Serie: „Unsere Fanclubs“
Dieses Virus ist unheilbar

Horstmar -

Gegründet kurz nach dem letztmaligen Bundesliga-Aufstieg, müssen sich die Mitglieder des „Schalker-Virus Horstmar“ womöglich bald wieder eine Spielklasse nach unten orientieren. Um die Existenz des Fanclubs braucht sich jedoch niemand zu sorgen, schließlich sind die Mitglieder alle längst unheilbar mit dem Virus infiziert.

Dienstag, 16.02.2021, 15:58 Uhr
Dies ist nur ein kleiner Teil der 165 Mitglieder, die beim Schalker Virus Horstmar eine Heimat gefunden hat und ihrem Club die Treue hält – auch in der zweiten Liga.
Dies ist nur ein kleiner Teil der 165 Mitglieder, die beim Schalker Virus Horstmar eine Heimat gefunden hat und ihrem Club die Treue hält – auch in der zweiten Liga. Foto: FN

Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz sagte einst, Schalke sei wie ein Bazillus, der einen nicht mehr loslässt. Der Begriff „Bazillus“ gefiel den Horstmarer Fans nicht so ganz, die Intention hinter der Aussage jedoch umso besser. Und so entstand am 24. August 1991 der „Schalker-Virus“.

„Es war das erste Revierderby nach dem Wiederaufstieg“, erinnert sich Geschäftsführer Klaus Mensing noch gut. „Wir haben mit 5:2 gewonnen und das in der ehemaligen Vereins-Gaststätte Sunke ausgiebig gefeiert. Mit insgesamt 21 Leuten haben wir dann den Fanclub gegründet.“ Mittlerweile zählt die Anhängerschaft stolze 165 Mitglieder.

Unter anderem die Tatsache, dass sie jedes Heimspiel ansteuern, zeigt, dass sich die Mitglieder wirklich mit dem „Schalker-Virus“ infiziert haben. Neben einer dreitägigen Auswärtstour pro Jahr finden außerdem jährlich Sommer- und Winterfeste statt. „Abgesehen davon haben wir auch manchmal Sonderveranstaltungen mit prominentem Besuch“, freut sich Mensing. „Vor ein paar Jahren war Benedikt Höwedes zu Gast im Vereinsheim der Katharinen. Da waren rund 400 Anwesende. Auch Frank Rost hat uns schon besucht.“

Wichtig ist dem Fanclub jedoch nicht nur Königsblau, denn mit jährlichen Spenden sollen auch die regionalen Vereine gefördert werden. Letzter Nutznießer war beispielsweise die Jugendfeuerwehr Horstmar/Leer. Auch der örtliche Mühlen- und Heimatverein durfte sich bereits über finanzielle Unterstützung von den „Schalkern“ freuen.

Der sportliche Wunsch des Herzensvereins lässt momentan nicht viel Spielraum: „Selbstverständlich der Klassenerhalt, auch wenn es sehr schwer wird. Darüber hinaus sollten wir mal über eine Ausgliederung nachdenken, vor allen Dingen wegen unserer finanziellen Situation“, glaubt Mensing, dass die fußballromantischen Zeiten vorbei sind. Sicher ist jedoch, dass die Fangemeinde auch bei einem Schalker Abstieg bestehen bleibt: „Wir haben unseren Verein nicht gegründet, um nur in der Bundesliga dabei zu sein. Dann wären wir kein guter Fanclub.“ Der „Schalker-Virus“ scheint also unheilbar zu sein.

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