Imke Noetzel: Die Torhüterin mit der goldenen Stimme
„I‘m so lo-o-o-onely. . .“

Greven -

Imke Noetzel hat einen ungewöhnlichen Berufswunsch. Die 18-Jährige hofft auf ein Gesangsstudium. Im Tor der 09-Handballerinnen steht Noetzel zudem und macht auch dort eine gute Figur.

Montag, 08.03.2021, 16:12 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 16:19 Uhr
Imke Noetzel strebt ein Gesangsstudium an – die glockenklare Stimme passt schon mal.
Imke Noetzel strebt ein Gesangsstudium an – die glockenklare Stimme passt schon mal. Foto: Imke Noetzel

Justin Bieber – klar, den kanadischen Mädchenschwarm kennt nicht nur das jüngere Semester. Den Namen dürften auch die älteren Grevener schon mal gehört oder gelesen haben – vielleicht sogar im Zusammenhang mit der Musik, die Bieber weltweit berühmt gemacht hat. Aber kennen Sie auch Imke Noetzel? Die steht zwar „nur“ im Tor der Grevener Handball-A-Jugend und trifft in dieser Funktion nicht unbedingt auf ein internationales Publikum, doch den musikalischen Vergleich mit Bieber muss die 18-Jährige nicht scheuen.

Sie peilt in naher Zukunft ein Gesangsstudium an einer etablierten Deutschen Hochschule an. Quasi zu den Bewerbungs-Unterlagen gehört eine Cover-Version des Bieber-Hits „Lonely“. Und ganz ehrlich: chartreif ist die Version Noetzels allemal.

Davon können sich Musik-Interessierte gerne auf Facebook überzeugen, auf der die junge Grevenerin ihre „Lonely-Version“ hochgeladen hat. Wer mag, kann die aufgeweckte 18-Jährige sogar bei ihrem Studium-Wunsch unterstützen. Je mehr Klicks die 09-Handballerin bekommt, desto besser stehen die Chancen bei der einen oder anderen Universität, die die Social-Media-Präsenz ihrer Kandidaten mittlerweile in die Benotung mit einfließen lassen.

Doch soweit ist es noch nicht. Aktuell paukt Imke Noetzel Theorie und macht sich schlau in so Dingen wie Musik-Pädagogik und Harmonie-Lehre – viel mehr ist in Zeiten von Corona und Co. einfach nicht möglich. Genau so wenig wie Handball spielen übrigens.

Das Interesse für den Sport – und für die Musik – es wurde bei Imke Noetzel früh geweckt. In der zweiten Grundschulklasse begann die junge Schülerin in etwa zeitgleich mit dem Handball auch Gitarre zu spielen. Der Gesang gehörte da noch eher zu den nebensächlichen Pflichtaufgaben – doch der Schülerin bereitete er viel Freude. Und die glockenklare, aber auch weiche und goldgelbe Stimmfarbe fand auch am Grevener Augustinianum schnell Zuhörer. Und Förderer. So hatte Musiklehrer Hendrik Tavenkorn das Talent Noetzels schnell entdeckt, gemeinsam mit der neu gegründeten Mittelstufen-Gang sammelte die Ex-Gymnasiastin erste Bühnenerfahrung. „Das hat einfach viel Spaß gemacht. Wir haben dann auf Schulfesten unsere eigenen Songs gespielt, oder auf Silberhochzeiten. Das war voll cool und hat mich gepusht“, wurde aus einem Hobby eine Leidenschaft – und nun ein handfester Berufswunsch.

Nach dem erfolgreichen Schulabschluss am Augustinianum sollte 2020 eigentlich ein einjähriger USA-Aufenthalt folgen, doch Corona hatte etwas dagegen. Ersatzweise plante Imke Noetzel ein Praktikum in Berlin, doch wegen der hohen Covid-Zahlen wurde auch daraus nichts. Dann also wieder ab nach Hause – Bewerbungen vorbereiten für renommierte Universitäten in Köln, Hannover, Paderborn, Münster, Osnabrück oder auch Mannheim. Ziel: Ein Studium im Fach Jazz/Popmusik mit dem Hauptfach Gesang bzw. Singer-Songwriter.

Ob es klappt mit einem der begehrten Plätze? Imke Noetzel sieht die Sache – natürlich – sportlich. „Ich versuche es an vielen Unis. Auf vielleicht 15 freie Plätze kommen meist über 100 Bewerber. Im Sommer weiß ich mehr“, sagt die Grevenerin, die normale Unterlagen wie etwa einen Lebenslauf beibringen muss, aber auch eine Handy-Aufnahme mit einer ungeschnittenen Gesangsprobe. Bei einem positiven Bescheid geht es dann in die zweite Bewerbungs-Runde und einem echten Live-Vorspiel.

Das ist dann fast wie bei einer echten Casting-Show, wobei der 18-Jährigen schon bewusst ist, dass es ein langer und steiniger Weg bis zu einer echten Bieber-Karriere werden kann – wenn er überhaupt gelingt. Doch auch der kanadische Teenie-Star gelangte seinerzeit über das Internet zu einer beeindruckenden Popularität – es gibt eigentlich keinen Grund, warum das Imke Noetzel nicht gelingen sollte. „Es ist doch so, dass ich es versuchen muss, sonst fragt man sich später: was wäre gewesen, wenn. . .“

Außerdem unterstützt Familie Noetzel die 18-Jährige nach Kräften und steht voll hinter dem Berufswunsch. Sollte es dann doch nichts mit einer Gesangs-Karriere werden, soll ein Studium im Bereich Kommunikation als Plan B reifen. Zudem will Imke Noetzel natürlich ihrem zweiten Hobby, dem Handballsport, treu bleiben. Und hier dem SC Greven 09. Und wer weiß: vielleicht hütet in naher Zukunft ja ein echtes Pop-Sternchen das Tor der ersten 09-Damen. Imke Noetzel wäre auch dort alles andere als „lonely“.

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