Fußball: Altherren
Hans-Dieter Puls schlägt Alarm

Kreis Steinfurt -

Die Fußballvereine melden immer weniger Mannschaft für die Kreismeisterschaft der Altersklassen Ü 32 und Ü 40. Das ist ein Problem, das die Kreisverantwortlichen so nicht länger hinnehmen wollen. Deshalb gibt es Überlegungen, den Wettbewerb aufzuwerten.

Mittwoch, 12.07.2017, 17:29 Uhr aktualisiert: 12.07.2017, 17:31 Uhr
Langenhorsts Heiner Hoffstedde (2.v.r.) vermutet, dass die Kreismeisterschaften für viele Kicker zu zeitintensiv sind. Hans-Dieter Puls überlegt, wie die Wettbewerbe wieder gestärkt werden können.
Langenhorsts Heiner Hoffstedde (2.v.r.) vermutet, dass die Kreismeisterschaften für viele Kicker zu zeitintensiv sind. Hans-Dieter Puls überlegt, wie die Wettbewerbe wieder gestärkt werden können. Foto: Thomas Strack/Marc Brenzel

Hans-Dieter Puls schlägt Alarm. „So kann es auf keinen Fall weitergehen“, positioniert sich der Altherren- und Altligaobmann des Fußballkreises Steinfurt. Was ihn massiv enttäuscht, ist das immer stärker nachlassende Interesse der Vereine, ihre Ü-32- und Ü-40-Teams zu den Kreismeisterschaften zu schicken. In beiden Altersklassen nahmen zuletzt jeweils nur sechs Teams an den Titelkämpfen teil. Für Puls Grund genug, eventuell andere Wege zu gehen: „Vielleicht müssen wir darüber diskutieren, daraus eine Pflichtveranstaltung zu machen.“

Dieser Punkt steht auf jeden Fall weit oben auf der Tagesordnung, wenn sich die Altherren-Vertreter der 33 Vereine Ende September in Emsdetten zu ihrer Jahrestagung treffen. „Natürlich kann ich verstehen, dass die Leute heutzutage andere Prioritäten setzen, aber ein Wettbewerb mit wenigstens zehn Mannschaften sollte doch möglich sein“, findet Puls, bei dem seit über zwei Jahrzehnten die Fäden im Altherrenbereich zusammenlaufen.

Einen Fürsprecher hat der 75-Jährige in Josef Exler gefunden, der beim SV Mesum für die Belange der Altherren zuständig ist. Er plädiert dafür, die Vereine stärker in die Pflicht zu nehmen. „Wenn nur sechs Mannschaften bei den Turnieren mitmachen, dann ist der Gewinn der Kreismeisterschaft doch nur ein Titel ohne Wert“, findet Exler.

Wie und was besser gemacht werden kann, darüber will sich der Mesumer mit seinen „Amtskollegen“ Heiko Lugt (Vorwärts Wet­tringen) und Thomas Perrey (Borussia Emsdetten) beraten. Seine Ergebnisse wird das Trio zunächst Puls vorstellen und dann während der Altherrenversammlung präsentieren.

Eines ist Exler aber auch klar: „Altherren-Fußball ist Freizeit-Fußball, und Freizeit ist kein Zwang.“ Das sei eben das Dilemma, vor dem man im Kreis Steinfurt stehen würde. Warum der Stellenwert der Ü 32 und Ü 40 in anderen Regionen Westfalens und vor allem in Niedersachsen ein anderer ist, kann der SVM-Funktionär nicht belegen: „Vielleicht müssen wir da mal etwas genauer rüberschauen?“

Heiner Hoffstedde steht den Altherren der SpVgg Langenhorst/Welbergen vor. Einer Abteilung, die zu den aktiveren im Kreisgebiet zählt, sich aber vorwiegend auf die einzelne Spiele konzentriert. „Turniere sind für die wenigsten von uns interessant. Im Prinzip sind es immer nur die gleichen fünf, sechs Mann. Wenn das nicht gewollt ist, renne ich da nicht mehr hinterher“, berichtet Hoffstedde.

Warum die Kreismeisterschaften auf wenig Gegenliebe stoßen, liegt für den Ochtruper auf der Hand: „Das sind Events, an denen du länger als zwei, drei Stunden unterwegs bist. Das sitzt angesichts von Beruf und Familie für viele einfach nicht mehr drin. Die Generation meines Vaters hatte da vielleicht noch andere Freiheiten und eine größere Motivation.“

Ob ein vielleicht neuer Modus oder sogar eine Pflichtteilnahme eine Lösung sein könnten, kommt am 29. September auf den Tisch. Bei den jährlichen Versammlungen, so Exler, seien eigentlich fast alle Vereinsvertreter vor Ort. Und das stimmt auch Hans-Dieter Puls zuversichtlich, dass der ins sportliche Koma gefallene Patient „Kreismeisterschaft“ wiederbelebt werden kann.

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