Mi., 21.03.2018

Fußball: Das Rennen in der Kreisliga B ist spannend wie selten zuvor / Ochtruper Vereine mit guten Karten Fünf Clubs träumen vom Aufstieg

Thorsten Bäumer

Thorsten Bäumer Foto: Thomas Strack

Ochtrup/Steinfurt - 

Der Kampf um die Meisterschaft entwickelt sich in der Kreisliga B zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Die besten Karten scheinen die SpVgg. Langenhorst/Welbergen und SW Weiner zu haben. Doch es gibt drei weitere Mitbewerber, die den Ochtruper Clubs in die Suppe spucken könnten.

Von Heiner Gerull

Wie heißt es doch so schön? „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“. Im Fall der Kreisliga B II bestätigen Ausnahmen diese Regel. Denn auf der zweiten Ebene des Steinfurter Kreisliga-Fußballs sind es gar noch fünf Clubs, die ein Auge auf den Titel oder Tabellenplatz zwei, der am Saisonende zu einem Aufstiegs-Relegationsspiel gegen den Zweiten der Staffel I berechtigt, werfen.

„Am Ende sind es Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben werden. Ich denke aber, dass Schwarz-Weiß Weiner als Absteiger aus der A-Liga der Konkurrenz in puncto Erfahrung voraus ist“, sagt Thorsten Bäumer. Womit der Trainer der SpVgg. Langenhorst/Welbergen dem Ochtruper Stadtrivalen aus der Weiner die Favoritenrolle zuschiebt.

Doch im Pokerspiel um den Aufstieg will Patrick Niemeyer dieses Blatt nicht so ohne Weiteres annehmen. Er empfindet die Rolle des A-Liga-Absteigers eher als Bürde. „Ich glaube nicht, dass wir deshalb einen Vorteil haben. Eher das Gegenteil ist der Fall. Bei uns spürt man den Zwang, wieder hoch zu wollen“, verkündet der Coach von SW Weiner. Gelänge ihm der Aufstieg, so käme dieser Coup einer Punktlandung gleich. Bekanntlich bricht Niemeyer im Sommer seine Zelte in der Weiner ab, um sie wenig später beim möglichen Bezirksliga-Aufsteiger Grün-Weiß Rheine wieder aufschlagen.

Derzeit liegen die SpVgg. Lan­genhorst und Schwarz-Weiß auf den Plätzen eins und zwei, dahinter folgt mit ebenfalls 41 Punkten der FC Galaxy, wobei die Steinfurter als Tabellendritter ein Spiel mehr ausgetragen die beiden Ochtruper Clubs. „Kleinigkeiten werden den Aufstiegskampf entscheiden. Es hängt davon ab, ob die Leistungsträger fit bleiben, wie die Mannschaften ihre Nachholspiele bestreiten und wie sich die Top-Spieler in den kommenden Wochen präsentieren“, gibt Galaxys Nelson Venancio zu verstehen. Die größten Konkurrenten wähnt er in Langenhorst, Weiner und Bilk. Aber auch den Burgsteinfurtern räumt er Chancen ein, „wenn sie denn einen langen Atem haben.“

Nicht außer Acht zu lassen ist Westfalia Bilk, wenn es um die Frage des Aufstiegs geht. Zwar rangiert der Verein aus der Wettringer Bauerschaft derzeit auf Platz fünf, aber immerhin haben die Bilker gegenüber der besser positionierten Konkurrenz erst 16 Punktspiele absolviert. Sollten sie ihre Nachholspiele gewinnen, wäre der Club plötzlich ganz dick im Geschäft. Bäumer ist sicher nicht der einzige, der der Mannschaft das zutraut: „Gerade in ihrem kleinen, engen Stadion ist Westfalia eine Macht“, weiß der Langenhorster Coach.

Und dann gibt es ja auch noch die „Zweite“ des SV Burgsteinfurt, die sich vor elf Tagen dank ihres 2:1-Erfolges beim FC Galaxy und dem 4:0 gegen Arminia Ochtrup II am vergangenen Sonntag wieder in den Aufstiegskampf eingemischt hat. Auch diese Mannschaft muss man auf der Rechnung haben.

Niemeyer glaubt zu wissen, wo letztlich der Schlüssel zum Erfolg liegt. „Es wird darauf ankommen, gegen die vermeintlich Kleinen der Liga zu gewinnen. Gegen die darf man sich keine Blöße geben“, erläutert Weiners Coach, der mit seiner Aussage in erster Linie seine Mannschaft in die Pflicht nimmt.

Eher kleine Brötchen backt Thorsten Bäumer. Was nicht verwundert. Schließlich ist er ein gebranntes Kind, das das (Aufstiegs-)Feuer scheut. In den vergangenen Jahren mischten die Langenhorster bis zum Winter ganz vorne in der Tabelle mit. Doch als im Frühjahr die Sonne über dem Vechtestadion höher stieg, sackte die Formkurve der Spielvereinigung mit steter Regelmäßigkeit rasant in den Keller. Deshalb traut Bäumer dem Braten nicht so recht und hält den Ball lieber flach. Auch deshalb, weil er weiß, dass die Langenhorster zwar einen feinen, aber auch kleinen Kader haben. Dieser reduzierte sich vor zwei Wochen weiter, als sich Philipp Holtmann einen Kreuzbandriss zuzog, sodass er seiner Mannschaft in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung steht.

Am vorletzten Saisonspieltag, Pfingstmontag (21. Mai), kommt es im Weiner Sportpark zum Gipfeltreffen zwischen Schwarz-Weiß und der Spielvereinigung. Aber selbst dann wird noch keine Entscheidung fallen, glaubt zumindest Niemeyer: „Das Ding wird erst auf den letzten Metern entschieden.“



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