E-Sports: DJK-Team startet in die Saison / League of Legends
Nur der Avatar leidet. . .

Greven -

Die E-Sport-Mannschaft von DJK BW Greven startet am Wochenende in die Saison. In der League of Legends haben sich die Grevener durchaus ehrgeizige Ziele gesteckt und wollen aufsteigen.

Freitag, 05.02.2021, 11:30 Uhr
Richtig zur Sache geht´s bei League of Legends – virtuell. Maxi Jakobs (kl. Foto) und seine Teamkollegen wollen die Liga rocken.
Richtig zur Sache geht´s bei League of Legends – virtuell. Maxi Jakobs (kl. Foto) und seine Teamkollegen wollen die Liga rocken. Foto: imagoimages

Leben wir schon in einer globalisierten, künstlich animierten Welt, in der Avatare für real existierende Personen handeln und leiden? In der man quasi einen Kopf kürzer werden kann, ohne etwas davon zu spüren? In der Allianzen geschmiedet, Teams gebildet und Gemeinschaften geformt werden, in denen die einzelnen Protagonisten unterschiedliche Sprachen sprechen, sich vielleicht nie „wirklich“ gesehen haben? Die Antwort ist ein eindeutiges „Jein“.

Zwar dürfte es ganz pragmatisch gesehen nach wie vor eine gute Idee sein, hin und wieder Luft zu holen, doch virtuell ist diese Angewohnheit weniger bedeutsam. Daran glauben jedenfalls die Mitglieder der E-Sports-Abteilung von DJK BW Greven. Das neu gegründete Team bestreitet am kommenden Samstag sein erstes Liga-Spiel der neuen Saison. Gemeinsam trainiert haben die virtuellen DJK-Athleten für ihren ersten Saisonauftritt, ob sie sich dafür auch kennen müssen, steht auf einem ganz anderen Zettel.

Fest steht: auch in der virtuellen Welt gibt es Regeln, an die es sich zu halten gilt. So gehen die neun Grevener E-Sportler, die sich an der DJK-Spielekonsole zusammengefunden haben, unter dem Dach der sogenannten „Prime-League“ an den Start. Gekämpft wird auf der Plattform „League of Legends“. Bei diesem Strategiespiel geht es darum, als Mannschaft die Basis eines gegnerischen Fünfer-Teams zu erobern, und/oder die eigene zu verteidigen. „Jeder Spieler hat dabei seinen eigenen Avatar, der innerhalb des Spiels eine bestimmte Rolle übernimmt. Beispielsweise die eines Angreifers. Oder die eines Heilers, der andere Stärken hat. Deshalb ist es auch wichtig, gemeinsam zu trainieren, damit man als Mannschaft eine Strategie entwickeln kann, in der jeder Akteur seine Rolle übernimmt“, erklärt Maximilan Jakobs, der als DJK-Akteur auch Vorstands-Aufgaben erfüllt.

Gemeinsam trainieren? Gemeinsam gewinnen oder verlieren, sich über Punkte freuen und über Niederlagen ärgern? Eventuell nach dem Spiel noch ein gemeinsamer Besuch bei einer Fastfood-Kette? Hört sich fast nach „richtigem“ Sport an. Doch diesbezüglich relativiert Jakobs: „Also meine Mannschafts-Kameraden, die kenne ich nur zum Teil persönlich. Einige kommen aus Greven, andere aus allen möglichen Teilen der Republik. Das läuft ja alles online ab. Auch beim Gegner am Wochenende, er nennt sich Temptation Kingdom, kann ich nicht wirklich sagen, wo er herkommt“, lächelt Jakobs, der bei der DJK die Rolle eines „Tanks“ – eines strategischen Abwehrspielers an vorderster Front und mit viel Feuerkraft – einnimmt.

Neben diesen rein virtuellen und im Vergleich zu traditionellen Sportarten etwas verstörend wirkenden Begebenheiten peilen die Grevener sportliche Ziele an, die durchaus denen der heimischen Fußballer ähneln. So spielen die DJK-E-Sportsportler aktuell in einer Klasse, die mit der Kreisliga vergleichbar sei. „Und die wollen wir auf jeden Fall nach oben verlassen“, sagt Maximilan Jakobs vor dem ersten von insgesamt acht Partien der nahenden Saison. Einen coronabedingten Abbruch müssen die Blau-Weißen übrigens nicht fürchten, schließlich läuft der gesamte Liga-Betrieb ja online ab. Doch die Pandemie hat auch den Athleten an den Konsolen bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Herbst wollte sich das DJK-Team real am Vereinsgelände Emsaue treffen, dort zusammen zocken, persönlichen Kontakt aufnehmen. Die Teambuilding-Maßnahme wurde dann wegen des zweiten Lockdowns abgesagt.

Doch vielleicht können die Grevener ja bald einen realen Titelgewinn feiern mit Sekt, Selters und einem richtigen Meisterpokal. Oder sie werden bei einem Misserfolg eben einen Kopf kürzer gemacht – zum Glück nur theoretisch.

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