Sportlerwahl: Michael Surkau
Ein Mann für alle (Karate)Fälle

Greven -

Zweimeter-Mann Michael Surkau hat bei den deutschen Karate-Meisterschaften den zweiten Platz gewonnen – wo landet der Athlet bei der Wahl zum Sportler des Jahres?

Mittwoch, 16.01.2019, 15:13 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 13:34 Uhr
Zwei-Meter-Mann Michael Surkau hat in 2018 den Deutschen Vizemeistertitel gewonnen. Das ist nur eine Auszeichnung innerhalb seiner langen Karriere.
Zwei-Meter-Mann Michael Surkau hat in 2018 den Deutschen Vizemeistertitel gewonnen. Das ist nur eine Auszeichnung innerhalb seiner langen Karriere. Foto: privat

Er hat bei deutschen Meisterschaften seine Kampfkunst demonstriert. Er hat Deutschland bei Europa- und bei Weltmeisterschaften vertreten, ist ein anerkannter Trainer und steht auch nicht zum ersten Mal auf der Kandidatenliste zur Wahl des Sportlers des Jahres. Trotzdem: Als „Mister Karate“ will Michael Surkau nicht tituliert werden. Auch, wenn er für viele Karateka beim TVE, die der 37-Jährige in die japanische Kampfkunst einführt, genau das ist. Der Karatesport in Greven: seit 16 Jahren ist er untrennbar mit dem Namen Michael Surkau verbunden. Er ist nicht nur Trainer, sondern auch das sportliche Zugpferd.

Frühjahr 2018: Bei den Deutschen Meisterschaften des Verbandes S.K.I.D., einem von vielen Dachorganisationen in einer unübersichtlichen Landschaft von Kampfsportverbänden, entscheidet sich Michael Surkau erst eine Woche vor Beginn zur Teilnahme. Dass mit ihm gleichwohl zu rechnen ist, beweist er im Viertelfinale des Freikampfes, wo er den Vorjahresfinalisten bezwingt. Nach einem souveränen Sieg im Halbfinale unterliegt der Schwarzgurt-Träger erst im Finale dem Titelverteidiger und kehrt als Deutscher Vizemeister heim. Ein schöner Erfolg und ein weiterer in der langen Karriere Surkaus.

Die beginnt bereits im Alter von 14 Jahren, als er gemeinsam mit seinem Bruder bei Andreas und Martina Kemp, zwei TVE-Karate-Pionieren, die Grundtechniken erlernt. Mit 22 Jahren erlangt der 2,05 Meter große Surkau den Schwarzgurt. Ein Jahr später nimmt seine Karriere richtig Fahrt auf, als er zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teilnehmen darf. Etliche Meisterschaften und Erfolge folgen. Surkau spricht von einem „kontinuierlichen Lernprozess.“

Denn der Karateka hat längst seinen eigenen Stil perfektioniert, seit dem Jahr 2002 unterrichtet er außerdem Schüler und begleitet sie auf ihrem Weg zum ersehnten schwarzen Gürtel. Ein Ziel, das mit seiner Unterstützung zehn Karateka des TVE verwirklichen.

Surkau selbst hat sich mittlerweile von der internationalen Bühne verabschiedet. Überhaupt: „Mit dem Wettkampfgeschehen bin ich so gut wie durch. Ich muss mich auch nicht mehr mit 18- bis 20-Jährigen messen. Die sind wahnsinnig schnell.“ Der Karate-Virus lässt ihn gleichwohl nicht los. „Ich habe zwar alles erreicht, aber es geht auch immer etwas Neues“, erfindet sich der 37-Jährige gerade neu. Karatesport in Greven – er wird auch zukünftig mit Surkau verbunden bleiben.

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