Was macht eigentlich . . .
Bei Reinhard Kloppenborg sind die Spieler jünger geworden

Emsdetten/Borghorst -

Markus Cool hat es bis 46 geschafft. Reinhard Kloppenborg war kurz davor, doch dann merkte der ehemalige Trainer von Preußen Borghorst, dass „es schwierig wird, Schritt zu halten, wenn man die Vier vorne hat“. Anders als sein ehemaliger Teamkollege von Borussia Emsdetten, der mit 46 Jahren noch bei Matellia Metelen kickte, hat Kloppenborg seine Einsätze bereits bei den Preußen in einem überschaubaren Rahmen gehalten.

Freitag, 16.06.2017, 14:19 Uhr aktualisiert: 19.06.2017, 14:29 Uhr
Als junger Spieler (rundes Bild) hatte er äußerlich was von Ansgar Brinkmann. Charakterlich ist Reinhard Kloppenborg, der hier gerade von seiner laufbegeisterten Frau beim Cross in Burgsteinfurt ein Foto schießt, ein eher ruhiger und zurückhaltender Mensch.
Als junger Spieler (rundes Bild) hatte er äußerlich was von Ansgar Brinkmann. Charakterlich ist Reinhard Kloppenborg, der hier gerade von seiner laufbegeisterten Frau beim Cross in Burgsteinfurt ein Foto schießt, ein eher ruhiger und zurückhaltender Mensch. Foto: Günter Saborowski

Markus Cool hat es bis 46 geschafft. Reinhard Kloppenborg war kurz davor, doch dann merkte der ehemalige Trainer von Preußen Borghorst, dass „es schwierig wird, Schritt zu halten, wenn man die Vier vorne hat“. Anders als sein ehemaliger Teamkollege von Borussia Emsdetten, der mit 46 Jahren noch bei Matellia Metelen in der Kreisliga A kickte, hat Kloppenborg seine Einsätze bereits bei den Preußen in einem überschaubaren Rahmen gehalten. Als Spielertrainer hatte ihn Werner Dirkes, Preußens damaliger Sportlicher Leiter, sowieso nicht geholt.

Echte Probleme, dass sein Körper die sportliche Belastung beim Fußball nicht mehr mitmachen würde, hatte Kloppenborg nie: „Höchstens mal orthopädischer Art, bisschen was am Knie, mal was am Mittelfuß“, blieb der Emsdettener von Kreuzbandrissen oder Meniskusverletzungen verschont. Dabei spielte er in all‘ seinen Vereinen auf einer relativ exponierten Position: „Ich war immer Angreifer, aber in der Regel nur der Vorbereiter, keineswegs der Killer vor dem Tor. Aber ich erinnere mich, dass vor allem Kora (Dirk Koralewski, Anm. d. Red.) davon profitiert hat. Viele Tore habe ich nicht geschossen, vielleicht um die zehn pro Saison“, sagt der Mann, den man als „Klopfer“ kennt. Was keineswegs damit zu tun hat, dass Kloppenborg den Brutalo-Kick liebt, sondern auf Walt Disney und seinen Film „Bambi“ zurückzuführen ist. „Es gab mal eine Comicfigur, die so hieß“, erklärt er und ergänzt, „den Spitznamen habe ich aber nur unter den Fußballern“.

Seine erste Station als Trainer war Borussia Emsdetten. Kloppenborg hatte dort als Co von Hans-Dieter Jürgens eine Menge gelernt und ihn dann als hauptverantwortlicher Übungsleiter bei Borussia beerbt. Mittlerweile ist der Westfalenmeister von 1986 – Kloppenborg, nicht Jürgens – im Jugendbereich angekommen und coacht in der nächsten Spielzeit die A1 von Borussia Emsdetten. Mit Trainerschein sogar, denn den hat der ehemals blonde Außenstürmer erst im vorigen Jahr gemacht. „Damals habe ich das verpasst, weil ich nicht unbedingt damit gerechnet habe, Trainer zu werden. Und dann kam immer irgendwas dazwischen.“ Beruf, Familie, Kinder – alles Argumente, die ein Herauszögern der Trainerlizenz scheinbar unumgänglich machten. Jetzt hat er den Schein in der Tasche. Und diese B-Lizenz kann für die Betreuung einer Mannschaft, die vor kurzem noch um den Aufstieg in die Junioren-Westfalenliga spielte, auf keinen Fall schädlich sein.

Kloppenborgs Einstieg beim Borussia-Nachwuchs kam jedoch nicht von ungefähr. „Ein ehemaliger Mitspieler, Jochen Albers, brauchte für die B-Jugend, in der sein Sohn spielte, noch einen zweiten Mann. So bin ich da reingerutscht, denn das sind alles sehr talentierte Jungs. In der A-Jugend sind sogar einige Steinfurter dabei“, erzählt der Vater zweier Töchter, die mit Fußball nichts zu tun haben, von seinem Einstieg in den Nachwuchsbereich. Und der dürfte mal wieder zeitintensiv sein: „In der Altersklasse gibt es wenig Unterschied zum Seniorenbereich. Allein die Auswärtsfahrten nach Detmold oder Espelkamp kosten Zeit, und natürlich die Trainingsvorbereitung“, macht der Emsdettener keine halben Sachen.

Ich war immer Angreifer, aber in der Regel nur der Vorbereiter.

Reinhard Kloppenborg
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