Fußball: Kreisliga A
BG Gimbte muss zulegen

Gimbte -

Fußball ist allerdings auch eine Sache der Psyche - und die lässt sich nur schwer trainieren. Der Aufsteiger muss in den kommenden Wochen auch in diesem Bereich noch zulegen.

Mittwoch, 21.10.2020, 10:30 Uhr
Trainer Daniel Helmes ahnt Böses und denkt über Lösungsmöglichkeiten nach. Am Ende bleibt der nackte Schrecken ob der mageren Darbietung der Blau-Gelben.
Trainer Daniel Helmes ahnt Böses und denkt über Lösungsmöglichkeiten nach. Am Ende bleibt der nackte Schrecken ob der mageren Darbietung der Blau-Gelben. Foto: Martin Weßeling

Ist das jetzt eine Kampfansage, oder doch eher eine Durchhalte-Parole ohne größeren Nährwert? „Die Jungs wollten ja in diese Liga – und jetzt wollen sie drinbleiben. Na ja, und jetzt spielen wir ja auf unser Tor. Und da spielen wir immer besser. Das wird schon noch.“ Theo Große Wöstmann, Mr. BG Gimbte, so etwas wie das lebende Inventar des Vereins und wegen seiner Haarfarbe die weiße Eminenz nicht nur im Hintergrund, ist Berufs-Optimist. Aber auch Fußball-Fachmann und gezwungener Maßen Realist an diesem Sonntag. Große Wöstmann hat seine kecke Aussage in der Halbzeitpause des Kellerduells gegen Eintracht Münster mit einem leicht bitteren Lächeln unterlegt. Der Fachmann ahnt wohl schon, was da nach dem Wiederanpfiff folgen soll. . .

1:4 heißt es dann schließlich gegen den Gast aus Münster. Schlimmer als das Ergebnis sind am siebten Spieltag der Kreisliga A aber zwei Fakten. Erstens: Mit den Eintrachtlern aus Münster spielt eine Elf in der Schlage vor, die allenfalls ganz biederes A-Liga-Niveau verkörpert. Zweitens: BG Gimbte ist an diesem Tag noch deutlich schlechter!

Und auch Trainer Daniel Helmes, der Dragan Grujic auf der Trainerbank der Blau-Gelben im Sommer beerbt und den Aufstieg quasi am grünen Tisch klargemacht hat, redete nicht um den heißen Brei herum. Er beißt – auch wenn´s schmerzhaft auf der Zunge brennt – mitten hinein. „Da muss man vielleicht auch die Qualitätsfrage stellen. So viele Fehler am Stück kann man im Training gar nicht abstellen. Wo soll man da anfangen? Wir werden das besprechen“, blühen am Sonntag phasenweise die Vereinsfarben im Gesicht des Übungsleiters. Erst wird Helmes blau vor Wut, leuchtet dann speiübel-gelb, am Ende bleibt er etwas blass zurück: Dass, was die Hausherren da beim 1:4 gegen Eintracht Münster zusammenspielen, kann Helmes nicht ansatzweise trainiert haben.

Das ist in vielen Bereichen einfach zu wenig. Kaum Ordnung, Verunsicherung in allen Mannschaftsteilen, mitunter Chaos. „Vielleicht war der Druck auch zu hoch vor diesem Sechs-Punkte-Spiel“, weiß der BG-Coach, dass seine Elf sportlich durchaus in der Lage sein kann, gegen die Konkurrenz aus der A-Liga mitzuhalten. Fußball ist allerdings auch eine Sache der Psyche – und die lässt sich nur schwer trainieren. Der Aufsteiger muss in den kommenden Wochen auch in diesem Bereich noch zulegen.

Was allerdings keine Utopie ist. Genauso wenig wie der Wunsch Theo Große-Wöstmanns, „seinen“ Verein langsam aber sicher auf ein anderes Level zu heben. Neuerdings gibt es auf dem Sportgelände Schlage mobile Werbebanden – sogenannte Reiter – zu bewundern. „Die hebt man mit zwei Fingern an“, staunt Große Wöstmann. Quasi leicht verdientes Geld für ein künftiges Schwergewicht in der Grevener Vereinslandschaft. Zudem haben die Gimbter einen Shop mit Merchandising-Artikeln aus der Taufe gehoben. Und auch die baulichen Maßnahmen am Gelände schreiten zügig voran. Der neue Vorstand der Blau-Gelben hat offenbar einiges vor in den kommenden Jahren. Bei so viel Innovations-Kraft sollte es doch möglich sein, auch auf dem Rasenrechteck einen Gang zuzulegen.

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