Fußball: Landesliga
Gelöste Stimmung im „Lazarett“ des SV Burgsteinfurt

Burgsteinfurt -

Das Lazarett des SV Burgsteinfurt erhielt am vergangenen Sonntag zwar Zuwachs, doch nach dem 3:1-Sieg bei Eintracht Ahaus herrscht gelöste Stimmung vor dem Saisonfinale gegen GW Nottuln.

Montag, 22.05.2017, 14:22 Uhr aktualisiert: 23.05.2017, 11:03 Uhr
Im Wechselbad der Gefühle: Ole Liemann (oben li.) mit einem dicken Kopfverband.
Im Wechselbad der Gefühle: Ole Liemann (oben li.) mit einem dicken Kopfverband. Foto: Thomas Strack

Es war eine verlustreiche Fußball-Schlacht, doch der Einsatz hatte sich gelohnt. Am Ende herrschte beim SV Burgsteinfurt nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg bei Eintracht Ahaus gelöste Stimmung. Es war ein Sieg, der den Stemmertern nun eine realistische Chance eröffnet, den Klassenerhalt in der Landesliga im „Abstiegs-Endspiel“ gegen GW Nottuln am Sonntag noch zu bewerkstelligen.

Die 95 aufreibenden Spielminuten (inklusive Nachspielzeit), die von Kampf, Leidenschaft und großen Emotionen geprägt waren, hatten sich auch in Christoph Klein-Reesinks Seele eingebrannt. Seine Worte klangen geradezu martialisch, als er nach dem Spiel Bilanz zog. „Wir haben keine Spieler mehr, wir laufen auf der letzten Rille. Ich rufe schon jetzt ganz Steinfurt auf, um uns am Sonntag zu unterstützen“, richtete Klein-Reesink einen flammenden Appell an die Fans. Ein bisschen wirkte er wie ein Feldherr inmitten seiner Truppen, deren Reihen sich zwar gelichtet hatten, die aber nicht geschlagen waren. Vor ihm saß Ole Liemann, dessen Stirnverband erahnen ließ, was passiert war. In seinem Aussehen erinnerte er an den Auftritt von Dieter Hoeneß am 1. Mai 1982. An jenem Tag wurde der Angreifer zum Pokalhelden und zu einer Fußball-Legende, weil er den FC Bayern mit einem Kopfverband zum 4:2-Pokalsieg gegen den 1. FC Nürnberg geführt hatte. Auch Liemann und ein Ahauser waren am Sonntag mit den Köpfen zusammengestoßen. Es floss Blut, weil die Lippe des Burgsteinfurters aufgeplatzt war. Zudem hatte sich oberhalb seines Auges ein Hämatom gebildet. Doch angesichts des Spielverlaufes konnte der Defensiv-Allrounder hinterher schon wieder lachen. Gestern ließ Klein-Reesink anklingen, dass der Liemann am Sonntag eine Option sein könnte: „Sein Auge war zugeschwollen, doch ich bin guten Mutes, dass Ole gegen Nottuln dabei ist.“

In Ahaus musste Liemann in 25. Minute ausgewechselt werden. Für ihn kam Thomas Artmann. Dass der etatmäßige Kapitän schon wieder bereit für einen Einsatz war, sorgte unter den SVB-Fans durchaus für Erstaunen – und für Erleichterung. Artmann konnte zuletzt aufgrund einer Viruserkrankung weder spielen noch trainieren. Doch am Sonntag stellte er sich in den Dienst der Mannschaft – und demonstrierte, wie wichtig er für diese ist; nicht nur wegen seines Treffers zum 3:1.

Im Gegensatz zu Artmann und Liemann wird Armin Omerovic gegen Nottuln wohl passen müssen. In Ahaus musste er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. „Vermutlich ist es ein Muskelfaserriss“, sagte Omerovic, als er humpelnd und gesenkten Hauptes vom Rasen schlich. Als er ausschied, übernahm der eingewechselte Kevin Behn den Part des Stoßstürmers, während Alexander Hollermann auf den rechten Flügel auswich. Es war nicht die schlechteste Maßnahme, denn der laufstarke Angreifer, der im Ahauser Stadtparkstadion trotz sommerlicher Temperaturen nicht kaputtzukriegen war, erzielte die ersten beiden Treffer. „Mit Armin wird das wohl nichts am Sonntag, das ist eine muskuläre Geschichte“, mutmaßt der SVB-Trainer.

Auch Max Moor hatte einen Schlag auf den Fuß erlitten. Doch der Innenverteidiger dürfte am Sonntag dabei sein. Das gilt auch für Nico Schmerling, der nach der Gelb-Roten Karte aus dem Emsdetten-Spiel eine Spielsperre abgesessen hatte. Er wird beim Saisonfinale auflaufen. Das wird auch erforderlich sein. Klein-Reesink: „Gegen Nottuln wird es noch einmal brutal schwer.“

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