Sechs Wochen Stillstand im Sport
Mit kuriosen Ansätzen aus der Krise?

Greven -

Im Vereinssport geht weiterhin nichts. Nach nunmehr sechs Wochen Stillstand drängen Verbände und Vereine zwar auf Lösungen, mit denen der Sportbetrieb wieder in Bewegung kommt. Doch abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, halten sich die zuständigen Landesregierungen weiterhin zurück mit der Wiederaufnahme des Sports. Dabei legen sich die Verbände mächtig ins Zeug und präsentieren fast schon kurios erscheinende Ansätze. So wie die vom Deutsche Volleyball-Verband veröffentlichten Übergangsregeln.

Sonntag, 03.05.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 16:20 Uhr
Golf und Tennis darf in einigen Bundesländern schon wieder gespielt werden. Die Volleyballer versuchen mit kuriosen Abstandsregeln wieder ihren Sport ausüben zu dürfen, für Fußballer sieht es derzeit noch düster aus.
Golf und Tennis darf in einigen Bundesländern schon wieder gespielt werden. Die Volleyballer versuchen mit kuriosen Abstandsregeln wieder ihren Sport ausüben zu dürfen, für Fußballer sieht es derzeit noch düster aus. Foto: dapd

 

Viele Fachverbände haben mittlerweile Regelungen erarbeitet, die Szenarien einer Wiederaufnahme des Sportbetriebes beschreiben. Orientierungshilfe bieten die vor drei Wochen präsentierten sogenannten Leitplanken des DOSB. Danach werden Sportangebote im Freien präferiert, ohne Körperkontakt und in kleinen Gruppen.

Der Handlungsspielraum für Mannschaftssportarten, noch dazu Hallensportarten, ist nach dieser Sprechart überaus gering. Was zur Folge hast, dass abseits des mit aller Macht auf eine Fortführung der Saison drängenden Profifußballs im Moment schwer vorstellbar erscheint, wann für die sieben Millionen Freizeitfußballer der Ball wieder rollt. Gleiches gilt für Handballer und auch Volleyballer. Deren Verband, der seinen Sport als kontaktlos einstuft, will seinen Mitgliedern einen Hoffnungsschimmer machen. Auszugsweise liest sich dann so: Trainiert werden soll in Gruppen bis zu fünf Sportlern. Es gilt ein Abstand von zwei Metern. Geblockt werden soll nicht mehr. Auch zum Netz gilt ein Abstand von ein bis zwei Metern. Wer beim Volleyball gar ins Schwitzen gerät, dem gebieten die Regeln einen noch größeren Abstand. Und: Nach Möglichkeit soll mit Sportmasken gespielt werden. Die müssten allerdings noch entwickelt werden, so der Verband. Auch soll es an den Vereinen liegen, ihre Sportler „gründlich zu belehren“, Handlungsempfehlungen mit Informationen zum Thema Hygiene und Gefahren zur Verfügung zu stellen und eine Bestätigung zu unterschreiben. Willkommen in der neuen Corona-Sport-Welt.

Etwas einfacher haben es da schon die Golfer. In fünf Bundesländern wird bereits wieder „infektionsfreies Golf“ gespielt, wie es der Golfverband nennt. Zehn Leitlinien bilden dazu den Rahmen. Dabei geht es vor allem um die Einhaltung der derzeit bestehenden Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen. Auch beim Tennis spricht wenig gegen eine Wiederaufnahme.

Ein Ende des Stillstandes ist dennoch nicht in Sicht. Golf (64 3000 Mitglieder bundesweit, Greven: 900) und Tennis (1,4 Millionen, Greven 600) bilden nur einen Bruchteil der 27 Millionen Vereinssportler (Greven: 10 000). Die meisten von ihnen sind in Sportarten organisiert, bei denen das Abstandsgebot nur schwer einzuhalten ist. Somit dürften die rund sieben Millionen Amateurfußballer und fünf Millionen dem Turnverband angeschlossenen Sportler auch nach dem 6. Mai wohl in die Röhre schauen.

 

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