Di., 23.10.2018

Fußball: TuS Altenberges Marcel Exner trifft und trifft Alle halbe Stunde ein Treffer

Marcel Exner in seinem Metier: Kurz vor dem Abschluss, den Torwart noch mal tunneln und dann abdrehen und jubeln. 21 Mal war dies in dieser Saison bereits der Fall – in neun Spielen.

Marcel Exner in seinem Metier: Kurz vor dem Abschluss, den Torwart noch mal tunneln und dann abdrehen und jubeln. 21 Mal war dies in dieser Saison bereits der Fall – in neun Spielen. Foto: Thomas Strack

Altenberge - 

Marcel Exner ist – was das Toreschießen anbelangt – eine Ausnahmetalent. In neun Spielen hat der ehemalige Jugendspieler von Borussia Dortmund beim TuS Altenberge II bereits 21 Treffer erzielt.

Von Günter Saborowski

Acht Tore in den jüngsten beiden Spielen: Marcel Exner, das kann man mit Fug und Recht behaupten, hat zurzeit einen Lauf. In neun Partien für die Reserve des TuS Altenberge hat der Angreifer bereits 21 Tore geschossen und ist damit um zwei Treffer besser als Lars Zymner vom Tabellenführer Concordia Albachten. Und dabei ist der gebürtige Laerer erst 19 Jahre alt. Mit anderen Worten: Wenn Exner so weiter macht, wird sein Trainer Klas Tranow zukünftig noch viel Freude an ihm haben. Den Spaß am Fußball selbst hat „Exe“, wie ihn seine Mitspieler nennen, allerdings erst in Altenberge wiedergefunden.

Rückblende: August 2015 spielte Exner in der B-Jugend-Bundesliga bei Borussia Dortmund. Im Spiel gegen Gladbach verletzte sich der Altenberger schwer (Mittelfußbruch) und musste lange pausieren. Als er wieder fit war, kreuzten zwei Außenbandrisse seine junge Karriere, zuletzt eine Blinddarmentzündung mit Not-OP. Andert­halb Jahre dauerte seine Leidenszeit, an eine Fortsetzung der Karriere beim BVB war nicht zu denken. „Das hätte keinen Sinn ergeben. Es hat ein bisschen weh getan, aber man darf sich nicht zu sehr einen Kopf darüber machen“, sagt Exner heute. „Natürlich denke ich ab und zu noch darüber nach, was gewesen wäre, wenn. Aber was soll‘s“, nimmt der 19-Jährige sein Schicksal an.

Aktuell gehört er zum Kader der Landesliga-Mannschaft von Trainer Florian Reckels, hat dort aber in dieser Spielzeit noch nicht mitwirken können. Die meiste Einsatzzeit hatte er in der Reserve. Und wie: „778 Minuten hat er bislang bei mir auf dem Platz gestanden und dabei 21 Tore geschossen. Das bedeutet, er trifft alle 37 Minuten“, hat sein Coach ausgerechnet. „Wir spielen meist im System 4-2-3-1. Dann spielt Florian Schocke in der Spitze und Marcel auf der Zehn dahinter“, erklärt Tranow. Steht Schocke nicht auf dem Platz, wie zuletzt gegen Ascheberg, dann ist Exners Platz ganz vorne. Und den weiß er zu nutzen.

Frustriert ist er nicht. In der Zweiten zu spielen empfindet Exner keineswegs als Degradierung: „Ich brauche Spielpraxis. Ich stehe lieber auf dem Platz, als dass ich auf der Bank sitze. Ich will Spaß am Fußball haben. Außerdem vermittelt Klas keinem das Gefühl, dass es eine Degradierung sei, wenn man in der Reserve spielt. Seine Ansprache ist einfach genial“, sagt er. Selbst die Tatsache, dass sein Team einen Punkt hinter Spitzenreiter Albachten rangiert, lässt ihn nicht an große Ziele denken. „Meisterschaft? Darüber sprechen wir in der Zweiten nicht. Wir haben nur ein Ziel: Auf dem Platz stehen und Spaß haben.“

Der dürfte momentan ausreichend vorhanden sein, wenn man die Tabellensituation des TuS Altenberge II in der Kreisliga A2 Münster betrachtet. Und wenn Exe weiterhin so regelmäßig spielt und trifft, dann dürften die 29 Treffer des Rinkeroders Jan Hoenhorst aus der vergangenen Saison locker zu schaffen sein für Marcel Exner. Wenn nicht mehr.



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