Mi., 13.06.2018

Fußball: Kreis Steinfurt Vater und Sohn Arning machen Pokalfinale zur Familiensache

Vater und Sohn im Gleichschritt: Louis (l.) und Christoph Arning (r.) führen zusammen mit Schiedsrichter Ramon Pauli die beiden Endspielteilnehmer auf das Feld.

Vater und Sohn im Gleichschritt: Louis (l.) und Christoph Arning (r.) führen zusammen mit Schiedsrichter Ramon Pauli die beiden Endspielteilnehmer auf das Feld. Foto: Marc Brenzel

Leer - 

Für eine Besonderheit haben Christoph und Louis Arning gesorgt. Vater und Sohn waren vom Fußballkreis als Assistenten für das Finale im Frauen-Kreispokal eingeteilt worden. Eine solche Kombination gab es noch nie. Dabei pfeifen die beiden Unparteiischen von Westfalia Leer erst ein gutes halbes Jahr.

Von Marc Brenzel

Der Fußball schreibt schöne Geschichten. Manchmal auch Familiengeschichten. Wie bei den Arnings aus Leer, die unlängst für ein Novum im Kreis gesorgt haben: Beim Pokalfinale der Frauen zwischen der SpVgg Langenhorst/Welbergen und Borussia Emsdetten (3:1) bildeten Vater Christoph und Sohn Louis das Assistentengespann. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es sowas schon mal gegeben hat“, fällt auch Schiedsrichterobmann Jürgen Lütkehaus kein vergleichbares Duo ein.

Dass die beiden Arnings, die übrigens fast genau 30 Jahre trennen, überhaupt ein Endspiel mitleiten durften, spricht für das Vater-Sohn-Gespann. Schließlich pfeifen die beiden erst seit Januar. Und das anscheinend richtig gut.

„23 Partien habe ich bisher gehabt. Ich nehme alles mit, um Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Christoph, einst kopfballstarker Spielmacher von Westfalia Leer. „Aber Assistent zu sein, das ist noch eine ganz andere Hausnummer. Da musst Du alles im Blick haben: Tor-, Außen-, Seiten- und Strafraumlinie. Dann auch noch die Spieler und die Trainerbank. Dass das so fordernd ist, hätte ich früher nicht gedacht.“

An der Schiedsrichterei hat Arning senior viel Freude gefunden. „Das macht mir richtig Spaß. Vor allem, wenn ich die Weggefährten von früher treffe. Damals haben wir uns gegenseitig auf die Schienbeinschoner getreten, heute sind die Trainer und ich pfeife. Da werde ich dann schon mal mit ,Moin, Killi, Du alter Sack begrüßt‘. Den Sack verbitte ich mir aber mittlerweile. Ich bin ja jetzt Schiri“, schmunzelt der 45-Jährige.

Diesen Respekt muss sich sein Sohn Louis noch verdienen, denn mit seinen 15 Jahren verfügt der Schüler noch nicht über so viel Lebenserfahrung wie sein Papa. Doch der Youngster macht sich bestens und hat sich schon mit den Licht- und Schattenseiten im Leben eines Unparteiischen vertraut gemacht: „Für eine Entscheidung wird dir applaudiert, für die nächste kannst du schon wieder ausgepfiffen werden. Da muss man auch mal weghören können“, findet Louis Arning, der bislang vor allem in der C- und D-Jugend zum Einsatz gekommen ist.

Das Pokalfinale war für den Teenager der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn als Referee. „Ein sehr schönes Spiel. Mein erstes Endspiel überhaupt“, hat Arniing junior die Begegnung noch in bester Erinnerung. Obwohl das nicht ganz richtig ist, denn bereits sieben Tage zuvor stand der jüngere der beiden Arnings an gleicher Stätte am Seitenrand, doch da wurde das Frauenfinale zur Pause wegen eines Gewitters abgebrochen und neu angesetzt. „Louis hat damit ein halbes Endspiel mehr als ich“, sieht sich Vater Christoph im Hintertreffen.

Zurück in den eigenen vier Wänden gingen die beiden die Partie noch einmal durch. Ohnehin ist das Schiedsrichterwesen mittlerweile das bestimmende Thema in den Vater-Sohn-Gesprächen. Und dabei hat der „Kleine“ nicht immer die gleiche Meinung: „Mein Vater war Spieler und Trainer und von daher immer schon ein Vorbild für mich. Aber manche Schiedsrichter-Entscheidungen diskutieren wir schon kontrovers.“

Mit seinen 15 Jahren dürfte Louis Arning die besten Jahre als Unparteiischer noch vor sich haben. Aber auch sein Vater verfolgt Ziele. „Vielleicht in die B-Liga aufzusteigen“, schwebt Christoph Arning vor. „Eventuell auch in die Kreisliga A. Aber da müsste ich sonntags um 15 Uhr ran. Das würde mir terminlich nicht so gut passen, denn dann spielt ja schließlich unsere geliebte Westfalia.“



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