Di., 22.05.2018

Fußball: Kreisliga A Steinfurt Horstmarer Feierbiester starten den Partymarathon

Der Schlusspfiff der Partie war der Startschuss zum Partymarathon. Trainer Andre Rodine sprach von einem verdienten Titelgewinn.

Der Schlusspfiff der Partie war der Startschuss zum Partymarathon. Trainer Andre Rodine sprach von einem verdienten Titelgewinn. Foto: Jan Gudorf

Horstmar - 

Der TuS Germania Horstmar hat sich die Meisterschaft in der A-Liga gesichert. Das wurde am Pfingstmontag entsprechend gefeiert. Doch noch ist die Saison nicht beendet, denn am Sonntag wartet noch ein ganz besonderes Spiel auf den Champion.

Von Jan Gudorf

Manchmal passen die Dinge einfach zusammen: 3:2 nach Rückstand im Sepp-Herberger-Stadion. 64 Jahre nach dem „Wunder von Bern“ machte der TuS Germania Horstmar sein eigenes Meisterstück perfekt. Als der Schlusspfiff den Sieg beim TuS St. Arnold besiegelte, verwandelte sich die Mannschaft in eine laute, hüpfende Jubeltraube.

Dass der Pfingstmontag für Germania zu einem echten Feiertag wurde, lag auch an Verfolger Grün-Weiß Rheine, der zuvor in Emsdetten (1:1) gepatzt hatte. Horstmars Spieler erfuhren von ihrem Glück allerdings erst in der Halbzeitpause. „Der Trainer hat es uns in der Kabine gesagt. Danach waren wir noch motivierter, weil wir die Sache klarmachen wollten“, lobte Sebastian Wehrmann Andre Rodine für dessen Entscheidung.

Auf dem Feld war es dann Dennis Behn, der seinem Team mit einem kuriosen Freistoß zum 2:1 den Weg ebnete. „Ich habe den Schiedsrichter gefragt, ob ich schon schießen darf. Er hat ‚Ja‘ gesagt, also habe ich geschossen“, erklärte der Spielmacher, der St. Arnolds Torwart verdutzt dreinschauen ließ.

Dass es trotz des 3:1 durch Doppelpacker Daniel Smith am Ende eine Zitterpartie wurde, spiegelt ein Stück weit die Saison des TuS wider. „Wir hatten immer wieder unsere Hänger“, blickte Rodine zurück, „aber am Ende war keiner besser als wir. Unter den Mannschaften da oben waren wir immer noch die konstantesten.“ Ein Blick aufs Zahlenwerk unterstützt diese Ansicht. Nur an vier Spieltagen lag die Germania nicht auf einem der ersten beiden Plätze. Sie ist mit großem Abstand bestes Rückrundenteam (31 Punkte), hat die beste Offensive der Liga (77 Tore) und gewann starke elf von 15 Auswärtsspielen.

Darunter der 3:1-Erfolg beim ärgsten Konkurrenten aus Rheine Mitte April. „Danach wussten wir, dass die Chance tatsächlich da ist“, erklärte der von Bierduschen durchnässte Rodine nach dem Spiel. Ursprünglich wollte der Coach, der seit November 2015 im Amt ist, mit seiner Mannschaft lediglich besser abschneiden als Platz vier aus der Vorsaison. Damit der nächste Anlauf in der Bezirksliga besser verläuft als die Abstiegssaison 2015/16, „müssen wir uns auf dem Feld mehr Lösungen erarbeiten“, warf Rodine bereits einen kleinen Blick voraus, bevor er abwiegelte: „Aber darum kümmern wir uns in der Vorbereitung.“

Denn taktische Anweisungen wären bei seinen Jungs zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr angekommen. Spätestens jetzt hatte sich die Partystimmung der Zweitvertretung, die sich bereits als Meister der C-Liga feierte, auf die erste Mannschaft übertragen. „Die Nummer eins im Kreis sind wir“, schallte es nicht zu Unrecht über den Platz.

Eine nicht ganz unbedeutende Mission hat der TuS in dieser Saison aber noch, schließlich bietet sich am Sonntag gegen Westfalia Leer die Möglichkeit, sich für die Hinspielpleite (0:1) zu revanchieren. „Wir werden schauen, in welchem Zustand wir am Sonntag sind und dann die Spieler mit dem geringsten Alkoholgehalt im Blut aufstellen“, äußerte Rodine leichte Sorgen, um dann doch noch eine Kampfansage hinterherzuschicken: „Zwei Derbys in einer Saison wollen wir nicht verlieren!“



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