Mi., 18.07.2018

ITU-Langdistanz-Weltmeisterschaft in Odense Stöpplers zufriedenes Lächeln

Zuversichtlich: Petra Stöppler vor dem Start bei der ITU-Langdistanz-WM in Dänemark.

Zuversichtlich: Petra Stöppler vor dem Start bei der ITU-Langdistanz-WM in Dänemark. Foto: Stöppler

Borghorst - 

Eine Weltmeisterschaft als Leistungsindikator für das nächste große Triathlon-Ereignis – Petra Stöppler schaffte es bei der ITU-Langdistanz-Weltmeisterschaft in Dänemark auf Platz sechs. Bald will sich die Borghorsterin bei einem noch größeren Spektakel beweisen.

Von Heiner Gerull

Als Petra Stöpp­ler die Ziellinie überquert, Körper und Geist die Herausforderungen angenommen und bestanden hatten, da waren die Qualen der vorangegangenen siebeneinhalb Stunden schnell vergessen.

Der Daumen zeigte nach oben, und rasch hatte die Borghorsterin ihr zufriedenes Lächeln wiedergefunden. Am vergangenen Samstag ermittelte die Internationale Triathlon-Union (ITU) in der dänischen Universitätsstadt Odense ihre Weltmeister in der Langdistanz. Stöppler wurde als Mitglied der Nationalmannschaft Deutschlands unter 38 Frauen Sechste der Altersklasse (AK) 50 bis 54. Obwohl sie vor dem Triathlon „mit einem Top-5-Platz geliebäugelt hatte“, wie sie hinterher sagte, konnte sie am Ende auch mit Platz sechs der Altersklassenwertung gut leben. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, und auch heute noch freue ich mich darüber“, sagte sie, als sie wieder nach Borghorst zurückgekehrt war.

Dass sie es mit sehr starker Konkurrenz zu tun bekommen würde, vermochte Stöppler schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft abzuschätzen. „Einige starke Britinnen und Deutsche waren am Start. Da war mir schon klar, dass es sehr schwer werden würde, sich in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld zu behaupten“, wusste die 51-Jährige.

Ihre Vorahnung trog nicht. Zumal sie nicht nur physisch, sondern auch psychisch in höchstem Maße gefordert wurde. Das begann damit, dass sich auf der drei Kilometer langen Schwimmstrecke im Hafen von Odense Schwärme von Quallen im Wasser tummelten. Stöpp­ler trotzte diesen Widrigkeiten. Sie stieg – unterbrochen von einem Landgang, dem „Australian exit“, nach anderthalb Kilometern – mit einer Zeit von 52:36 Minuten aus dem Hafen­becken.

Die 120 Kilometer lange Radstrecke führte über die Insel Fünen, deren urbanes Zentrum Odense ist. „Die Straßen waren mitunter sehr wellig, zudem war es windig“, hob Stöppler hervor, dass sie angesichts dieser Umstände in doppelter Hinsicht vereinnahmt war. Die für Marathon Steinfurt startende Athletin bewältigte die zwei 60 Kilometer langen Runden in 3:44 Stunden. In der Zwischenwertung rangierte sie auf Platz fünf ihrer Altersklasse, womit sie vor dem abschließenden Laufwettbewerb alle Chancen hatte.

30 Kilometer lagen nun noch vor ihr. Gelaufen wurde die Strecke in vier Runden, die durch den mittelalterlich geprägten, von einigen Parks durchsetzten Stadtkern der drittgrößten Stadt Dänemarks führten. „Der Lauf war sehr abwechslungsreich und kurzweilig“, erläuterte Stöppler.

Leistungsfördernd wirkte sich der Applaus zahlreicher Zuschauer aus. Als gegen Mittag zudem die Sonne hervorkam und die bis dahin recht frische Luft sich auf etwa 20 Grad erwärmt hatte, trug das zu einem packenden Finale bei.

Erschöpft, aber glücklich lief Petra Stöppler nach 2:44 Stunden ins Ziel ein. Die Gesamtzeit von 7:27 Stunden brachte ihr Rang sechs in der Gesamtwertung ihrer Altersklasse ein. Das Ergebnis lieferte der Triathletin nicht nur den Lohn für eine überragende Leistung. Vielmehr vermittelte es auch einen Ansporn für das nächste Großereignis, das am 2. September ansteht. Dann startet die Borghorsterin bei der Ironman 70.3-Weltmeisterschaft, die in Nelson Mandela Bay und damit erstmals auf afrikanischem Kontinent ausgetragen wird.



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