Dudek: „Aufwand und Ertrag passen nicht“
Abschied aus Laer nach nur einem Jahr

Laer -

Am Montag vergangener Woche hatten Thomas Schwier und Harry Toonen einen Termin in Burgsteinfurt. Ganz entspannt waren der Fachschaftsleiter Fußball und der Sportleiter des TuS Laer zu Florian Dudek gefahren, weil sie davon ausgingen, dass der Trainer seine Zusage geben wird, auch in der kommenden Saison den heimischen A-Ligisten zu trainieren. Doch in gemeinsamer Runde verkündete Dudek bei einer Tasse Kaffee, dass er seinen Trainerjob mit Ablauf dieser Saison im Sommer nach nur einem Jahr beim TuS Laer beenden wird. Darauf waren weder Schwier noch Toonen vorbereitet.

Montag, 04.12.2017, 17:11 Uhr
Gesprengtes Duo: Nach Saisonende werden sich die Wege von Florian Dudek (re.) und Sinan Celik trennen. Dudek beendet seine Trainertätigkeit beim A-Ligisten im Sommer.
Gesprengtes Duo: Nach Saisonende werden sich die Wege von Florian Dudek (re.) und Sinan Celik trennen. Dudek beendet seine Trainertätigkeit beim A-Ligisten im Sommer. Foto: Thomas Strack

Toonen macht keinen Hehl daraus, dass er auf diese Überraschung durchaus hätte verzichten können. „Wir hätten mit Florian gerne verlängert. Schade, dass es nicht geklappt hat“, sagte der Sportleiter. Erst im vergangenen Sommer war Dudek von SW Weiner zum A-Ligisten nach Laer gewechselt. Und weil eine dauerhafte Beschäftigung beim TuS inzwischen Tradition hat, waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass auch Dudek über die Saison hinaus bleibt.

Toonen und Schwier vermochten Dudek im Verlauf des Gesprächs am vorvergangenen Montag dazu bewegen, dass der Trainer seine Entscheidung nochmals überdenkt. Doch am Donnerstag informierte der Coach die Verantwortlichen, dass sein Entschluss endgültig sei.

„Es gab nicht diesen einen Grund für mich aufzuhören. Vielmehr waren es mehrere kleine, die mich dazu veranlasst haben“, erläutert Dudek. Eines dieser Motive liegt im sportlichen Bereich. Dudek war im Sommer in Laer angetreten, um oben mitzuspielen. Doch im Verlauf der Serie kristallisierte sich rasch heraus, dass sich dieses ehrgeizige Unterfangen kaum realisieren lässt.

Als aktueller Tabellensiebter verharrt der TuS im Mittelmaß. Das liegt auch daran, „dass wir drei bis vier Dauerverletzte hatten, die in dieser Saison bislang nicht trainiert haben“, sagt Toonen. Und wenn dann auch noch der eine oder andere wegen Schichtdienstes oder Studiums fehle, „dann kommt es vor, dass auch mal nur acht oder neun Leute beim Training auf dem Platz sind“, erläutert der Sportleiter.

Sicherlich ist das kein spezifisches Problem des TuS Laer. Denn wohl jeder Übungsleiter, der in der Kreisliga trainiert, kennt diese Unwägbarkeiten und muss sich damit arrangieren. Es ist halt immer die Frage, wie ausgeprägt diese Umstände sind. „Es steckt eine Menge Arbeit in diesem Projekt, aber der Ertrag passt nicht dazu“, erläutert Dudek und gibt damit zu verstehen, dass Aufwand und sportlicher Erlös für ihn in einem Missverhältnis stehen.

Ob es für den ehemaligen Spieler des SV Mesum und des SV Burgsteinfurt irgendwo als Trainer weitergeht, darüber hat sich Dudek noch keine Gedanken gemacht. Ausschließen will er es nicht – „sofern alles passt“, wie er sagt. „Aber zunächst einmal steht für mich der TuS Laer im Vordergrund. In der Rückrunde wollen wir zeigen, dass wir es besser können. Und dafür hänge ich mich hier bis zum letzten Tag voll rein“, betont er.

Derweil hat in der Chefetage des TuS die Suche nach einem Nachfolger schon begonnen. Immerhin hat der Verein einige Pfunde, mit denen er wuchern kann. Es gibt eine schmucke Sportanlage mit Fluchtlicht und Kunstrasen, eine kompetente Führungsmannschaft und ein intaktes Umfeld in Laer. Das ist nicht einmal bei klassenhöheren Vereinen selbstverständlich. Angesichts dieser Bedingungen sollte sich ein engagierter Coach finden lassen.

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