Reinhard Rothe: Seit über 50 Jahren am Ball
Ende – irgendwie nicht absehbar. . .

Greven -

Seit gut 55 Jahren ist Reinhard Rothe mit dem Tischtennis-Sport ganz eng verbunden. Als Spiele und auch als Trainer hat der Grevener viel gesehen und etliche erfolge gefeiert.

Mittwoch, 18.11.2020, 10:00 Uhr
Immer mit vollem Ehrgeiz bei der Sache – Routinier Reinhard Rothe.
Immer mit vollem Ehrgeiz bei der Sache – Routinier Reinhard Rothe. Foto: Ulrich Schaper

Nur eine einzelne Sternstunde und damit „das“ Ereignis, das Reinhard Rothe in seiner sportlichen Laufbahn geprägt hätte? Da kann die „graue Eminenz“ des Grevener Tischtennis-Sports nur milde lächeln – wenn nötig könnte Rothe ein ganzes Buch über Erfolge und Misserfolge schreiben, so lang ist die Liste, die der Grevener im Alter von gut zehn Jahren mit dem ersten Eintrag versah.

Das ist entsprechend lange her. 1966 leistete sich Reinhard Rothe seinen ersten eigenen Tischtennis-Schläger. „18 Mark hat der damals gekostet. Heute blättert man mit allem drum und dran auch schon mal über 100 Euro hin“, schmunzelt Grevens Mr. TT über die rasante Entwicklung in der schnellen Sportart. Und darüber, dass 1977, als Rothe erstmals den Sprung in die erste Mannschaft des PSV Oberhausen schaffte, noch Herausforderungen gemeistert werden mussten, die nicht unmittelbar mit dem Sport zu tun hatten. „Damals hatten die älteren Spieler noch ihren festen Platz. Und den wollten sie nicht freiwillig räumen. Erst als ich dem Verein klar gemacht habe, dass ich auch den Verein wechseln könnte, lief es plötzlich“, machte sich sein Durchsetzungsvermögen schon damals bezahlt, als der Deutsche Bundeskanzler noch Helmut Schmidt hieß und Borussia Mönchengladbach den Deutschen Fußballmeister stellte.

Das liegt lange zurück, doch Reinhard Rothe kann sich an diverse Stationen seiner persönlichen Sport-Geschichte zurückerinnern. Der Gewinn der Herren-Einzelmeisterschaft des Bezirks Ruhr (1981), das vorläufige Ende der aktiven Spielerkarriere (1991), viele Erfolge als Trainer bis hin in den Bundesliga-Bereich ab 1987 (unter anderem TTC Horst-Emscher, TTC GW Hamm, Post SV Telekom Mühlheim), die Wiederaufnahme der Spieler-Laufbahn mit Stationen zum Beispiel in Chemnitz, oder auch die durchaus steile Erfolgsgeschichte von DJK BW Greven von der Bezirksklasse bis aktuell in die Verbandsliga – da kommen einige Erinnerungen zusammen. „Emotional war natürlich der Erfolg von Nicole Struse bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 1987. Ich habe die damals 15-Jährige betreut. Als sie tatsächlich den Titel gewonnen hatte, war das natürlich ein besonderes Erlebnis“, sagt Rothe. „Wir haben heute noch Kontakt.“

Über fünf Dekaden nah an der Sportart Tischtennis – ein Ende ist nur teilweise absehbar. Seine Karriere als aktiver Spieler wird Reinhard Rothe nach Ablauf der Saison beenden – ausgerechnet im verflixten Corona-Jahr. Als Trainer will er seine Erfahrungen aber noch für einige Jahre weitergeben – Ende offen. Rothe: „Ich freue mich darauf, die Kinder auch im Wettkampf zu begleiten. Das ging ja bis jetzt nicht, da ich selbst immer aktiv gespielt habe. So lange es mir gut geht, so lange ich den Kindern, die wirklich wollen, diesen Sport vermitteln kann, werde ich das auch tun.“

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