gegen Untote, das ideale Rahmenprogramm für den Volkstrauertag. Und in der Tat hält dieser famose Keller-Kassenschlager alles, was er verspricht: Vom Anpfiff weg erleben wir ein amtliches Gedresche ohne jedweden Spielwitz – aber hey, wer will das heute schon? Abstiegskampf, wir haben Dich lieb!

Henrik Wigger nutzt nach einer Viertelstunde die erste Westkirchener Unaufmerksamkeit, hübscher Lupfer – 1:0. Die Gäste haben in den bisherigen zwölf Partien 51 (!) Gegentore gekriegt – nicht nur in dieser Szene ist zu erahnen, warum: „Männer! Klarer hinten!“, ruft ihr Coach. Überhaupt mal hinten wäre schon ein Anfang.

Aber von außen kann man immer schlaue Sprüche klopfen, na klar. Zum Beispiel den: „Wennesevornenichmachskrissesehinten!“ – für uns Fußballfans ist das ja tatsächlich nur ein Wort. Und halt meistens wahr: Patrick Schlautmann (19.) und erneut Wigger (22.) versieben Topchancen für Greven – und gegenüber gibt‘s nach Niklas Berkemeiers versehentlichem Fehltritt urplötzlich Elfmeter fürs Schlusslicht: rumms, Ausgleich (41.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erzielen sie gar das 1:2 – damit liegt BW gegen eine 40 Minuten lang schlicht nicht A-Liga-taugliche Truppe hinten. Was das über das eigene Niveau in dieser Phase aussagt, mag sich jeder denken.

Doch zumindest bieten Gastgeber und Gäste fortan einen aufopferungsvollen Fight – der für DJK nach 65 Minuten bereits verloren scheint: Da fällt erst das 1:3, und Sekunden später gibt‘s den zweiten Strafstoß – Lukas Funke hält den allerdings überragend. Die Grün-Weißen sind mittlerweile stehend k.o. – und die Klein-Elf spielt ihre physischen Vorteile aus: Nikos Ntiso macht das 2:3 (90.). Und dann Obacht: Heitmann, geh‘ Du voran! Abgeblockte Ecke, der Kapitän aus dem Fallen unters Dach! 3:3! Die Total-Blamage abgewendet. Man muss in der Emsaue gerade mit Kleinigkeiten leben.

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