Hallenfußballturniere bei der DJK
Der Pott geht in den Pott

Greven -

Am Samstag zelebrieren die U15-Juniorinnen feinen Mädchenfußball in der Emssporthalle. Gastgeber DJK hat mit dem sportlichen Ausgang nichts zu tun, zieht sich aber immerhin achtbar aus der Affäre.

Montag, 30.12.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 15:35 Uhr
Mädchenfußball der Extraklasse – und im Finale sogar Hochspannung: Die SGS Essen besiegte Hannover 96 im Neunmeterschießen. Die Gastgeberinnen von der DJK konnten sich einiges abschauen.
Mädchenfußball der Extraklasse – und im Finale sogar Hochspannung: Die SGS Essen besiegte Hannover 96 im Neunmeterschießen. Die Gastgeberinnen von der DJK konnten sich einiges abschauen. Foto: Stefan Bamberg

„Wenn wir schon mal hier sind“, findet Andreas Brünker, während er auf der Tribüne eine alte Socke, allerhand Staub und drei Pommes zusammenfegt, „können wir uns bei den anderen doch noch ein bisschen was abschauen.“ Der Trainer der DJK-U15-Kickerinnen weiß genau, worauf es heute für seine Schützlinge ankommt – denn: „Das ist natürlich mitunter eine andere Welt.“ Zugeschaut und mitgestaunt – der Zirkus ist am Samstag in der Stadt. Mädchenfußball aus der Feinkost-Abteilung in der Emssporthalle!

Hannover 96 ist zum Beispiel angereist – mit einem kleinen Mannschaftsbus. Und den hätten Brünker und seine DJK im Tor parken müssen für Zählbares. Zu holen gibt‘s beim 0:6 nix – mitzunehmen allerdings eine ganze Menge: „Die spielen mit einer beeindruckenden Dynamik, zeigen unglaubliche Präsenz in den Zweikämpfen“, staunt der Trainer-Sympathikus, bei Blau-Weiß übrigens verantwortlich für alle Mädchen- und Frauen-Mannschaften.

Bei seiner Lobeshymne kann er freilich problemlos auf Repeat drücken – weitere hohe Gäste genießen in Greven den Budenzauber mit der Rund-um-Bande: Zweitligist FSV Gütersloh schickt ebenso seinen Nachwuchs wie der aktuelle Bundesliga-Vierte SGS Essen. Die DJK punktet derweil gegen die Teams mit ähnlicher Kragenweite: 1:1 gegen die SpVG Aurich, 1:0 zum Abschluss gegen SW Havixbeck – gar nicht so verkehrt.

Bis zum Finale spielt die SGS Essen in ihren milkakuh-violetten Shirts nahezu alles weg, für gewöhnlich zu null – zum Schluss aber kommt Hannover 96: Die Niedersächsinnen halten den Favoriten an der Leine, haben eine überragende Torhüterin – und schaffen es in ein denkwürdiges Neunmeterschießen: 1:1, 2:2, 3:3, 4:4., 5:5 – 6:6! Einer ist besser getreten als der andere. „Es kann aber leider nur einen Sieger geben“, erkennt der Hallensprecher den Sinn des Ganzen.

Dann vergibt Hannover den siebten Schuss, der Pott geht doch in den Pott, und die Essenerinnen zelebrieren ihren Triumph mit einer kleinen Tanz-Choreographie – da sage mal noch einer, beim Hallenfußball würden eigentlich nur die Zuschauer feiern.

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