Fußball: Kreisliga
Peter und die Becker-Faust

Greven -

Gestatten, dies ist der vielleicht coolste Nullinger aller Zeiten. Die DJK Greven schießt gegen Kinderhaus kein Tor – und hüpft trotzdem auf den Relegationsplatz. Der Klassenerhalt bleibt allemal möglich für Peter Talmanns Truppe – wer hätte das noch vor wenigen Wochen gedacht?

Sonntag, 12.05.2019, 20:14 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 12:54 Uhr
Peter Talmann (kl. Bild) und die DJK klettern mit dem 0:0 gegen Kinderhaus II auf den Relegationsplatz – wer hätte das gedacht?
Peter Talmann (kl. Bild) und die DJK klettern mit dem 0:0 gegen Kinderhaus II auf den Relegationsplatz – wer hätte das gedacht? Foto: Stefan Bamberg

Hauptsache, die Stimmung ist gut. Der Kick da unten auf der Wiese hat sich irgendwie in die Nachspielzeit geschleppt. Wer Spektakel am Muttertag hätte erleben wollen, der wäre besser zur nächsten Tanke gefahren, ans Regal mit den Merci-Schokoladen oder den Schnittblumen. Bei der blau-weißen Bank aber wächst gleichwohl die Vorfreude. Und da pfeift Schiri Jonas Drube ab! Keine Treffer zwischen der DJK Greven und Westfalia Kinderhaus II. Dennoch kollektives Abklatschen und fröhliche Gesichter. Wegen eines Punktes, der noch so richtig wichtig werden kann im A-Liga-Abstiegskampf. „Wir haben kein Gegentor kassiert, das ist das Wichtigste heute“, meint Trainer Peter Talmann – und kann dank dieser Doppelnull womöglich wirklich bald Agentenstatus in der Emsaue erlangen. Weil BW mit diesem Remis tatsächlich auf den Relegationsplatz springt. Vorbei an Eintracht Münster, das zeitgleich mit 0:6 von GW Gelmer verwemmst wird. Die Rechnung ist damit denkbar einfach: Kommenden Sonntag ein Sieg beim total abgeschlagenen Letzten Westkirchen, dann ein Punkt daheim im direkten Duell mit der Eintracht – und die Talmänner würden sicher nicht mehr direkt absteigen. Wer hätte das noch vor nur zwei Monaten für möglich gehalten?

Riesenstimmung ohne Risiko: DJK springt auf Relegationsplatz

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Gegen den Fünften aus Münsters Norden spielen sie gewiss keinen Schampus-Fußball, es gibt kaum Torchancen – und dennoch ist das alles überhaupt kein Vergleich mehr zu dem Gedresche in der ersten Saisonhälfte. Da rennt jeder für jeden, da arbeiten die Offensivkräfte fleißig mit nach hinten, da bauen sie sich gegenseitig auf. „Wir haben wieder einmal gesehen, dass wir auch gegen die besseren Teams mithalten können“, erkennt der Chef.

Und wenn hier irgendwer entfernt für eine Bude infrage kommt, dann sind‘s sogar eher die Hausherren: Sebastian Häder kriegt eine große Chance (9./gehalten), Jan Drees eine mittlere (51./vorbei), Youri Hidding eine kleine (72./drüber). Auf der Gegenseite greift Lukas Funke bei einer Handvoll Kinderhauser Flanken beherzt zu. Ansonsten einige ebenso engagierte wie disziplinierte Zweikämpfe. Rasensport ohne Schminke und zum Schluss auch ohne das letzte Risiko. Viel mehr gibt‘s nicht zu erzählen, und das finden eigentlich alle ganz prima so.

Am Ende also 0:0 – es hätte freilich auch andersrum ausgehen können! Peter Talmann macht trotzdem die Becker-Faust. Und womit? Mit Recht.

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