Mo., 11.06.2018

DFB-Funktionärin Marianne Finke-Holtz 40 Jahre beim SC Preußen Borghorst Frau der ersten Stunde

Großer Bahnhof: Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Rotterdam (re.) und Jürgen Petersen überreichen Marianne Finke-Holtz (2. von re.) im Beisein von Mannschaftsvertreterin Jana Petersen einen Spielball für das Abteilungsjubiläum.

Großer Bahnhof: Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Rotterdam (re.) und Jürgen Petersen überreichen Marianne Finke-Holtz (2. von re.) im Beisein von Mannschaftsvertreterin Jana Petersen einen Spielball für das Abteilungsjubiläum. Foto: Preußen Borghorst

Borghorst - 

Im familiären Rahmen ihres Heimatvereins SC Preußen Borghorst wurde Marianne Finke-Holtz geehrt. Doch ihr Wirken spiegelt sich auch auf regionaler und nationaler Ebene wider.

Von Heiner Gerull

Als hätte nicht allein schon das 40-jährige Bestehen der Frauen- und Mädchenfußballabteilung im SC Preußen Borghorst Anlass zum Feiern gegeben, rückte beim Festakt eine Frau in den Mittelpunkt, die sich in besonderer Weise um den Verein verdient gemacht hat: Marianne Finke-Holtz.

Vor 40 Jahren war sie dabei, als einer kleinen Gruppe fußballbegeisterter Mädchen beim SCP eine sportliche Heimat gegeben wurde. Obwohl es Finke-Holtz später als Ausschuss-Mitglied des Deutschen Fußball-Bundes bis in die höchsten Sphären der Verwaltungshierarchie schaffte, hat sie die Entwicklung des Frauen- und Mädchenbereichs ihres Heimatvereins SC Preußen nie aus den Augen verloren. „Hier bin ich groß geworden, habe auch gegen Widerstände sehr erfolgreiche Entwicklungen vorangetrieben und viele tolle, langjährige Freundschaften geschlossen – das prägt für´s Leben“, sagt die Vizepräsidentin des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW).

Dass sie nie die Bodenhaftung verloren hat, mag mit ein Grund dafür sein, dass sie nun auf höchster Ebene die Interessen des Frauen- und Mädchenfußballs vertritt. Bei ihrem Heimatverein Preußen Borghorst wissen sie das zu schätzen. Aus diesem Grund überreichten der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Rotterdam und Vorstandsmitglied Jürgen Petersen Finke-Holtz die goldene Vereinsnadel für 40-jährige Mitgliedschaft beim SC Preußen. In seiner Ansprache machte Rotterdam deutlich, dass die Geschichte und Entwicklung der Borghorster Frauen- und Mädchenfußballabteilung unzertrennbar mit dem Namen von Marianne Finke-Holtz verbunden ist. Als Mit-Gründerin der Mädchenfußballmannschaft im Jahre 1978 war sie von Beginn an bis heute dabei. Und die Jubilarin hat nie vergessen, wo ihre Wurzeln liegen. Angesteckt von der Begeisterung über die Fußball-WM 1978 in Argentinien las sie in der Tageszeitung eine Annonce, in der Mitglieder zwecks Gründung einer Mädchenmannschaft in Borghorst gesucht wurden.

„Damals war es schwer, überhaupt Gegner zu finden“, erinnert sich Finke-Holtz. „Ich weiß noch, dass wir mal in Darfeld und auch mal in Langenhorst gespielt haben. Aber sonst gab es nicht viel.“ Zu den Pionieren des Borghorster Mädchenfußballs gehörte auch Jürgen Lütkehaus. Der heutige Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses war damals Trainer.

Später rückte Marianne Finke-Holtz an seine Stelle. Im Laufe der Jahre war sie in doppelter oder dreifacher Funktion als Spielerin, Juniorinnen-Trainerin oder Vorstandsmitglied beim SC Preußen tätig. 25 Jahre, von 1990 bis 2015, war sie Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin der Frauen- und Mädchenfußballabteilung. Als Spielerin hat sie den rasanten Aufstieg von der Kreisliga bis zur Regionalliga aktiv miterlebt und seit 2003 auch die Erfolge des Ü-Teams mitgefeiert.

Mittlerweile hat sich Finke-Holtz weit über die Borghorster Fußball-Grenzen hin­aus auch einen Namen in Sachen Frauenfußball gemacht. Sie ist in verschiedenen Gremien und Ebenen des deutschen Fußballverbandes ehrenamtlich aktiv.

Seit 2013 ist sie als Spielleiterin der Frauen-Regionalliga West als Präsidiumsmitglied des Westdeutschen Fußball-Verbandes für den Spielbetrieb der 3. Frauen-Spielklassenebene verantwortlich. Zudem ist die Borghorsterin im DFB-Ausschuss Frauen- und Mädchenfußball (AFM) in Frankfurt im Einsatz. Gerissen hat sie sich um die Ämter nie. „Ich wurde gefragt“, sagt sie. Dass sie stets erste Ansprechpartnerin war und ist, hat mit ihrer Vita zu tun. Denn im Fußball ist es wie im beruflichen Leben: Gefragt sind Experten, die aus der Praxis kommen und ihr handwerkliches Rüstzeug von der Pike auf gelernt haben. In dieser Hinsicht kann Finke keiner etwas vormachen.

Die gelernte Bankkauffrau übt ihren Beruf inzwischen als Teilzeitkraft aus. Darüber hinaus sind ihre Dienste als Sportpsychologin beim FLVW gefragt. Und schließlich ist ihre Präsenz auch beim Westdeutschen Fußballverband und beim Deutschen Fußball-Bund erforderlich. Die vielschichtigen Verpflichtungen gilt es unter einen Hut zu bringen. „Mit dem Auto bin ich in einer Stunde in Kaiserau und in anderthalb Stunden in Duisburg. Und zum DFB nach Frankfurt fliege ich vom FMO. Insofern kommt mir die gute Infrastruktur zugute“, sagt Finke-Holtz. „Trotzdem muss ich mein Leben straff organisieren.“

Eines freilich liegt ihr am Herzen: „Bei meinen vielfältigen, ehrenamtlichen Aufgaben auf Funktionärsebene vom Kreis bis zum DFB sollten wir den Blickwinkel zur Basis nicht zu verlieren.“



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