Fußball: WN-Torjägerpokal
Jonas Kortevoß, der bodenständige Ballermann

Greven -

Titel gewinnen kann jeder. Titel verteidigen, das ist eine Kunst. Jonas Kortevoß kann das. Die Torjägerkanone der WN krallte sich der ehemalige Angreifer des SC Greven 09 II nun zum zweiten Mal in Folge. Eine frohe Kunde für seine Mitstreiter gibt‘s aber ebenfalls: Nächstes Jahr gewinnt definitiv jemand anderes.

Donnerstag, 01.08.2019, 09:00 Uhr
Er hat es schon wieder getan: Jonas Kortevoß, bis zum Sommer noch Spieler der Reserve des SC Greven 09, schoss die meisten Tore aller Grevener Teams. 36 Treffer bescherten ihm den Torjägerpokal unserer Zeitung. Wie bereits im Vorjahr.
Er hat es schon wieder getan: Jonas Kortevoß, bis zum Sommer noch Spieler der Reserve des SC Greven 09, schoss die meisten Tore aller Grevener Teams. 36 Treffer bescherten ihm den Torjägerpokal unserer Zeitung. Wie bereits im Vorjahr. Foto: Heimspiel-online.de

Langsam könnte Jonas Kortevoß über einen Anbau nachdenken. Schließlich schwimmt er inzwischen in Trophäen. 2018 bescherten ihm 30 Treffer den WN-Torjägerpokal. Im Winter wählte Grevens Bevölkerung ihn zum Sportler des Jahres - und nun darf man dem jungen Burschen abermals beglückwünschen. 36 Hütten kredenzte er der zweiten Mannschaft des SC Greven 09 in der Saison 2018/19. WN-Torjägerpokal, die zweite.

Frohe Kunde aber für all diejenigen, die auch gerne mal wieder diese wunderbare Trophäe in den Händen halten möchten: Kortevoß ist nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr in Greven. Jetzt stiefelt der 25-Jährige für den A-Ligisten GW Gelmer durch die Lande. Wie kommt‘s?

Einfach mal was Neues machen

„Nach knapp 20 Jahren bei 09 wollte ich mal etwas Neues testen. Von den Ambitionen her hat‘s auch gut zusammengepasst“, erklärt Kortevoß am Dienstagabend. Training ist angesagt. Am Donnerstag steht das erste Pflichtspiel im Kreispokal mit den neuen Kollegen an. Beim IKSV Münster aus der B-Liga. „Mal nicht auf Asche, wie sonst dort immer“, frohlockt Kortevoß.

Er erinnert sich genau. Die 09-Reserve und der IKSV waren und sind Ligakontrahenten. In den vergangenen vier Aufeinandertreffen traf Kortevoß achtmal, zweimal per Dreierpack. Für ihn aber nicht ungewöhnlich, erst im Mai gelang ihm gar ein Fünferpack für die Grevener.

Noch kein Tor für Gelmer

Im ersten Testspiel mit Gelmer gegen Bezirksliga-Aufsteiger Borussia Münster ist das Tormonster in ihm allerdings noch nicht ausgebrochen. Gelmer verlor 0:1. Kein tollkühner Tipp, dass das erste Kortevoß-Tor aber nicht lange auf sich warten lassen wird.

Kleinerer Aufwand

Der Aufwand neben dem Platz ist indes geringer geworden. Neben seiner Tätigkeit bei Brillux studierte Kortevoß BWL. Dieses Spektakel befindet sich auf der Zielgeraden. Das heißt: Mehr Zeit für Fußball. Seit über viereinhalb Jahren wohnt er bereits in Münster, doch die Pendelei war nicht ausschlaggebend für die Luftveränderung. „Ich bin immer gerne nach Greven gefahren, damit ich den Kontakt zu den Kumpels weiter aufrecht erhalte“, sagt Kortevoß. „Aber der wird bestehen bleiben.“

Alte Bekannte

Also nicht aus den Augen, aus dem Sinn. Die Integration dürfte leicht fallen. Neue Spielpartner wie beispielsweise Steffen Hemesath kannte Kortevoß schon vorher. Und falls ihn die Wehmut plagt, kann er ja noch in Erinnerungen schwelgen: Die Trophäen hat er daheim gut im Schrank platziert. Also doch kein Anbau im Hause Kortevoß.

Ich denke, ich mache Platz für Patrick Fechtel. Der wird das schon regeln.

Jonas Kortevoß

Angst vor Pokal-Entzugserscheinungen hat er ebenfalls keine. Er gibt ganz den Teamplayer. „Eigentlich bin ich nicht hinter Trophäen und Einzelpokalen hinterher“, erklärt der Torjäger. Ankommen, nach zwei Jahren des sporadischen Kickens wieder auf ein gesundes Fitnesslevel kommen. Das sei wichtiger. „Es ist ja für mich auch Neuland. Wenn am Ende mit der Mannschaft Erfolge herausspringen, wäre das für mich schöner.“ Bescheiden ist er also auch noch.

In Sachen Erbnachlass beim Torjägerpokal hat Kortevoß indes keine Bauchschmerzen. Da hat er schon jemanden ins Auge gefasst. „Ich denke, ich mache Platz für Patrick Fechtel. Der wird das schon regeln.“

Auch seine Ex-Trainer sind derweil voll des Lobes.

Andrea Balderi: „Jonas weiß, was er tut.“

Jonas und sein Bruder Jan, Angreifer bei Westfalenligist Borussia Emsdeten, stiegen einst gemeinsam mit Trainer Andrea Balderi und dem SC Greven 09 von der Kreisliga A in die Bezirksliga auf. Vorher schafften sie die Quali für die eingleisige A-Liga.Es waren die ersten Stehversuche des jungen Jonas im Seniorenbereich. „Jonas ist super Linksfuß, technisch sehr versiert. Er weiß, was er tut. Ich freue mich, ihn mit Gelmer wiederzusehen“, erinnert Balderi, inzwischen Coach von Gelmers Ligakonkurrenten Ems Westbevern.„Im Vergleich zu seinem Bruder ist er eher der ruhigere, introvertierte Typ. Aber auf dem Platz sehr gefährlich, vor allem, wenn er über die linke Seite kommt.“

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Martin Plagemann: „Jonas ist ein sauberer, ehrlicher Charakter.“

Auch Martin Plagemann weiß um die Vorzüge von Jonas Kortevoß. Schon lange kennt der Ex-Coach der 09-Reserve den Goalgetter. „Ich hab ihn auch schon in der A-Jugend trainiert“, erklärt Plagemann, der nur voll des Lobes ist. „Ein sauberer, ehrlicher Charakter“, befindet er weiter. „Auf ihn kannst du dich auch in schwierigen Zeiten verlassen.“In der Vorsasion war Kortevoß Mannschaftskapitän unter Plagemann. Da wählst du ja nicht irgendwen aus. Gelmer, so Plagemann, könne sich auf ihn freuen. Und er schickt eine Warnung an die A-Liga-Konkurrenz raus:„Bei uns war ja noch nicht einmal in Hochform!“

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