Fußball: Kreispokal der C-Junioren
Das Märchen nimmt kein Ende

Greven -

„Es war einmal in der Schöneflieth...“ So wird man dieses geniale Fußballmärchen wohl irgendwann erzählen. Nach dem Landesliga-Aufstieg schnappt sich die C1 des SC Greven 09 auch noch den Kreispokal.

Sonntag, 25.11.2018, 14:50 Uhr aktualisiert: 28.11.2018, 16:18 Uhr
Ein echtes Fußball-Märchen: Die C1-Jugend des SC Greven 09 gewinnt in Warendorf nach einem dramatischen Elfmeterschießen den Kreispokal. Es ist der zweite große Coup nach dem Landesliga-Aufstieg im Frühling. Auf diesem Foto bauen die Jungs gerade die Bude ab.
Ein echtes Fußball-Märchen: Die C1-Jugend des SC Greven 09 gewinnt in Warendorf nach einem dramatischen Elfmeterschießen den Kreispokal. Es ist der zweite große Coup nach dem Landesliga-Aufstieg im Frühling. Auf diesem Foto bauen die Jungs gerade die Bude ab. Foto: R. Penno

Es gibt Fußball-Samstage, an denen passieren aber auch wirklich alle coolen Sachen zeitgleich. Vorgestern war mal wieder so einer: Fortuna Düsseldorf haut den Bayern die Hütte voll. Und 621 Kilometer weiter nördlich krönt die C1 des SC Greven 09 ihr fabelhaftes 2018. Die grün-schwarz-weiße Rasselbande holt mit einem 5:4 im Elfmeterschießen gegen die Warendorfer SU den Cup! Kreispokal – da is‘ das Ding!

Im zweiten Anlauf nach der Finalniederlage im vergangenen Jahr – und irgendwie auch auf der letzten Rille. Denn was da im Warendorfer Stadion am Hallenbad abging, war mindestens FSK 16. „Uns allen ist am Ende ein großer Stein vom Herzen gefallen“, sagt Trainer Jens Kurney. „Es war ein extrem aufregendes Spiel.“ In dem beide Teams anfangs noch nicht so richtig aus sich rauskommen – es gibt zunächst kaum Torchancen, vom Klassenunterschied zwischen Landes- und Bezirksliga ist nix zu sehen. Zur Pause 0:0 – es könnte aber auch andersrum stehen. . .

Doch mit dem Wiederanpfiff beginnt das Drama: Die Hausherren köpfen nach einer Ecke die Führung. „Die war auch nicht unverdient“, gibt Kurney zu. Doch 09 feuert nun aus allen Lagen, sie schießen dem famosen WSU-Hüter die Pfoten heiß, und erzielen dann doch das 1:1 – denken alle: Aber der Referee nimmt den Treffer nach Beratung mit seinem Assistenten wegen Abseits in bester Video-Schiri-Manier zurück – nur halt ohne Video. Und Greven kommt sich vor wie im falschen Film.

„Aber das hat bei den Jungs wohl eine Jetzt-erst-recht-Reaktion ausgelöst“, vermutet der Coach. Die Partie befindet sich nun in jener Phase, an der die Metzger-Innung ihre helle Freude hätte: es geht um die Wurst – und mitunter grob zu.

Hauke Dettloff zum Beispiel holt sich eine Zeitstrafe ab – und sorgt dann für eine dieser beliebten „Ausgerechnet“-Geschichten: 68. Minute, der Unparteiische winkt ihn wieder rein, ein Sprint in den Sechzehner, Flanke – und Dettloff schädelt die Murmel rein. 1:1. Wow!

Der Rest der regulären Spielzeit ist Risikovermeidungsfußball, auch in zweimal fünf Minuten Verlängerung passiert nicht viel.

Es geht also tatsächlich an den Punkt. Und Nullneun verballert den ersten. Doch der in diesem Moment zuckersüße Klang von Aluminium bringt sie wieder ins Geschäft: zweiter WSU-Schuss – Unterkante Latte!

Im dritten und vierten Durchgang treffen alle, im fünften Ogulcan Sönmez für Greven. Und diesmal gibt es danach überhaupt kein Geräusch: Die letzte Warendorfer Patrone fliegt drüber. Einfach so. 09 ist es! Es war einmal in der Schöneflieth – das C1-Fußballmärchen, es nimmt einfach kein Ende.

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