Sa., 28.07.2018

Fußball: Kreispokalderby Derbyhitze erst nach Sonnenuntergang

Richtig Intensität kam erst im Laufe der zweiten Halbzeit in die Zweikämpfe (hier Torsten Höing gegen Timo Selker, l.), als sich die Sonne allmählich hinter den Bäumen versteckte.

Richtig Intensität kam erst im Laufe der zweiten Halbzeit in die Zweikämpfe (hier Torsten Höing gegen Timo Selker, l.), als sich die Sonne allmählich hinter den Bäumen versteckte. Foto: Jan Gudorf

Horstmar-Leer - 

In der Liga muss der Ort nach dem Horstmarer Aufstieg vorerst auf das Lokalderby verzichten. Als Ersatz begegneten sich Westfalia Leer und der TuS Germania nun im Kreispokal. Der Derbycharakter war aber erst in der Schlussphase zu spüren.

Von Jan Gudorf

Nach dem letzten Aufeinandertreffen feierten beide Mannschaften ausgelassen: der SV Westfalia Leer den zweiten Derbysieg der Saison sowie Platz vier und der TuS Germania Horstmar die Meisterschaft sowie den Aufstieg. Exakt zwei Monate später hatte nach dem erneuten Duell nur ein Team Grund zum Feiern. In der ersten Runde des Kreispokals schlug Horstmar den Ortsrivalen knapp mit 1:0 (1:0).

Die brisante Partie, die in der Liga vorerst nicht mehr auf dem Plan steht, ließ in der ersten Halbzeit den Derbycharakter vermissen – zumindest auf dem Platz. Bei immer noch heißen Temperaturen agierten beide Teams mit moderatem Mittelfeldpressing und dem Versuch, Ball und Gegner laufen zu lassen. Letztlich neutralisierten sie sich auf diese Weise, weshalb kaum Torraumszenen zustande kamen.

Die einzig gefährliche war gleich drin. Horstmars Neuzugang Tobias Buck spielte die Kugel von der linken Seite ins Zentrum, wo Jannik Oldach den Ball annahm und ihn aus 13 Metern zum 0:1 an die Unterkante der Latte knallte (5. Minute).

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem Knalleffekt. Matthias Hölscher rettete für seinen geschlagenen Keeper mit der Hand kurz vor der Torlinie (52.). Folglich spielte die Westfalia nun in Unterzahl, lag aber weiter nur ein Tor hinten, da Daniel Smith per Strafstoß an Michael Denkler scheiterte.

„Nachdem wir die erste Halbzeit komplett verpennt hatten, war der gehaltene Elfmeter ein Weckruf. Die Unterzahl ist nicht aufgefallen“, sah Thomas Overesch, dass seine Mannschaft nun ihren typischen Kampfgeist zeigte. Auch begünstigt durch die untergehende Sonne störte Leer nun früher. Dadurch gab es mehr Zweikämpfe und in der Konsequenz auch mehr Fouls und derbytypische Nickeligkeiten.

Der TuS tat nicht mehr als nötig, um die Führung zu verteidigen. „Die Überzahl haben wir unfassbar schlecht ausgespielt“, brachte es Andre Rodine auf den Punkt. Die Westfalia bewies Moral und machte Druck, konnte sich aber keine klaren Einschussmöglichkeiten mehr erarbeiten.

SVW : Denkler – Eweler, J. Schulte, M. Hölscher, Hüsing – M. Thiemann, Kestermann, Wewers (57. Raus), Feldkamp (60. Arning, 70. Laumann) – Selker, Joormann.

TuS : Chmieleck – Kortehaneberg, Wehrmann, Höing, A. Berkenbrock – Carvalho – Backhaus (71. D. Behn), Smith, Exner, Buck (87. Kosakowski) – Oldach (46. L. Berkenbrock).

Tor : 0:1 Oldach (5.).

Bes. Vorkommnisse : Rote Karte für Hölscher (SVW, 52.) wegen Verhinderung einer klaren Torchance; Denkler (SVW, 54.) pariert einen Handelfmeter von Smith.

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Es ist ganz nett, dass wir ein Derby jetzt auch mal gewonnen haben.

Andre Rodine

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