Fußball: Westfalenliga
Kein Bangemachen am Ballermann

Neuenkirchen -

Beim Oberligisten SuS Neuenkirchen hängt nach dem Abstieg aus der Oberliga die Zukunft offenbar am seidenen Faden. Noch steht nicht definitiv fest, ob der Verein sein Startrecht in der Westfalenliga in der kommenden Saison wahrnimmt.

Donnerstag, 08.06.2017, 13:56 Uhr
Malte Nieweler (re.), hier gegen den Münsteraner Sebastian Mai, will mit seinen Teamgefährten vom SuS Neuenkirchen den „Betriebsunfall“ Oberliga-Abstieg reparieren.  
Malte Nieweler (re.), hier gegen den Münsteraner Sebastian Mai, will mit seinen Teamgefährten vom SuS Neuenkirchen den „Betriebsunfall“ Oberliga-Abstieg reparieren.   Foto: Jürgen Peperhowe

Der Aufbruchstimmung von Nico Haverkamp und Co. zum Trotz: Die Westfalenliga-Zukunft des SuS Neuenkirchen hängt am seidenen Faden. Zumindest scheint sie das, schenkt man den Worten Glauben, die rund um das Kreispokalfinale am vergangenen Freitag in Altenrheine kursierten. Verbandsvertreter bestätigten Gedankenspiele von SuS-Offiziellen, die 1. Mannschaft nach dem Oberliga-Abstieg nicht für die Westfalenliga zu melden. Der Grund: Die Klasse sei zu unattraktiv, die Reisekosten dabei ähnlich hoch wie in der Oberliga. In diesem Fall würde der SuS als erster Absteiger feststehen und die Liga mit 17 Vereinen an den Start gehen.

Da es Neuenkirchen aber verpasste, sich vor Fristablauf um eine Startberechtigung für die Landesliga zu bemühen, hätte der Zwangsabstieg weitreichende Konsequenzen: In diesem Fall würde es nur mit der 2. Mannschaft in der Bezirksliga weitergehen, während die „Erste“ formell für eine Saison vom Spielbetrieb abgemeldet wäre.

Doch so weit muss es nicht kommen: Nach dem Schock des Last-Minute-Abstiegs aus der Oberliga prüfen die Verantwortlichen im Förderverein verschiedene Szenarien. Ex-Vorsitzender Werner Kreimer setzt auf Zeit und kann den Westfalenliga-Verzicht nicht bestätigen. „Wir haben am Dienstagabend zusammengesessen und müssen noch einige Posten besetzen. Wir sind in der Findungsphase.“ Hintergrund ist, dass sich Kreimer aus dem Sponsorenpool, in dem er von 1993 bis 2009 als Vorsitzender saß, mit Konrad Berning verabschiedet. Ihr Rückzug hätte unweigerlich auch finanzielle Auswirkungen, wenngleich das Kreimer offenlässt: „Ich würde gegebenenfalls noch weitermachen.“ Das sei aber nicht zuletzt davon abhängig, ob sich andere Mitstreiter finden, die den Leistungsfußball am Waldstadion finanziell unterstützen. Die Formel ist so einfach wie unmissverständlich: Ohne Moos nix los! Kreimer, der das klare Zeichen der Mannschaft pro Westfalenliga vernommen hat, hofft, dass es irgendwie weitergeht: „Es ist immer schwer, Leute zu finden, die was machen wollen. Viele haben Angst vor der Verantwortung, haben Kinder und Familie und deshalb wenig Zeit. Es müsste sich eine Gruppe finden, damit man die Lasten auf mehrere Schultern verteilt.“

Die Spieler gehen derweil davon aus, den Schaden nach dem Oberliga-Abstieg in der nächsttieferen Klasse umgehend zu reparieren. Am Mittwoch vergangener Woche traf sich der Kader in Neuenkirchen, um die weitere Zukunft zu besprechen. Dabei habe man, so Nico Haverkamp, einstimmig entschieden, „die ganze Geschichte wiedergutzumachen.“ In der Nacht zu Samstag flogen 25 Spieler und die beiden Trainer Tobias Wehmschulte und Hasan Ürkmez nach Mallorca. Am Ballermann wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und gleichzeitig ein weiterer „Neuzugang“ unter Vertrag genommen: Denn Maximilian Mümken, der vor zwölf Monaten eine Fußballpause einlegte, kehrt beim SuS Neuenkirchen in den aktiven Dienst zurück.

Von den Plänen eines Rückzugs der „Ersten“ will Haverkamp nichts gehört haben. Sein Informationsstand: „Unser Trainer Tobias Wehmschulte hat mit dem Fördervereinschef Wilfried Kösters gesprochen. Von der Seite läuft alles.“

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