SCR-Trainer Torsten Schwarz und die Begegnung mit dem ehemaligen Schalker Manager
Eine Autofahrt mit Rudi Assauer

Reckenfeld -

Wenn Torsten Schwarz seinen dicken Aktenordner mit Zeitungsausschnitten, Urkunden und Fotos hervorholt, dann braucht es nicht lange, um in ihm Erinnerungen an sportliche Sternstunden lebendig werden zu lassen.

Dienstag, 08.12.2020, 11:00 Uhr
Es ist jetzt 24 Jahre her, dass sich diese Reckenfelder Fußballer in der C-Liga für Furore sorgten.
Es ist jetzt 24 Jahre her, dass sich diese Reckenfelder Fußballer in der C-Liga für Furore sorgten. Foto: SC Reckenfeld

Wir schreiben das Jahr 1996. Jenes Jahr, in dem der BVB Deutscher Meister wird, Henry Maske in seinem letzten Kampf als Profiboxer zu Boden geht und Oliver Bierhoff mit dem ersten Golden-Goal Fußballgeschichte schreibt und die Deutschen Nationalelf zum dritten Europameister-Titel schießt. Gänsehautmomente. Solche erlebt auch der Reckenfelder Torsten Schwarz. Persönliche wie auch sportliche Höhepunkte. Sie alle haben sich in der Erinnerung des 52-Jährigen tief eingegraben. Wenn er den dicken Aktenordner mit Bildern, Urkunden und Zeitungsausschnitten durchblättert, dann ist es wieder da: Dieses Gefühl von Gänsehaut, das in ihm hochkriecht und eine für ihn ganz besondere Zeit lebendig werden lässt.

Schon 1996 ist Torsten Schwarz so etwas wie eine Institution beim SC Reckenfeld. Zwölf Jahre zuvor ist er als Jugendtrainer beim Verein eingestiegen. Als 16-Jähriger übernimmt er die E-Jugend und bleibt ihr Begleiter bis zu den Senioren, wo er schließlich die mit vielen seiner Nachwuchsspieler gespickte dritte Mannschaft aus der Taufe hebt. Ein Team, das es schnell leid ist, in den Niederungen der C-Liga zu kicken. In ihrer ersten und zweiten Saison scheitern die jungen Wilden in der Relegation, doch im dritten Anlauf gelingt der große Wurf, der wesentlich ein Verdienst des Trainers ist.

Der Aufstieg liegt 24 Jahre zurück. Torsten Schwarz erinnert sich dennoch ganz genau an den alles entscheidenden Moment, als Thomas Meyer im Entscheidungsspiel gegen den Türkischen Verein Greven das Meisterwerk vollendet. Ein Schuss aus gut und gerne 30 Metern, der oben links im Giebel einschlägt, ebnet den Reckenfeldern den Weg in die B-Liga. „Ein Traumtor“, schwärmt Schwarz. Da ist sie wieder, die Gänsehaut.

Thomas und Stefan Schiller, Andre Jerzinowski und Mike Schotte. Reckenfelder Jungs prägen dieses junge Reckenfelder Team, das dem Verein Mitte der 1990er Jahre so viel Freude bereitet. Geprägt hat sie ihr Trainer. Mit unermüdlichem Einsatz, großer Verlässlichkeit und einer persönlichen Verbundenheit über die Aufstiegsfreude hinaus. Noch heute versammeln sich mehr als eine Handvoll ehemaliger Weggefährten und ihr Trainer zum monatlichen Stammtisch.

Das Jahr 1996, für Torsten Schwarz ist es ein Jahr der Glücksmomente. Auf die Meisterschaft in der C-Liga folgt der Gewinn der Stadtmeisterschaft in Gimbte. Sternstunden gibt es auch abseits des Fußballplatzes. Torsten Schwarz tritt vor den Traualtar. Im November hält er seine Erstgeborene, Adriana, in den Armen. Und schließlich wird sein Vater zum König gekrönt. Zum Schützenkönig.

Jemand wie er, der in 36 Jahren zu einer Institution des SC Reckenfeld geworden ist, hat mehr als nur diese Sternstunden erlebt. So wie die Begegnung mit Rudi Assauer. Es ist das Jahr 1983 und der eingefleischte Schalke-Anhänger Torsten Schwarz bei einem Fan-Treff in Saerbeck. Einige Monate zuvor ist beim ihm ein Hirntumor entfernt worden. Die klaffende Haarlücke entgeht dem Manager nicht. Die beiden kommen ins Gespräch und schließlich chauffiert Assauer Torsten und seinen Bruder nach der Veranstaltung nach Hause. Und damit nicht genug: Ein paar Tage später folgt ein Paket aus Gelsenkirchen. Mit dem Schalke-Trikot von Thomas Kruse und Autogrammen aller Spieler. „Das fand ich legendär“, erinnert sich Schwarz.

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