Fußball: Kreisliga B
DJK Greven: Tentakel, Tatzen und Torlosigkeit

Greven -

Und die nächste Fahrt geht rückwärts! Obwohl zum B-Liga-Auftakt zwischen DJK und der 09-Zweiten keine Tore fielen, ging‘s im Schatten der Kirmes ordentlich rund. Der Rückblick auf ein ziemlich kurioses Fußballspiel.

Sonntag, 25.08.2019, 16:20 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 17:34 Uhr
0:0 im Derby – und die Torhüter im Blickpunkt. DJK-Goalie Robyn Zenker (kl. Bild) verdiente sich eine Eins mit Sternchen.
0:0 im Derby – und die Torhüter im Blickpunkt. DJK-Goalie Robyn Zenker (kl. Bild) verdiente sich eine Eins mit Sternchen. Foto: Stefan Bamberg

Für Dirk Förstermann sind es am Ende dieses herrlichen Sommertages, seines ersten Pflichtspiels als Coach der Nullneun-Reserve, ganz schön viele Eindrücke auf einmal. Zufriedenheit, mit seinen Grünschnäbeln genau einen Punkt mehr mitgenommen zu haben als die Lokalfußball-Chronisten ihnen zugetraut hätten. Eine Mini-Portion Ärger, zum Saisonauftakt doch nicht für den – allemal möglichen – ganz großen Knall gesorgt zu haben bei diesem 0:0 gegen die favorisierte DJK. Vor allem aber wohl Begeisterung über einen B-Liga-Start, wie es ihn so noch nie gegeben hat: Freitagabend! Hallo Derby! DJK gegen Nullneun! Im Schatten der schon brodelnden Kirmes! Ein Volltreffer – auch ohne Treffer.

Und endlich auch wieder westfälischer Smalltalk übrigens: „Mensch, Werner, wat‘ machst Du denn hier?“ Na, was wohl? Blumen gießen wäre mal eine gute Antwort gewesen. Im Laufe der Partie bevölkern immer mehr Fans die Emsauen-Tribüne.

Sie erleben ein Match, wie es typisch ist für erste Spieltage: Beide Teams motiviert von den Haarspitzen bis in den großen Onkel – beide leben aber auch über das handelsübliche Maß hinaus von den Patzern des jeweils anderen, von einfachen Ballverlusten, von Fehlpässen und Abstimmungsproblemen: „Ich weiß auch nicht“, sinniert DJK-Spielertrainer Timo Ascheberg, „irgendwie haben wir gespielt, als wären wir nervös.“

Leicht hibbelig wirkt ja mitunter auch der Sportskamerad, der vor der Pause zum Teufelskerl avanciert: BW-Keeper Robyn Zenker, 19 Jahre jung, neue Nummer eins. Zenker gegen Timo Aymans (23.). Zenker gegen Marcel Kischkel (29.). Zenker gegen Jonas Rüschenschulte (35.). Zenker gegen Henning Schultze-Ueberhorst (38.). Und dann Sekunden vor dem Halbzeitpfiff noch mal Zenker gegen Rüschenschulte, gegen einen ebenso verdeckten wie abgefälschten Schuss – nicht zu fassen, wie Zenker diesen Ball halten konnte! Wie ein Tentakel fährt er da die Tatze aus, die Nullneuner, bereits bereit zum Jubeln, kommen sich vor wie nach einem Kirmes-Date mit der Wahrsagerin – irgendwie verschaukelt. „Wahnsinn, was der Kerl rausgeholt hat – Chapeau!“, staunt sogar Förstermann – und versucht sich ferner erfolgreich als Hellseher: „Ich denke, das heute Abend wird als geiler Kick in Erinnerung bleiben.“

Vom Hellsehen zum hell sehen: Schiri Simon Lampen (!) pfeift die zweite Halbzeit sechs Minuten zu früh an – offenbar, weil er den Einbruch der Dunkelheit fürchtet. Umsichtig, der Mann – nicht nur in seiner Spielleitung dieses bisweilen hektischen Derbys: Denn in der Schlussphase herrschen geradezu geisterbahnähnliche Lichtverhältnisse – in denen Aly Camara (79.) und Lukas Wentker (87.) fast noch Karriere als Erschrecker machen: zwei letzte Versuche, die das Geschehen treffend zusammenfassen – knapp drüber, knapp vorbei. Ist bekanntlich auch daneben.

Noch am Kirmesmontag dürften sich alle Beteiligten fragen, wie um alles in der Welt dieses Spiel 0:0 ausgehen konnte.

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