Mi., 21.02.2018

Fußball: Landesliga Klein-Reesinks Begegnung mit der Vergangenheit

Christoph Klein-Reesink kehrt am Sonntag mit dem SV Burgsteinfurt zu seinem Ex-Club Borussia Emsdetten zurück.

Christoph Klein-Reesink kehrt am Sonntag mit dem SV Burgsteinfurt zu seinem Ex-Club Borussia Emsdetten zurück. Foto: Thomas Strack

Burgsteinfurt - 

Mit Borussia Emsdetten erlebte Christoph Klein-Reesink Ende der 1990er Jahre seinen sportlichen Aufstieg. Am Sonntag kehrt er als Trainer des SV Burgsteinfurt an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück.

Von Heiner Gerull

Da gibt es keinerlei Zweifel: Christoph Klein-Reesink ist mit Leib und Seele Trainer des SV Burgsteinfurt. Doch liegt es in der Natur der Sache, dass ein Herz auch an dem Verein hängt, mit dem ein Sportler große Erfolge gefeiert hat. Klein-Reesink erlebte bei Borussia Emsdetten die „goldene Zeit“, in der er es fast bis in die Oberliga geschafft hat.

Keine Frage – es waren Erfahrungen, die prägen. Sie bleiben für immer in Erinnerung. Am Sonntag kommt es für den 41-Jährigen zu einer Begegnung mit dieser Vergangenheit. Denn ab 15 Uhr gastiert er mit dem SVB bei Spitzenreiter Borussia – vor­ausgesetzt, der angekündigte Wintereinbruch macht dem Wiedersehen keinen Strich durch die Rechnung.

„Sicherlich waren das Jahre, an die ich gerne zurückdenke. Ich bin dankbar für diese Zeit“, sagt Klein-Reesink rückblickend. Es waren die sportlichen Perspektiven, die den Burgsteinfurter im zweiten Jahr als C-Junior nach Emsdetten gelockt hatten. Im gesamten Kreisgebiet hatte sich herumgesprochen, dass Borussia veranlagten Jugendspielern, die höher hinaus wollten, eine Perspektive bot. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Durchgehend von der C- bis zu den A-Junioren spielte der Verein auf überkreislicher Ebene. Ein Jahrgang klopfte sogar an das Tor zur Westfalenliga.

Klein-Reesink schaffte anschließend den Sprung in die erste Mannschaft, die damals wie heute in der Landesliga spielte. „Auch wenn ich mich im ersten Halbjahr noch hintenanstellen musste – im zweiten Halbjahr habe ich dann den Durchbruch geschafft“, erinnert sich der Blondschopf. Er war nicht der einzige, der sich einen Stammplatz erkämpft hatte. Denn der damalige Emsdettener Trainer Hans-Dieter Jürgens vermochte das Potenzial, das ihn aus der Jugend anvertraut wurde, auszuschöpfen und zu nutzen. Einer, der mit Klein-Reesink den sportlichen Höhenflug maßgeblich prägte, war Roland Westers, der heutige Trainer des Clubs vom „Teekotten“.

Die jugendliche Sturm- und Drangzeit führte die Emsdettener Rasselbande 1997 in die Verbandsliga, und nur zwei Jahre später verpasste der Club in einem denkwürdigen Saisonfinale durch eine 0:1-Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den SV Rotthausen den Aufstieg in die Oberliga. 5000 Zuschauer lockte dieses Spiel damals nach Dülmen.

Die Oberliga lernte Klein-Reesink später mit dem FC Eintracht Rheine kennen und mit Eintracht Nordhorn sogar die Regionalliga. Doch die Zeit bei Borussia erlebte er am intensivsten. „Wir stehen noch in Kontakt mitein­ander“, verkündet „Reese“. Der digitale Fortschritt hilft bei der Pflege dieser Verbindungen; „Whats­App“ macht es möglich.

Sicherlich ruht am Sonntag diese Freundschaft; zumindest für 90 Minuten. Denn der SV Burgsteinfurt ist nach der 1:3-Niederlage gegen Viktoria Heiden stark unter Zugzwang geraten. Doch anschließend werden alte Erinnerungen wachgerufen. „Ich werde nie ein schlechtes Wort über diesen Verein äußern“, sagt „Reese“. Man mag es ihm glauben.



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