Neue Schutzverordnung droht mit Bußgeldern
Unterricht im Freien verboten?

Kreis Steinfurt -

Nach der Corona-Schutzverordnung soll selbst der Einzelreitunterricht im Freien verboten sein. Der Pferdesportverband Westfalen war bisher vom Gegenteil ausgegangen. Die Reitszene reagiert mit Unverständnis. Nicht nur Thomas Haddenhorst, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Warendorf, kann die Auslegung nicht nachvollziehen.

Dienstag, 17.11.2020, 19:15 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 09:58 Uhr
Selbst bei 20 oder gar 30 Metern Entfernung zwischen Reiter und Trainer soll der Einzelreitunterricht angeblich nach der Corona-Schutzverordnung verboten sein.
Selbst bei 20 oder gar 30 Metern Entfernung zwischen Reiter und Trainer soll der Einzelreitunterricht angeblich nach der Corona-Schutzverordnung verboten sein. Foto: Hartwig

Die Meldung schlug ein wie eine Bombe: Der Pferdesportverband Westfalen informierte seine rund 600 Mitgliedervereine jüngst, dass er vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MASG) darüber informiert worden sei, dass nach der Corona-Schutzverordnung selbst der Einzelreitunterricht im Freien verboten sei. Bei Zuwiderhandlung drohe ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

Der Pferdesportverband war bisher vom Gegenteil ausgegangen und hatte seine Mitglieder am 10. November darüber informiert, dass der Einzelunterricht im Freien erlaubt sei. „Wir haben uns dabei auf eine mündliche Aussage und auf eine E-Mail der Corona-Informationsstelle der Staatskanzlei bezogen“, so der Verband.

Kontakt zur NRW-Staatskanzlei

Der rät den Reiterinnen und Reitern nun fürs Erste dringend, das Verbot sehr ernstzunehmen. „Kontrollen durch Ordnungsämter sind möglich und den Weisungen der Behörden ist Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen können geahndet werden“, so der Verband. Der hofft zeitnah auf eine Klärung der Sachlage und ist dazu auch im Gespräch mit dem Landessportbund, der ebenfalls von einer Zulässigkeit ausgegangen sei und nun unmittelbar mit der NRW-Staatskanzlei in Kontakt stehe.

Die Ausübung des Individualsports, zu dem der Reitsport zweifelsohne zählt, ist ausdrücklich mit zwei Personen gestattet.

Thomas Haddenhorst

Erwartungsgemäß stieß die Nachricht des Verbots in der Szene auf Unverständnis. Nicht nur Thomas Haddenhorst, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Warendorf, kann die Auslegung nicht nachvollziehen: „Die Ausübung des Individualsports, zu dem der Reitsport zweifelsohne zählt, ist ausdrücklich mit zwei Personen gestattet.“ Das Verbot sei für ihn kontraproduktiv, zumal auch Belange des Tierschutzes und der Unfallverhütung tangiert seien. „Die Pferde müssen zu ihrer Gesunderhaltung täglich bewegt werden. Wenn junge, noch relativ unerfahrene Reiter dies tun, muss es eine Aufsicht geben, die darauf achtet, dass sich keine Gefahrensituationen ergeben“, so Haddenhorst.

Ein Trainer, der das Geschehen aus einer Distanz von 20 oder gar 30 Metern überwache, stelle dagegen keinerlei Risiko in Sachen Corona-Infektion dar.

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