Erinnerung an Heiner Sprakel
Bekannter Arzt und Sportler

Greven -

Bereits als Jugendlicher war Heiner Sprakel zwischen 1935 und 1942 mehrfach Kreismeister des Landkreises Münster in den Sprintstrecken und im Weitsprung, außerdem Westfalenmeister im leichtathletischen Dreikampf.

Mittwoch, 28.04.2021, 11:00 Uhr
Hubert Wimber überreicht einPokal an Dr. Heiner Sprakel, in der Mitte Fini Kleimeyer
Hubert Wimber überreicht einPokal an Dr. Heiner Sprakel, in der Mitte Fini Kleimeyer Foto: Maximilian Fitting

Heiner Sprakel wurde am 23. März 1925 in Greven als Sohn des Arztes Emil Sprakel und seiner Ehefrau Maria geb. Temming geboren. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg und der Gefangenschaft begann Heiner Sprakel in Bonn mit dem Medizinstudium. Das Staatsexamen und die Promotion erfolgten in Münster. Danach absolvierte er eine sechsjährige medizinische Ausbildung in Gelsenkirchen und in Münster. Im Jahre 1958 ließ er sich als Allgemeinmediziner und Sportarzt sowie als Geburtshelfer bei Hausgeburten in Greven nieder. Er betreute auch das Saerbecker Krankenhaus als Arzt für Geburtshilfe, solange es bestand.

Seit 1934 war Heiner Sprakel Mitglied des SC Greven 09. Im Jahre 1937 wurde er bereits als Zwölfjähriger Westfalen-Meister im leichtathletischen Mannschaftsdreikampf der Schüler in Hamm. Der Grevener Sportlehrer Erich Werner hatte das Talent Sprakels erkannt und ihn dann im Training systematisch gefördert.

Bereits als Jugendlicher war Heiner Sprakel zwischen 1935 und 1942 mehrfach Kreismeister des Landkreises Münster in den Sprintstrecken und im Weitsprung, außerdem Westfalenmeister im leichtathletischen Dreikampf.

Zu ergänzen bleibt, dass Heiner Sprakel auch ein leidenschaftlicher Fußballer war. Er spielte als linker Verteidiger in verschiedenen Jugendmannschaften, ebenso 1945/1946 in der Mannschaft seines Vereins, der es gelang, bis in die Westfalenliga aufzusteigen.

Schon wenige Monate nach Kriegsende nahm er sein Leichtathletik-Training wieder auf. Wieder war sein Trainer der unvergessene Erich Werner, Ehemann der Marianne Werner, die mehrfach deutsche Meisterin im Diskuswurf und im Kugelstoßen und Medaillengewinnerin in diesen Disziplinen bei den Olympiaden in Helsinki und in Melbourne war.

Den jungen Heiner Sprakel führte schon bald sein Medizin-Studium an die Universität Bonn. Neben seinem Studium betätigte er sich auch hier sportlich und nahm an vielen nationalen und internationalen Leichtathletik-Wettkämpfen teil.

Carl Schumacher, der damalige WN-Redakteur in Greven, verfolgte die sportlichen Erfolge Sprakels und teilte sie seinen Lesern/innen in den WN jeweils mit.

Im August 1947 wurde Heiner Sprakel im Müngersdorfer Stadion in Köln deutscher Hochschulmeister über 100 m (10,8 sek.) und in der 4x100 m-Staffel des Bonner FV. Bei den Allgemeinen Westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wuppertal wurde er wenig später Zweiter über 100 m in der gleichen Zeit.

Da war es auch keine Überraschung mehr, dass er 1947 Bonner Hochschulmeister im 100 m-Lauf und im Weitsprung geworden war.

Beim Studentenländerkampf in Köln 1948 gegen eine englische Mannschaft siegte er in 21,9 Sek. über 200 m. Mit dieser Zeit belegte er den 6. Platz in der deutschen Rangliste für 1947. Im Leichtathletik-Länderkampf gegen eine schwedische Studentenmannschaft gelangen ihm im selben Jahre 6,95 m im Weitsprung.

Im Jahre 1949 lief er mit der Bonner 4x100 m-Vereinsstaffel beim Bundessportfest in Bonn beachtenswerte 42,0 Sekunden.

Im Jahre 1951 war Heiner Sprakel an der Uni Münster eingeschrieben und nahm hier an den Hochschulmeisterschaften teil. Am 13. Juli 1951 schrieb Carl Schumacher in den WN: „Heiner Sprakel aus Greven, Student der Medizin im neunten Semester, holte sich im 100 Meter-Lauf, im 200 Meter-Lauf und beim Weitsprung den ersten Platz. Trotz dauernder Gewitterschauer und trotz starken Windes.“

Zwischen 1960 und 1970 war Heiner Sprakel als ehrenamtlicher Ringarzt bei Boxveranstaltungen im Grevener Kolpinghaus und im Deutschen Haus im Ortsteil Reckenfeld für den Grevener Boxsportverein „Faustkämpfer 1952“ tätig.

Und der sportliche Kreis des Heiner Sprakel schließt sich, wenn man weiß, dass er „Deutscher Tennis-Ärztemeister der Senioren“ beim Ärzteturnier in Bad Herrenalb (Schwarzwald) von 1984 wurde.

Von 1983 bis 1987 war Heiner Sprakel Vorsitzender des Tennisclubs „Rot-Weiß Greven“. Tennis spielte er bis ins hohe Alter.

Als Ehrenpräsident des Vereins erhielt Heiner Sprakel am 18. November 2000 im Rahmen des Sportlerballs des Stadtsportverbandes Greven durch den damaligen Stadtverbandsvorsitzenden Prof. Dr. Harald Züchner die Ehrenplakette der Stadt Greven für sportliche Leistungen und Verdienste überreicht. Harald Züchner: „Herr Sprakel hat sich im Sport, für den Sport und um den Sport in Greven verdient gemacht. Er ist ein würdiger Träger der Ehrenplakette.“

Und so liest man im Nachruf von Heiner Sprakel: „Nach seiner aktiven Zeit begleitete er den Sport durch die Übernahme von Ämtern in Vereinen und als Arzt bei Sportveranstaltungen. Sein langjähriges Engagement für den Tennisclub Rot Weiß Greven, unter anderem als Präsident, wurde im Jahre 2010 mit der Ehrenpräsidentschaft gewürdigt. Dem SC Greven hielt er über Jahrzehnte die Treue. Im kommenden Jahre hätte seine Mitgliedschaft 80 Jahre gewährt.“

Darüber darf nicht der Arzt Dr. Heiner Sprakel vergessen werden. In seinem Nachruf heißt es dazu: „Er praktizierte, wie zuvor auch sein Vater und sein Großvater, in Greven als niedergelassener Allgemeinmediziner. Darüber hinaus war er während seiner 37-jährigen Tätigkeit mehr als 25 Jahre Sprecher der Grevener Ärzteschaft und vertrat deren Interessen erfolgreich in ärztlichen Gremien.“

Heiner Sprakel war verheiratet mit Helga-Maria geb. Hartmann. Das Ehepaar hatte drei Söhne. Dr. Heiner Sprakel starb am 28. September 2013 in Greven.

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