Fußball: Andreas Brünker und seine Liebe zu Borussia Mönchengladbach
Das erste Spiel vergisst man nie

Greven -

Bereits als Jugendlicher erlebte Brünker diverse Highlight mit den Gladbacher Fohlen und weiß rund um seinen Lieblings-Fußballverein zahlreiche Anekdoten zu erzählen.

Dienstag, 12.01.2021, 11:00 Uhr
Mit den Grevener Fans in Berlin: Andreas Brünker (re.)
Mit den Grevener Fans in Berlin: Andreas Brünker (re.)

Dass es für ihn nur eine Borussia geben konnte, im Grunde war das von Anfang an klar. Nicht mal 50 Kilometer liegt Andreas Brünkers Geburtsort nämlich von Mönchengladbach entfernt, und Fußball war dort immer ein Thema, im beschaulichen Geldern am Niederrhein.

Mit den Jungs aus der Nachbarschaft spielte der damals noch kleine Andreas Gladbach gegen Bayern nach. Und hörte samstags die Bundesligakonferenz auf WDR 2, in der sich Werner Hansch live aus dem altehrwürdigen Bökelberg-Stadion meldete. Brünker lauschte dem Radio – bis, ja bis er am 1. Mai 1984 selbst zum Bökelberg fuhr: „Meine Mutter war eigentlich dagegen gewesen“, erinnert er sich. Irgendwie klappte es für den Teenager aber doch mit diesem DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Gladbach und Werder Bremen – das bis heute als eins der unglaublichsten Spiele der deutschen Fußballhistorie gilt. Borussia gewann nach Verlängerung 5:4, die entscheidenden beiden Tore erzielte der gerade eingewechselte Youngster Hans-Jörg Criens.

Bis heute genießt der Name Criens Legendenstatus im Hause Brünker. Weil: den ersten Stadionbesuch und alles, was damit zusammenhängt – „das vergisst man nicht.“ Bald schon sah Brünker viele Stadien, tourte mit seiner Clique durch die Fußball-Republik, die Spritkosten durch fünf geteilt.

In Greven gründete er mit Gleichgesinnten die „Münsterland-Fohlen“. Die Gründungsphase des Fanclubs, es war zugleich die Zeit des bisher letzten großen Gladbacher Titels: 1995, DFB-Pokalsieg in Berlin, 3:0 über den VfL Wolfsburg – und Brünker und Co. mit „Greven-grüßt-Borussia“-Banner vor dem Brandenburger Tor!

Eine zweite sportliche Heimat fand er bei der DJK, deren D-Jugend auch einmal Bökelberg-Luft schnuppern durfte: „Als Einlaufkids für die Profis – ein unbeschreiblicher Tag.“ Aktuell coacht Brünker das DJK-Frauenteam, auch seine Tochter engagiert sich im Verein als Trainerin, sein Sohn kickt bei Nullneun: „Da schaffen wir es natürlich längst nicht jedes zweite Wochenende nach Gladbach.“

Manchmal aber zum Glück doch: beispielsweise zum fulminanten Last-Minute-Sieg gegen die Bayern in der vergangenen Saison. Obwohl er für sich und seine Brut nun meist Sitzplätze bucht, und die ganz wilden Fan-Jahre für den treu sorgenden Familienvater wohl eher vorbei sind: „In solchen Momenten gehe ich nach wie vor steil.“

Doch jetzt? Man stelle sich vor, der Lieblingsklub spielt Champions League – und niemand darf hin. Genauso ist es aber: Real Madrid war schon da, im Februar kommt Manchester City zum Achtelfinale in den Borussia-Park – das alles ohne einen einzigen Zuschauer im Stadion. Zuletzt konnten sich die Anhänger selbst aus Pappe her- und lebensgroß auf der Tribüne abstellen lassen. „Bei der Aktion haben wir nicht mitgemacht“, schmunzelt Brünker. „Aber klar: Wir gucken die Spiele im TV und hoffen, dass es mit einem Europokal-Platz klappt.“

Im Moment sei ja wirklich noch alles drin. Und wenn‘s knapp wird, wechselt Andreas Brünker in Gedanken einfach Hans-Jörg Criens ein.

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