Der Sport bleibt im Lockdown: So reagieren die Vereinsvertreter
Kein Ende des Stillstandes in Sicht

Greven -

Öffnen, schließen. Die Welt des Sports ist ausgebremst. Wir fragen die Vereine, wie es ihnen im Lockdown geht.

Samstag, 13.02.2021, 06:28 Uhr aktualisiert: 15.02.2021, 12:48 Uhr
SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen findet die Gesamtsituation „sehr traurig“.
SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen findet die Gesamtsituation „sehr traurig“. Foto: Peter Beckmann

Bei den jüngsten Beschlüssen zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie spielte der Sport keine Rolle. So bleibt es bei der für die Vereine und seine Mitglieder ernüchternden Botschaft: Abgesehen vom Profibereich ist der Sport weiterhin mehr oder weniger zum Stillstand verdammt. Mit der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März wird auch ein Abbruch der seit Anfang November ausgesetzten Meisterschaften und Wettbewerbe immer wahrscheinlicher.

Die Fußballer des SC Greven 09 führen nach acht Spieltagen die Tabelle der Bezirksliga an. Gleichwohl rückt der erhoffte Landesliga-Aufstieg in weite Ferne. Denn: An eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes, geschweige denn an eine Fortsetzung der Saison, glauben immer weniger Beteiligte. Harald Peppenhorst ist Sportlicher Leiter beim SC 09. Er meint: „Ich hoffe auf eine Fortsetzung, glaube aber nicht mehr daran.“ Was ein besonders bitteres Los für die 09-Fußballer wäre, schließlich blieb ihnen bereits im Vorjahr der Aufstieg aufgrund des abrupten Saisonabbruchs verwehrt. Immerhin: Von ihren ehrgeizigen Plänen lassen sie sich trotz dieser Rückschläge nicht abbringen. Trainer und nahezu die komplette Mannschaft haben bereits für die kommende Spielzeit zugesagt. Außerdem präsentiert der Verein kommende Woche zwei Neuzugänge.

Auch für den Jugendbereich sieht Harald Peppenhorst schwarz. Nach seinen Informationen ist der Saisonabbruch mehr oder weniger beschlossene Sache. Was auch auf der Hand liegt. Frühestens Mitte März könnte der Sport schrittweise wieder in Bewegung kommen. Doch selbst das ist ungewiss.

Für den 7. März ist das nächste Spiel in der Tischtennis-Verbandsliga terminiert. Doch dazu wird es nicht kommen. Das ist seit Mittwoch ebenfalls gewiss. „Wir sind nah am Abbruch der Saison“, meint auch Stephan Bothe, Spieler im Verbandsligateam. „Selbst wenn erste Lockerungen kommen sollten, sind wir noch lange nicht soweit, den Spielbetrieb fortzuführen.“ Bothe rechnet in den nächsten Tagen mit weiteren Entscheidungen der Fachverbände. Der Handballverband hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht und die Saison bereits vor einigen Wochen ad acta gelegt.

Beim SC Reckenfeld ist im Sommer vergangenen Jahres die neu formierte Kegelmannschaft furios in die Zweite Bundesliga gestartet. Ein Muster ohne Wert, soviel ist mittlerweile klar. SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen findet die Gesamtsituation „sehr traurig.“ Er hofft auf eine stufenweise Rückkehr zum gewohnten Sportbetrieb.

Dazu passen auch Forderungen des Landessportbundes (LSB) NRW auf dem Tisch. Der LSB fordert ein einheitliches Vorgehen für den Kinder- und Jugendsport in Kitas, Schulen und Vereinen und hat in dieser Woche ein Stufenmodell präsentiert. Ein Vorgehen, das bei den Vereinsvertretern auf Zustimmung stieße. Stephan Bothe: „Man muss sich vor allem Gedanken machen, wie man den Kindern und Jugendlichen eine Perspektive gibt.“ Das sieht auch Werner Jacobs, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, so. Er befürwortet eine Verbindung zu Regelungen im Schulbetrieb. Und: „Ein Stufenplan, der sich an Inzidenzwerten orientiert, wäre so etwas wie ein Licht am Ende des Tunnels“, meint Jacobs.

Bothe betont: „Der Sport braucht eine Perspektive.“ Vor allem im Hinblick auf die Mitglieder. Noch scheint die Verbundenheit zum Verein trotz monatelangen Stillstandes groß. Vereine wie der TVE, der SC 09 und die DJK verzeichnen keine Austrittswellen. Gleichwohl gibt es Einbußen, wie Andrew Termöllen berichtet: „In der zweiten Welle verzeichnen wir mehr Kündigungen.“

Gleichwohl werden Bemühungen, Alternativen anzubieten, offenbar anerkannt. „Unsere Online-Angebote werden gut wahrgenommen“, berichtet Frank Simon. „Ich glaube, die Stimmung ist trotz der angespannten Situation ganz gut“, so der TVE-Vorsitzende. Auch er glaubt, dass sich die Sportler weiterhin in Geduld üben müssen. „Ab Ostern könnte schrittweise wieder etwas gehen“, lautet seine Prognose.

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