Mo., 28.05.2018

Der Tag nach dem Abstieg „Alles auf Null“ beim SV Burgsteinfurt

Totengräberstimmung: Lucas Bahlmann (re.) und Sam Anjanwu ahnten schon während des Spieles, welches Unheil auf sie zukommt.

Totengräberstimmung: Lucas Bahlmann (re.) und Sam Anjanwu bliesen nach dem 1:1-Remis gegen DJK Coesfeld und dem damit verbundenen Abstieg Trübsal. Foto: Thomas Strack

Burgsteinfurt - 

Nach dem besiegelten Abstieg in die Bezirksliga hat beim SV Burgsteinfurt das Wundenlecken begonnen. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, doch dann heißt es, den Blick nach vorne zu richten.

Von Heiner Gerull

Auch am „Tag 1“ nach dem Abstieg aus der Landesliga kennzeichnete lähmendes Entsetzen die Stimmung im Lager des SV Burgsteinfurt. „Ich kann immer noch nicht glauben, was passiert ist“, sagte Christoph Klein-Reesink gestern. Die depressive Phase des Wundenleckens wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Einen „Plan B“ habe er vor dem 1:1 gegen Eintracht Coesfeld nicht in der Tasche gehabt, betont der SVB-Trainer. Gleichwohl trifft der Abstieg die Stemmerter nicht ganz unvorbereitet. Klein-Reesink verweist in diesem Zusammenhang auf eine klare Vorgabe, die maßgeblich vom Vorstand vorgegeben ist und die vom Trainer mitgetragen wird. Einen „echten Kracher“, wie es beispielsweise Emsdettens Francesco Catanzaro unlängst ankündigte, werde man beim SVB nicht an Land ziehen (können). „Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir weiterhin auf Spieler aus der näheren Umgebung und aus der eigenen Jugend setzen werden“, erläutert der Coach.

Gleichwohl räumt er ein, dass der Abstieg durchaus Auswirkungen auf die Saisonplanungen habe. Kontakte zu interessanten Spielern habe es bereits gegeben – aber die fanden unter der Prämisse statt, dass der SVB die Klasse halten würde. Doch nach dem besiegelten Abstieg müssen die Karten neu gemischt werden. „Alles zurück auf Null“ heißt es seit Sonntag, 16.51 Uhr.

Eines freilich hatte sich – unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit – schon vor einigen Wochen abgezeichnet. Einen Umbruch des Kaders wird es in der Bezirksliga nicht geben. Vor dem Spiel wurden Kapitän Alexander Bügener, Marius Heckmann (wechseln beide zu SuS Neuenkirchen) und Torhüter Nicholas Beermann (Falke Saerbeck) offiziell verabschiedet. „Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir nur noch einen Spieler von außerhalb holen werden“, verkündet Klein-Reesink. Wo dringlichster Bedarf besteht, ist unschwer zu erraten. Es gilt die Lücke zu schließen, die Bügener auf der „Sechs“ hinterlässt. Bislang teilte sich das SVB-Eigengewächs mit Max Feldhues diese Aufgabe im defensiven zentralen Mittelfeld. Nun gilt es, einen Pendant für Feldhues zu finden.

Darüber hinaus gab Klein-Reesink bekannt, dass es keine weiteren Abgänge geben und der SVB in der Bezirksliga mit einen nahezu unveränderten Kader antreten werde.

Am heutigen Dienstag kommt die Mannschaft ein letztes Mal zusammen. Die obligatorische Saison-Abschlussreise nach Mallorca ab übernächsten Donnerstag dürfte in jeder Hinsicht nüchterner verlaufen als im vergangenen Jahr, als die Gelb-Roten zunächst den Klassenerhalt und dann auch noch den Kreispokalsieg eingetütet hatten.

Dennoch bringt die Tour auch diesmal etwas Zukunftsweisendes mit sich. „Wir müssen uns schütteln, und es tut noch eine Woche weh“, sagt der Trainer. „Dann aber müssen wir Freude auf die Bezirksliga-Saison entwickeln.“ Und schon heute steckt er seine Erwartungen klar ab: „Wir wollen nicht zugucken und abwarten, sondern angreifen.“



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