Fußball: Vom Zweiklassen-Aufstieg des Julian Lüttmann
Von der B- in die Bezirksliga

Greven/Tecklenburg -

Julian Lüttmanns fußballerische Karriere begann beim SC Hörstel. Viele Stationen folgten. Jetzt griff unter seiner Regie der TUS Teckelburg nicht nur an, das Team schlägt nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga auf.

Mittwoch, 22.07.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 12:45 Uhr
Julian Lüttmann gab in Reckenfeld die Richtung vor, ehe es den Trainer nach Tecklenburg zog. Nun gelang der Aufstieg in die Bezirksliga.
Julian Lüttmann gab in Reckenfeld die Richtung vor, ehe es den Trainer nach Tecklenburg zog. Nun gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Foto: Sven Thiele

Es ist jetzt gut eineinhalb Jahre her, da reifte in Julian Lüttmann der Entschluss, etwas Neues zu beginnen. Den Anstoß, sein Trainer-Engagement beim B-Ligisten SC Reckenfeld auslaufen zu lassen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen, gab ein alter Weggefährte. An Klaus Bienemann war es, Julian Lüttmann zum TuS Tecklenburg zu lotsen, um dort mit ihm zusammen die A-Liga-Spitze zu erobern. Lüttmann schlug ein. Und setzte damit offenbar auf das richtige Pferd. Nach nur einer Saison ist dem Grevener das gelungen, was ihm in den drei Jahren zuvor beim SCR versagt geblieben war: Unter der Regie des ehemaligen Profifußballers griff Tecklenburg nicht nur an, das Team stürmte an die Spitze und schlägt nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga auf.

„Das war schon ein aufregendes Jahr“, resümiert Lüttmann, der bei seinen Stationen als Spieler in Münster, Lotte und Oberhausen viel erlebt hat, als Trainer jedoch noch relativ frisch im Geschäft ist. Der SC Reckenfeld war sein erstes Engagement. Eines, dem er viel Positives abgewonnen habe, wie er erklärt. Gleichwohl, auch das betont er: „Die Mannschaft hat an der Grenze gespielt.“ Die Rückkehr in die A-Liga, für den SCR wohl eher ein Zukunftsprojekt: „Im Moment spiegelt die Tabellensituation die Möglichkeiten wider.“

Dass er selbst höhere Ansprüche hegt, daraus macht Julian Lüttmann keinen Hehl. In Tecklenburg haben Klaus Bienemann und die sportlich Verantwortlichen offenbar für den geeigneten Nährboden gesorgt. „Wir haben sehr viel Arbeit reingesteckt, um eine schlagkräftige Truppe zu stellen“, erinnert sich Lüttmann an die Saisonplanung vor einem Jahr. Mal abgesehen vom schleppenden Start sollten sich die Anstrengungen auszahlen. „Nachdem die Mannschaft zusammengewachsen war, haben wir 15, 16 Spiele am Stück gewonnen.“

Kurz vor dem Lockdown Mitte März steuerte Tecklenburg geradewegs in Richtung Bezirksliga. Und kam dort auch an. Nach dem Abbruch der Saison und der vorzeitigen Wertung machte niemand dem TuS Graf Kobbo die Meisterschaft streitig.

Bezirksligafußball in Tecklenburg, das gab es noch nie zuvor. „Für den Verein ist es ein ganz neues Kapitel“, meint Lüttmann und freut sich auf die neue Herausforderung der am 6. September beginnenden Saison. Die Aufstiegsmannschaft bleibt im Kern beisammen. Drei Neuzugänge verstärken den Kader. „Ein TOP-Team“, findet Lüttmann, der seinem Club das Bestehen in der neuen Klasse zutraut.

Dann wird es auch ein Wiedersehen in Greven geben. Lüttmann, der nur einen Steinwurf vom Stadion Schöneflieth entfernt wohnt, kehrt für einen Spieltag zumindest in die Nähe seiner alten Wirkungsstätte zurück. Gegner ist dann freilich nicht der B-Ligist Reckenfeld, sondern der Bezirksligist Greven 09.

Besonders freut sich Julian Lüttmann auf das Duell mit dem SC Hörstel, dem Verein, der ihm die ersten fußballerischen Gehversuche ermöglicht hat. Es scheint, als würde sich für den 37-Jährigen in der kommenden Saison der Kreis schließen.

Lüttmanns fußballerische Karriere begann beim SC Hörstel. Über Preußen Münster, Holstein Kiel, Eintracht Rheine und die Sportfreunde Lotte gelang ihm 2008 mit Rot-Weiß Oberhausen der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Weitere Stationen waren der SV Sandhausen, Rot-Weiß Erfurt sowie der VfB Oldenburg. Beim Oberligisten SSV Jeddeloh endete 2013 seine Karriere aufgrund einer Meniskusverletzung.

Dem Fußball blieb Lüttmann gleichwohl treu. Zunächst fungierte er ein Jahr als Sportlicher Leiter beim VfL Oldenburg. Seine erste Trainerstation trat Lüttmann, der in Greven lebt, im Sommer 2016 beim SC Reckenfeld an, wo er sich drei Jahre lang um den B-Ligisten kümmerte, bevor er zur Saison 2019/20 zum TuS Graf Kobbo Tecklenburg in die A-Liga wechselte. An der Seite von Klaus Bienemann glückte dem heute 37-Jährigen gleich in seiner ersten Saison die Meisterschaft, durch die Tecklenburg zum ersten Mal in die Bezirksliga aufsteigt.

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