Sportlerwahl: Kandidaten vorgestellt
Sportlerwahl: Schwieriger Weg nach ganz oben

Greven -

An das Jahr 2019 wird sich die Grevener Reiterin Luzie Jüttner sicherlich sehr gerne erinnern. Das junge Talent sicherte sich nicht nur regional, sondern auch international tolle Erfolge. Mittlerweile steht bei der Reiterin der Wechsel vom Pony auf das Großpferd auf dem Programm. Darüber hinaus hofft Jüttner auch auf einen Erfolg bei der Sportlerwahl der Westfälischen Nachrichten.

Mittwoch, 08.01.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 11:26 Uhr
Ein herausragendes Jahr liegt hinter dem Reittalent Luzie Jüttner. Nun steht der Wechsel vom Pony auf das Großpferd auf dem Programm – Jüttner hofft auf weitere Erfolge.
Ein herausragendes Jahr liegt hinter dem Reittalent Luzie Jüttner. Nun steht der Wechsel vom Pony auf das Großpferd auf dem Programm – Jüttner hofft auf weitere Erfolge. Foto: Jörg Jüttner

Hinter der Nachwuchsreiterin Luzie Jüttner liegt ein besonderes Jahr. Ein Vierteljahrhundert, nachdem Vater Jörg Jüttner bereits den Titel „Sportler des Jahres“ in Emsdetten gewonnen hatte, schickt sich die junge Athletin nun an, diesen Titel in Greven zu gewinnen. Die sportlichen Gene wurden ihr also förmlich in die Wiege gelegt. Dass sie aber als eine der vielversprechendsten deutschen Nachwuchspringreiterinnen auf der Liste steht, grenzt an ein Wunder. Denn als Kind litt Luzie Jüttner an einer starken Pferdeallergie.

Nicht einfach für Mutter Ute, die als begeisterte Reitsportlerin von ihrem Hobby Abstand nehmen musste, um die Tochter nicht zu gefährden. „Wir haben uns dann ein Shetland-Pony gekauft“, beschreibt Luzie Jüttner, wie die Desensibilisierung startete. Ganz langsam gewöhnte sie sich an das Pony, die Allergie-Symptome ließen nach einem Jahr nach. „Dann habe ich nur noch auf fremde Pferde allergisch reagiert.“ Doch auch das legte sich nach und nach – und so stand einer Reitsport-Karriere nichts mehr im Wege, die ihres Gleichen sucht.

Und die im so erfolgreichen Jahr 2019 auch Tränen verursachte. Denn mit Vollendung des 16. Lebensjahres muss Luzie Jüttner ab 2020 von den Ponys auf Großpferde wechseln. Ihr Pony Orchid‘s Arissa musste daher verkauft werden, was ihr alles andere als leicht fiel. Dass ihr der Umstieg auf Großpferde aber gar keine Probleme bereitet, hat Luzie Jüttner längst bewiesen. „Parallel hat Luzie schon lange Großpferde geritten“, berichtet Mutter Ute.

So gelang ihr 2019 auf der Stute Buffy aus dem Stall ihres Trainers Kurt Holz der erste Sieg in einem S-Springen. „Dass das ausgerechnet beim heimischen Turnier in Greven war, war besonders schön“, freut sich die junge Reiterin, die immer wieder betont, wie viel sie ihrem Trainer zu verdanken hat.

Für den Reit-und Fahrverein Greven reitet die Emsdettenerin übrigens, weil dort auch ihr Trainer aktiv ist. „Und dort habe ich mehr Möglichkeiten als in Emsdetten.“

Zwei bis drei Stunden verbringt Luzie Jüttner täglich im Stall. „Um im Reitsport erfolgreich zu sein, muss man nicht nur sehr ehrgeizig sein, es muss vor allem ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiterin existieren“, erläutert Mutter Ute. Und dass Tochter Luzie in dieser Hinsicht eine besondere Begabung hat, bewies sie mit Orchid‘s Arissa: Als sie das Pony bekam, war es völlig verunsichert. An Springreiten war gar nicht zu denken. Doch Luzie Jüttner gelang es, aus dem scheuen, schüchternen Pony ein Erfolgspferd zu machen. Und so stehen die Chancen gut, dass nach dem erfolgreichen Jahr 2019 ein weiteres folgt.

Erfolge 2019: Bronzemedaille beim Preis der Besten in Warendorf; Rang drei beim Nationenpreis in Wierden (NL); Rang sechs Future-Champions in Hagen; Platz vier Europameisterschaft in Strzegom (Polen); Rang fünf Deutsche Meisterschaften in Zeiskam; Rang vier FEI-Weltcup in Herningen (DK); erste Sieg Klasse S in Greven (Großpferde).

► www.wn.de/sportlerwahl-greven.de

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