Fr., 08.06.2018

Ex-Altenberger und -Burgsteinfurter wechselt in die Kreisliga A zum VfB Kirchhellen Markmann setzt neue Prioritäten

Der doppelte Sascha Merkmann 2014 beim SV Burgsteinfurt . . .

Sascha Merkmann 2014 beim SV Burgsteinfurt . . .

Altenberge/Burgsteinfurt - 

Sascha Markmann durchlief beim TuS Altenberge sämtliche Jugendmannschaften und spielte jahrelang beim SV Burgsteinfurt. Zuletzt war er Mannschaftskapitän des Landesligisten DJK GW Nottuln. Jetzt entschloss er sich zu einem Wechsel, der für viele auf den ersten Blick überraschend kommt, der aber nachvollziehbare Gründe hat.

Von Heiner Gerull

Diese Nachricht verbreitete sich Anfang der Woche wie ein Lauffeuer. Hinter den Kulissen manch eines ambitionierten Amateurlisten in der Region hat sie wahrscheinlich sogar hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Denn wenn der Mannschaftskapitän eines Fußball-Landesligisten, in diesem Fall DJK Grün-Weiß Nottuln, auf dem Markt zu sein scheint, weckt das Begehrlichkeiten. Dann werden sich die Vereine nicht lange bitten lassen. Um eines vorwegzunehmen: Der gebürtige Altenberger wird sich weder dem TuS noch dem SV Burgsteinfurt anschließen. Und dafür hat Markmann triftige, nachvollziehbare Gründe. „Ganz aufhören, Fußball zu spielen, möchte ich nicht“, verrät der Spieler. „Aber“, und dieser Entschluss stehe wie in Stein gemeißelt, „Landesliga werde ich nicht weiter spielen. Der Aufwand ist mir einfach zu hoch.“

Nachvollziehbar wird diese Entscheidung vor dem Hintergrund seines familiären Umfeldes. Markmann ist in der öffentlichen Verwaltung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe tätig. Im Winter plant er, seine beruflichen Pläne voranzutreiben, indem er ein Bachelor-Studium aufnimmt. Und dann ist da noch die private Komponente, die den im vergangenen Jahr zum zweiten Mal Vater gewordenen 29-Jährigen in seiner spärlichen Freizeit voll und ganz in Anspruch nimmt.

Schließlich – und das ist der dritte Grund – hat Markmann mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt nach Bottrop, genau gesagt in den nördlichen Stadtbezirk Kirchhellen, verlagert. „Allein schon wegen der Fahrerei käme ein Engagement in meiner Region nicht infrage“, unterstreicht Markmann.

Somit beraubt der ehemalige Burgsteinfurter manch einen Fußballinteressierten, der auf eine Rückkehr in heimatliche Gefilde spekuliert hat, einer Illusion. Zumal sie Markmann beim SV Burgsteinfurt sicherlich mit Kusshand genommen hätten. Schließlich gilt es, die Lücke zu schließen, die durch den Wechsel von Alexander Bügener zum SuS Neuenkirchen beim heimischen Landesliga-Absteiger entsteht. Markmann wäre da bestimmt der richtige Kandidat gewesen. Denn beim SVB wissen alle, was sie an Markmann gehabt haben.

Nachdem er alle Jugendmannschaften in seinem Heimatverein TuS Altenberge durchlaufen hatte, suchte er beim SV Burgsteinfurt eine neue sportliche Herausforderung. Dem Club blieb er treu, ehe er im Sommer 2015 den nächsten Schritt wagte und er sich dem damaligen Westfalenligisten Grün-Weiß Nottuln anschloss. Dort trainierte er ein Jahr unter Dirk Altkrüger, dem heutigen Coach des SC Preußen Borghorst.

Mit den Nottulnern stieg Markmann zwar in die Landesliga ab. Doch auf seiner persönlichen Karriereleiter ging es für ihn die nächste Sprosse höher. Markmann genoss Ansehen und wurde schon im zweiten Jahr vom neuen GWN-Trainer Oliver Glaser zum Mannschaftskapitän bestimmt. Nicht nur aufgrund seiner Reputation, sondern auch wegen seiner vielseitigen Verwendbarkeit auf dem Platz. Markmann kann als klassischer „Sechser“, mit seiner Kreativität im Spielaufbau aber auch als „Achter“ aufgeboten werden. Sogar in der Abwehrkette kam er schon zum Einsatz. Und wäre da nicht die zwingende Notwendigkeit seiner beruflichen und familiären Verpflichtungen, wäre es mit ihm in Nottuln auch weitergegangen. „Denn ich bin nicht der Typ, der oft den Verein wechselt“, sagt er.

Da er nicht ganz ohne Fußball kann, jagt er ab der kommenden Saison in seiner neuen Heimat dem Leder hinterher – beim VfB Kirchhellen in der Kreisliga A. Womit Markmann bei einem traditionsbehafteten Club gelandet ist, der zwischen 1998 und 2001 in der Oberliga Westfalen spielte, ehe der freie Fall bis in die Kreisliga einsetzte. Wobei der gebürtige Altenberger mit seinem neuen Club in der neuen Saison – entgegen seiner Absicht – vielleicht doch schon bald über den Tellerrand des Fußballkreises hinausschauen muss. Denn morgen bestreitet der VfB als Meister der Kreisliga A Gelsenkirchen gegen den SC Reken das entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Bezirksliga. Für Markmann wäre das ein Kompromiss, mit dem er sich gerade noch arrangieren könnte. „Solange ich mit dem Fahrrad zum Training kommen kann, ist das okay.“



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