Fußball: Bezirksliga
SV Burgsteinfurt erwägt Verzicht auf Relegation

Steinfurt/Horstmar -

Noch steht in den Sternen, ob der SV Burgsteinfurt am Saisonende Meister oder Vizemeister wird. Mancherorts wird über die Chance gesprochen, über eine eventuelle Aufstiegsrelegation als Tabellenzweiter in die Landesliga nachzurücken. Der SV Burgsteinfurt ist fest entschlossen aufzusteigen. Dabei allerdings gibt es für den Club wohl nur eine Option.

Montag, 13.05.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 14.05.2019, 13:32 Uhr
Abklatschen würden sich die Burgsteinfurter, hier mit (v. li.) Lars Bode, Jonas Greiwe, Lucas Bahlmann, Alex Hollermann und Max Moor, gerne nach dem letzten Spieltag, wenn es gilt, den möglichen Aufstieg zu feiern. Sollten die Stemmerter hingegen als Zweiter in einer Aufstiegsrelegation „nachsitzen“ müssen, hielte sich die Freude in Grenzen. Der SVB erwägt, auf eine Teilnahme an solch einer Runde zu verzichten.
Abklatschen würden sich die Burgsteinfurter, hier mit (v. li.) Lars Bode, Jonas Greiwe, Lucas Bahlmann, Alex Hollermann und Max Moor, gerne nach dem letzten Spieltag, wenn es gilt, den möglichen Aufstieg zu feiern. Sollten die Stemmerter hingegen als Zweiter in einer Aufstiegsrelegation „nachsitzen“ müssen, hielte sich die Freude in Grenzen. Der SVB erwägt, auf eine Teilnahme an solch einer Runde zu verzichten. Foto: -gs-

Zwei Spieltage vor Saisonende knistert es geradezu vor Spannung in der Fußball-Bezirksliga, Staffel 12. Und als wäre das Szenario nicht schon prickelnd genug, wird das Geschehen in Sachen Auf- und Abstieg von weiteren Unwägbarkeiten überlagert, die außerhalb des Platzes entschieden werden.

Neben der „Causa Germania Horstmar“ tut sich plötzlich ein weiteres Feld auf, das Anlass für reichlich Spekulationen bietet. Bezüglich einer möglichen Aufstiegs-Relegation der Bezirksliga-Zweiten erklärt Christoph Klein-Reesink, Trainer des SV Burgsteinfurt: „Wir überlegen, ob wir diese Runde tatsächlich spielen würden, sollte es dazu kommen.“

Der Trainer des SVB will keineswegs missverstanden werden. Grundsätzlich ist der heimische Fußball-Bezirksligist wild entschlossen, die Chance auf den Aufstieg in die Landesliga wahrzunehmen. Vorzugsweise auf direktem Wege, also über die Meisterschaft, aber weniger gerne über den Umweg Aufstiegsrelegation.

Doch um geradewegs Meister zu werden und aufzusteigen, müsste der SVB den punktgleichen Spitzenreiter SC Altenrheine in den verbleibenden zwei Saisonspielen noch abhängen. Das Burgsteinfurter Restprogramm mit den Spielen gegen Greven 09 und bei Cheruskia Laggenbeck erscheint anspruchsvoller als das der Altenrheiner, die noch auf Arminia Ibbenbüren und BW Aasee treffen.

Die Beweggründe für Klein-Reesinks Ansinnen wurden jüngst beim Gastspiel der Burgsteinfurter in Riesenbeck deutlich. Die Stemmerter sind in diesen Tagen, in denen es um alles oder nichts geht, gefangen in ihrem eng geschnürten Personalkorsett. Zahlreiche Verletzungen haben den Kader ausgedünnt. Hinzu kommt, dass der eine oder andere Akteur aufgrund beruflicher und ausbildungsmäßiger Verpflichtungen bisweilen verhindert ist, was sich vor allem im Trainingsbetrieb bemerkbar macht. Der Personalmangel wirkt sich zwangsläufig auch auf die Punktspiele aus, in denen die Burgsteinfurter angesichts der zahlreichen Ausfälle fast schon auf der letzten Rille laufen. „Wenn wir in einer Aufstiegsrelegation drei Spiele innerhalb einer Woche bestreiten müssten, bekämen wir das kaum hin“, sagt Klein-Reesink.

Nun bleibt abzuwarten, ob sich den Vizemeistern der zwölf Bezirksligen überhaupt noch eine Hintertür öffnen wird, die ihnen Zutritt zur Landesliga verschafft. Am vergangenen Wochenende nämlich hat sich die Lage nicht gerade zugunsten der Vereine aus dem Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) verändert. So stehen in der Regionalliga West mit dem SC Wiedenbrück und dem FC Kaan-Marienborn bereits zwei Absteiger fest, die in die Oberliga Westfalen zurückkehren. Sollte es bei diesen beiden Absteigern aus dem Einzugsbereich des FLVW bleiben, käme es in der Bezirksliga zu einer Aufstiegsrelegation der zwölf Vizemeister, von denen am Ende einer aufsteigt.

Sollte am letzten Saisonspieltag der Regionalliga West jedoch die SG Wattenscheid 09 das „Abstiegsendspiel“ gegen den SV Straelen verlieren und der Bonner SC gleichzeitig punkten, stiege mit dem ehemalige Bundesliga-Club Wattenscheid ein dritter Verein aus dem FLVW in die Oberliga Westfalen ab. In diesem Fall käme es in der Bezirksliga zu keiner Relegation; nur der Meister würde aufsteigen. Platz zwei wäre somit wertlos.

Aus Sicht der heimischen Vertreter bekommt diese Entwicklung insofern „Geschmäckle“, weil im Falle eines möglichen Verzichts des SV Burgsteinfurt der Tabellendritte – und nur der, nicht mehr der Vierte – die Chance bekäme, die Aufstiegsrelegation zu spielen. Diese Regelung ist in der Spielordnung nachzulesen. Und sollte dieser Fall eintreten, käme plötzlich auch der SV Wilmsberg wieder ins Spiel, der zurzeit bekanntlich Platz drei vor dem punktgleichen FC Vorwärts Wettringen behauptet. Wobei die Piggen allerdings die schlechteren Karten gegenüber den Wettringern haben, weil die Wettringer noch ein Spiel mehr als der SVW in der Hinterhand haben.

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