Mo., 19.11.2018

Fußball: Kreisliga A Spätherbst-Swing statt November-Blues

Marius Stallfort (in rot) und seine Falken haben sich zu einem 4:1-Sieg gekrabbelt.

Marius Stallfort (in rot) und seine Falken haben sich zu einem 4:1-Sieg gekrabbelt. Foto: Stefan Bamberg

Saerbeck - 

Das passte. Gegen den Tabellenletzten aus Mettingen feierte der SC Falke Saerbeck einen verdienten 4:1-Erfolg.

Von Stefan Bamberg

Heute kein Sieg? Mit Verlaub, in Saerbeck wären sie sich wohl vorgekommen wie einer, der auch nach dem Streifzug des Staubsauger-Vertreters noch in der dreckigen Bude steht. Aber keine Panik: Am Sonntag bleibt beim SC Falke alles sauber. Mit 4:1 (3:0) hat Holger Althaus‘ Elf das abgeschlagene Liga-Schlusslicht Eintracht Mettingen II weggefegt. „Phasenweise haben wir es gut gemacht“, findet der Coach. „Mich ärgert aber das Gegentor enorm.“

Fotostrecke: Ein kleines bisschen Spätherbst-Swing: Falke schlägt Mettingen II

Das alles kommt so: Falke hat nach den jüngsten Pleiten den November-Blues, ja und die Gäste spielen uns schon seit Saisonbeginn das Lied vom Tod – ironischerweise in pechschwarzen Trikots. Mettingen ist nach 16 Partien tatsächlich noch punktlos. Das Duell der Enttäuschten also, genau das Richtige für den Volkstrauertag. Doch bevor hier noch jemand eine Mahnwache errichtet, lassen wir uns doch lieber verzaubern vom herbstlichen Farbenspiel an der Lindenstraße – danke, Hoch Burkhard!

Tief stehen, unter Umständen vielleicht irgendwie gewinnen – das ist offenbar der Mettinger Matchplan. Vom Anpfiff weg schauen sie gespannt zu, was den Saerbeckern im Spiel nach vorne wohl so einfällt. Und das ist anfangs gar nicht mal so viel: eine beherzte Einzelaktion von Mika König (18.), ansonsten eine halbe Stunde lang ganz wenig von dem, was Fußball schön macht.

Dann endlich ein paar Takte Spätherbst-Swing: Marius Stallfort packt ein Solo aus, irgendwo zwischen Santana und Clapton, über 40 Meter, auf und davon, Blick in die Mitte – zu Patrick Froning, dem eiskalten Vollstrecker zur Führung (29.).

Stichwort eiskalt: Ein Flutschfinger kann auch bei zwei Grad plus eine ziemlich leckere Überraschung sein, und so lässt der Eintracht-Hüter eine freilich auch überaus ungeschickte Kopfball-Rückgabe durchrutschen – Stallfort freut sich über diesen heißen Scheiß und schiebt zum 2:0 ein.

Immer wenn die Falken den Ball flitzen lassen, sehen sie, wie einfach Fußball sein kann: „Da haben wir starke Kombinationen gezeigt“, lobt Althaus. Noch simpler indes ist das, was Froning kurz vor der Pause veranstaltet: Freistoß, aus dem Stand angechippt, zack, unter der Mauer hindurch – na sowas, 3:0.

Die Kiste ist damit zur Pause durch – und die zweite Halbzeit dementsprechend aufregend. Die vierte Butze durch Moritz Gilhaus (61.) – und schließlich der Moment, der Althaus kurz missmutig stimmt: hübsches Schrägschuss-Tor vom Mettinger mit der Nummer 96 (!), das keine Folgen mehr hat.

Unter der Woche sprach alles über den schon jetzt legendären „Platz 4“ in irgendeiner dunklen Saerbecker Stadion-Ecke, auf dem niemand mehr kicken will. In der Tabelle wären sie mit Platz vier eigentlich schon ganz zufrieden. Sie kommen der Sache aber wieder näher.



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