Handball: Bezirksliga
Noch kein WM-Fieber zu spüren

Nordwalde/Steinfurt -

Am Freitag beginnt die Frauen-WM in Deutschland. Die Erwartungen in Steinfurter Handballkreisen sind eher reserviert.

Mittwoch, 29.11.2017, 19:25 Uhr aktualisiert: 01.12.2017, 17:07 Uhr
SCN-Trainerin Christina Kuhlmann glaubt nicht, dass die Frauen-WM einen Hype in Deutschland auslösen wird.
SCN-Trainerin Christina Kuhlmann glaubt nicht, dass die Frauen-WM einen Hype in Deutschland auslösen wird. Foto: Thomas Strack

Mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Kamerun beginnt am Freitag in Leipzig um 19 Uhr die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen. Obwohl es im Münsterland einen regionalen Bezug zu zwei Spielerinnen gibt, ist die Außenwahrnehmung im Vorfeld dieses Großereignisses reserviert; auch in Steinfurter Handballkreisen. Doch das kann sich ändern, sollte die DHB-Auswahl von Trainer Michael Biegler weit kommen und sie vielleicht sogar bis ins Halbfinale vordringen.

Mit dem SC Nordwalde und dem TB Burgsteinfurt spielen zwei Frauen-Teams aus der Region in der Bezirksliga. „Ich glaube, dass die allgemeine Aufmerksamkeit nicht zu groß ist wie bei den Männern“, lautet die Einschätzung von Christina Kuhlmann, Trainerin des SC Nordwalde. „Als die deutschen Männer vor zehn Jahren Weltmeister wurden, sind wir mit dem Bus nach Halle gefahren und waren live dabei. In diesem Jahr ist das leider nicht möglich, weil kein Spiel in unserer Region stattfindet. Das finde ich eigentlich sehr schade.“

Womit Kuhlmann wohl ganz im Sinne manch eines Handballfreundes spricht. Denn bei der Vergabe der Austragungsorte wurde Westdeutschland ausgeklammert. Gespielt wird im Norden (Oldenburg, Hamburg), Osten (Magdeburg, Leipzig) und Süden (Trier, Bietigheim) der Republik. „Immerhin ist es gut, dass Sport1 Spiele zeigt“, sagt Kuhlmann. Die Übertragungen will sie sich auf jeden Fall anschauen.

Somit müssen die Fans aus der Region schon weit reisen, wollen sie jene zwei Handballerinnen unterstützen, die ihre Wurzeln im Münsterland haben. Die eine ist Clara Woltering. Die in Münster-Hiltrup geborene und in Coesfeld aufgewachsene Torhüterin spielte bis zum Jahr 2000 bei ihrem Heimatverein DJK Eintracht, ehe sie zu Bayer Leverkusen und dann zum montenegrinischen Meister ŽRK Budućnost Podgorica wechselte. Seit 2015 spielt die 217-fache Nationalspielerin für den Bundesligisten Borussia Dortmund. Zum Kader gehört auch Alicia Stolle. Die 20-jährige Rückraumspielerin erlernte das Handball-ABC bei der Ahlener SG, für die sie bis 2011 aktiv war. Bis 2014 stand sie bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Anschließend wechselte sie zur HSG Blomberg-Lippe.

Niklas van den Berg glaubt nicht daran, dass die WM einen Boom in Deutschland auslösen wird. „Das wird schwierig, weil Frauen-Handball hierzulande medial nicht so gehyped wird“, sagt der Trainer der TB-Frauen. Immerhin könnte am 10. Dezember ein bisschen WM-Atmosphäre in die Willibrordhalle hinüberschwappen. Dann nämlich tragen die TB-Männer (16.30 Uhr) ihr Heimspiel gegen DJK Eintracht Hiltrup aus. „Sollten die deutschen Frauen dann ab 18.30 Uhr im Achtelfinale stehen, übertragen wir das Spiel in der Halle.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5322165?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686795%2F
Nachrichten-Ticker