Absoluter Stillstand in der Grevener Sportszene
Immerhin: Golfen ging noch. . .

Greven/Saerbeck -

Nichts geht mehr bei den Sportlern aus Greven und Saerbeck – mit Ausnahmen. Während beim GC Aldruper Heide am Sonntag noch fleißig Golf gespielt wurde, mussten die Grevener Reiter ihr großes Reitturnier am Samstag abbrechen. Die Grevener Fußballer hatten ihre Tore am Sonntag geschlossen und müssen nun abwarten, wie es mittelfristig für sie weitergeht.

Montag, 16.03.2020, 18:01 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 14:20 Uhr
Golf wurde noch gespielt am Wochenende. Darauf muss Konny Dömer jetzt aber auch verzichten.
Golf wurde noch gespielt am Wochenende. Darauf muss Konny Dömer jetzt aber auch verzichten. Foto: Schaper

Nichts geht mehr, gefühlt befindet sich ganz Sport-Deutschland im Corona-Krisen-Modus, schottet sich ab, ist zum Nichtstun verdammt – was gerade bei den bewegungs- und versammlungsfreudigen Aktiven zu einer Art Schockzustand führt. Allerdings – nicht alle haben fassungslos zugeschaut. Ein bisschen ging noch was – zumindest am Wochenende.

Konny Dömer, Grevens engagierter Golfer und ambitionierter Förderer der Jugend, hatte auf jeden Fall noch einmal eine große Runde auf der AnlageGC Aldruper Heidegedreht, um in Schwung zu bleiben. „Im Prinzip spricht ja auch nichts dagegen, schließlich ist man alleine oder in ganz kleinen Gruppen auf einem weitläufigen Gelände unterwegs. Das besteht kaum die Gefahr, sich anzustecken“, erklärte Dömer am Sonntag in der Hoffnung, sein Lieblings-Hobby auch in den kommenden Tagen und Wochen ausüben zu können. Die Aussage hatte allerdings nur eine kurze Halbwertzeit – seit dem heutigen Dienstag hat auch der GC Aldruper seine Anlage geschlossen. Ein geplantes Trainingslager für den Nachwuchs sowie weitere Maßnahmen hatten die Grevener Golfer bereits im Vorfeld abgesagt. Dömer: „Das ist natürlich alles der Hammer. Wir müssen schauen, wie es weitergeht. Immerhin haben wir ja auch neun festangestellte Mitarbeiter. Was soll mit ihnen geschehen? Bis zum 19. April ist jedenfalls Schluss.“

Konny DömerGC Aldruper Heide

Werner Jacobs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, ist aktuell ein gefragter Mann und Ansprechpartner für „seine“ Vereine. Seit Montagmorgen ist klar: Der Sport – egal in welcher Ausprägung – wird stillstehen in Greven. „Es geht gar nichts mehr. Keine Versammlungen, keine Treffen, keine Spiele und auch kein Training“, erklärt Jacobs. „Das gilt erst einmal bis zum Ende der Osterferien.“

Werner Jacobs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes

Was der Grevener Sport-Chef noch nicht weiß und auch nicht absehen kann: Welche finanziellen Auswirkungen hat die unplanmäßige Sport-Pause für die einzelnen Vereine? Wird es unter Umständen einen Ausgleich für die Amateursportclubs geben? „Diese rechtlichen Fragen können aktuell nicht schlüssig beantwortet werden und müssen geprüft werden“, muss Werner Jacobs aktuell noch mit den Schultern zucken. Auch auf den Grevener Sport-Funktionär warten in jeder Beziehung spannende Wochen.

Rad fahren, joggen, in Klein-Gruppen trainieren oder den Spielern „Hausaufgaben“ mit nach Hause geben? Fragen, die sichFalke Saerbecks Trainer Holger Althausam Wochenende gestellt hat. Und schlichtweg ratlos ist. „Gemeinsame Aktionen wie Training wird es vorerst nicht geben. Die Frage ist ja, was man überhaupt machen darf, was sinnvoll ist. Bei uns steht fest: diejenigen, die joggen gehen, werden es eh für sich alleine machen. Die anderen werden nichts tun. Bei uns steht auf jeden Fall eine Pause an. Wir müssen abwarten, ob und wie es beim Fußball weitergeht.“

Falke Saerbecks Trainer Holger Althaus

Keinerlei Unsicherheiten gab es am Wochenende beimSC Greven 09. Einen Krisenstab hatten die 09-er zwar nicht eingerichtet, sich aber bereits am Donnerstag darauf verständigt, den Trainingsbetrieb für alle Mannschaften einzustellen. „Auch aus Verantwortung unseren Trainern gegenüber“, erklärtAbteilungs-Leiter Frank Blom.„Sie sollten nicht entscheiden müssen, ob man sich nun versammeln darf oder nicht. Und welche Folgen das unter Umständen haben könnte.“

SC Greven 09Abteilungs-Leiter Frank Blom.

Fest steht, die Grevener haben ihre Vereinsanlagen erst einmal dicht gemacht und den Schlüssel für unbestimmte Zeit umgedreht. Blom: „Jetzt müssen wir sehen, wie es weitergeht. Auch für unsere erste Mannschaft in der Bezirksliga könnte es, was die Saison angeht, Szenarien geben, die uns nicht gefallen. Das weiß ja zu diesem Zeitpunkt niemand. Aber letztendlich zählt jetzt die Gesundheit der Menschen – und die geht eindeutig vor.“

Regelrecht überrumpelt wurden die Grevener Reiter bei der Vorbereitung sowie der Austragung ihrer großen Pferdeleistungsschau. Mitte der vergangenen Woche hatten die Verantwortlichen noch zusammengesessen, um die Organisation voranzutreiben.

Dann allerdings stürzten die Ereignisse auf denRuF Grevenein. „Wir hatten uns darauf geeinigt, dieses Turnier zu einer nichtöffentlichen Veranstaltung zu erklären. Die Einladungen waren geschrieben, die Reiter im Anmarsch. Das ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Aber im Laufe des Freitags stellte sich dann doch ein ganz komisches Gefühl ein. Die Stimmung kippte, mir wurde heiß und kalt. Hatten wir die richtigen Entscheidungen getroffen?“, berichteteRuF-Sportwartin Anja Venschottvon Entwicklungen, die sich überschlugen.

RuF GrevenRuF-Sportwartin Anja Venschott

Am vergangenen Samstag war dann klar: nach den ersten beiden Prüfungen ist Schluss – Turnierabbruch. „Alle Beteiligten haben Verständnis gezeigt. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Greven war klasse. Das kann man sagen. Jetzt stehen dann schon die nächsten Maßnahmen an. Wie geht es beispielsweise mit der Betreuung der Pferde auf der Anlage weiter? Das wird noch interessant werden“, blickt Venschott voraus, ohne Antworten geben zu können.

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