Handball: Umfrage
Gespannte Vorfreude

Kreis Steinfurt -

Der Countdown läuft: Donnerstagabend starten die deutschen Handballer in das Weltmeisterschaftsturnier, das in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird. Die Trainer der heimischen Vereine haben ihr Übungsprogramm akribisch dem Spielplan der DHB-Auswahl angepasst. Die Erwartungen an die Nationalmannschaft von Trainer Christian Prokop sind durchaus anspruchsvoll.

Mittwoch, 09.01.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 16:56 Uhr
Volle Kraft voraus: Rückraumspieler Paul Drux startet mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft heute ins WM-Turnier.
Volle Kraft voraus: Rückraumspieler Paul Drux startet mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft am Donnerstag ins WM-Turnier. Foto: Witters

Die Zeit des Wartens hat ein Ende, Deutschlands Handballfans fiebern dem Auftakt der Weltmeisterschaft entgegen. Donnerstagabend ist es endlich so weit. Ab 18.15 Uhr trifft das Team von Bundestrainer Christian Prokop in der Berliner Mercedes-Benz-Arena im Eröffnungsspiel auf die Auswahl Koreas. Auch die heimischen Handballer blicken dem Großereignis, das in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird, mit einigen Erwartungen entgegen, wie eine Umfrage belegt.

Auf jeden Fall ist Flexibilität bei der Trainingsgestaltung gefragt, denn im unteren Leistungssegment wird üblicherweise donnerstags trainiert. „Wir sind allerdings nicht in der Ausgangslage, dass wir eine Einheit ausfallen lassen könnten“, erklärt Trainer Niklas van den Berg in Anspielung an die sportlich prekäre Lage beim abstiegsbedrohten Bezirksligisten TB Burgsteinfurt. Gleichwohl werden er und seine Spieler Anschauungsunterricht nehmen, um dann ab 20.30 Uhr selbst aktiv zu werden.

Die Leistungsstärke der deutschen Mannschaft ist für van den Berg nur schwer einzuschätzen. „Wir haben starke Einzelspieler und sicherlich auch überragende Torhüter. Man muss jedoch abwarten, wie sie als Mannschaft funktionieren.“ Als „kleinen Mitfavoriten“ stuft er die DHB-Auswahl zwar ein. Doch Topfavorit seien eher die Teams aus Frankreich und Dänemark.

Heinz Ahlers bewertet die Rolle des Ausrichters mit Blick auf die WM 2007, als die DHB-Auswahl Weltmeister wurde und im eigenen Land ein „Wintermärchen“ kreierte, grundsätzlich positiv. „Das kann unserer Sportart Auftrieb geben“, sagt der Trainer des SC Arminia Ochtrup. Gleichwohl weiß Ahlers auch, „dass viel davon abhängt, wie unsere Mannschaft abschneidet“. Und dieser Faktor ist für ihn im Vorfeld des Großereignisses kaum kalkulierbar. Eine Prognose vermag er deshalb nicht abzugeben. „Das wäre Kaffeesatzleserei. Freud und Leid liegen eng beieinander, sodass auch die Tagesform entscheiden wird“, glaubt Ochtrups Coach. Geht es um die Topfavoriten, so hat Ahlers Frankreich ganz oben auf seinem Zettel, „und auch die Spanier, die immer eine gute Mannschaft haben, wenn es um etwas geht.“

Jörg Kriens, Trainer des TV Borghorst, wird mit Teilen seiner Kreisliga-Mannschaft das Eröffnungsspiel heute Abend im Burgsteinfurter Kino verfolgen. Anschließend wird trainiert. „Ich hoffe, dass es unsere Mannschaft bis ins Halbfinale schafft. Das könnte dem Handball bei uns einen Push geben“, bringt der TVB-Coach seine Erwartungen auf den Punkt. Auch er räumt Frankreich und Dänemark beste Chancen auf den WM-Titel ein.

Markus Tasche geht davon aus, dass die ersten beiden Spiele gegen Korea und Brasilien kein Problem werden sollten für die DHB-Auswahl. „Das Spiel am Dienstag gegen Frankreich ist dann natürlich ein richtiger Knaller“, sagt der Trainer der SC Nordwalde. Den Kracher gegen den Weltmeister von 2017 und 2015 wollen sich die Nordwalder natürlich nicht entgehen lassen, weshalb Tasche das Training auch verlegt hat. Insgesamt sieht er die Mannschaft von Christian Prokop „gut aufgestellt. Ich hoffe, dass sie diesmal mehr herausholt als zuletzt bei der Europameisterschaft.“

Einen „Kick“ für den breitensportorientierten Handball erhofft sich Ansgar Cordes. Der Trainer der Landesliga-Handballerinnen des TB Burgsteinfurt ist fest davon überzeugt, „dass die deutsche Mannschaft eine bessere Rolle als bei der letzten Europameisterschaft spielen wird“.

Anfang vergangenen Jahres verpasste die DHB-Auswahl die Finalrunde und blieb als Neunter deutlich hinter den Erwartungen zurück. Bei der WM sieht Cordes deutlich bessere Chancen, auch wenn er Frankreich und auch Mitveranstalter Dänemark auf den Favoritenschild hievt. „Die Dänen haben eine relativ alte Mannschaft. Wenn sie es jetzt nicht schafft, einen Titel zu holen, wird sie es nie mehr schaffen.“

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