Fußball: SC Greven 09 steht vor einer ungewissen Zukunft
„Wann dürfen wir auf den Platz?

Greven -

Wie geht es weiter beim Fußball-Bezirksligisten SC Greven 09. Diese Entscheidung dürfte wohl erst im Juni fallen.

Montag, 04.05.2020, 17:13 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 14:57 Uhr
Die 09-er wollen bald wieder auf dem Platz abliefern. Nur wann und in welcher Liga – diese Fragen sind noch offen.
Die 09-er wollen bald wieder auf dem Platz abliefern. Nur wann und in welcher Liga – diese Fragen sind noch offen. Foto: th

Ja – es gibt sie tatsächlich auch in Greven, und auch in der Mannschaftssportart Fußball (die gerade jetzt in alle Munde ist, obwohl Stillstand herrscht): Profiteure der aktuellen Gesundheitskrise. Nur findet man sie nicht beim kickenden Personal, sondern quasi direkt an der Basis. „Meine Güte, ich kenne unser Sportgelände jetzt seit 40 Jahren. So hat der Platz noch nie ausgesehen. Das Trainingsgelände beim FC Schalke 04 sieht nicht besser aus“, staunt Harald Peppenhorst, Sportlicher Leiter beim SC Greven 09. Ansonsten sieht es rund um den Spielbetrieb beim heimischen Fußball-Aushängeschild aber deutlich weniger rosig aus.

„Wann dürfen wir endlich wieder auf den Platz?“, stellt sich Peppenhorst nämlich die weitaus wichtigere Frage, ohne sie beantworten zu können. Während das heimische Gelände im neuen Glanze erstrahlt – unter anderem auch wegen der neuen Flutlichtanlage und wegen des satten Grüns auf den Rasenplätzen – machen sich Peppenhorst und seine Mitstreiter nämlich große Sorgen in Sachen Saisonplanung.

Bei den Senioren wissen die Grevener noch immer nicht, in welcher Liga die erste Mannschaft in der kommenden Saison antreten wird. Gut möglich, dass die 09-er den Aufstieg in die Landesliga schaffen, ohne die Meisterschaft wirklich feiern zu können (oder zumindest mit deutlicher Verspätung). Jubelstimmung ist jedenfalls noch nicht aufgekommen in den frisch gestrichenen Kabinen an der Schöneflieth.

Immerhin: Der Kader steht – und das klassenunabhängig. „Und der ist auf jeden Fall landesliga-tauglich. Klar würden wir gerne aufsteigen, aber wir müssen es nicht“, sagt Harald Peppenhorst, der in diesem Zusammenhang auch auf die überkreislich agierenden Jugendteams zu sprechen kommt. Die Saison 2019/20 lief beim 09-Nachwuchs – man muss es deutlich sagen – durchwachsen. Insofern gehören die 09-Junioren nach dem Abbruch der Saison nun zu den Corona-Gewinnern. „Obwohl wir abstiegsgefährdet waren, bleiben die B-Junioren definitiv in der Landesliga. Die D-Jugend wird weiter in der Bezirksliga spielen. Und auch die A-Jugend hat jetzt beste Chance auf ein Startrecht in der Bezirksliga. Das ist gut für uns gelaufen“, weiß der Grevener.

Er macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam, der den Verein in unsicheren Zeiten offenbar zusammengeschweißt hat: Viele Spieler und Trainer im Senioren- und Jugendbereich haben sich finanziell solidarisch erklärt und verzichten, um dem Verein über die aktuell schwere Zeit zu helfen. Peppenhorst: „Wir haben die Gehälter und Aufwandsentschädigungen in vielen Bereichen bei Trainern und auch Spielern eingefroren. Bis auf ganz weniger Ausnahmen, wo es einfach nicht anders ging, gab es da keine Probleme.“

Die wiederum dürften in finanzieller Hinsicht auf den Verein zukommen, wenn der Spielbetrieb längst wieder läuft. „Klar ist, dass wir in diesem Bereich Schwierigkeiten bekommen werden, wobei noch nicht einmal gesichert ist, ob wir in diesem Jahr überhaupt noch Fußball auf den 09-Plätzen sehen werden“, sagt Harald Peppenhorst. Zukunftsmusik – und keiner weiß, ob sie den Grevenern gefallen wird.

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