So., 11.11.2018

Fußball: TuS Laer Ron Konermann brät seinem kleinen Bruder keine Extrawürste

Leo Konermann (M.) ist für die Tore zuständig, sein Bruder Ron Konermann für die Taktik.

Leo Konermann (M.) ist für die Tore zuständig, sein Bruder Ron Konermann für die Taktik. Foto: Johannes Oetz

Borghorst/Laer - 

In dieser Saison ist es endlich so weit: Die beiden Brüder Ron und Leon Konermann sind sportlich vereint. Und zwar beim TuS Laer, wo Ron coacht und Leon kickt. Extrawürste brät der Trainer seinem 13 Jahre jüngerem Stürmer trotz der familiären Bande aber ganz bestimmt nicht.

Von Marc Brenzel

Extrawürste brät ihm Ron Konermann bestimmt nicht. „Dann würde ich mich vor den anderen ja total unglaubwürdig machen“, stellt der Trainer des A-Ligisten TuS Laer klar. Und daher muss auch sein 13 Jahre jüngerer Bruder Leon genau so viel ackern wie alle anderen, um sonntags in der ersten Elf zu stehen.

Seit Saisonbeginn kreuzen sich die sportlichen Wege der beiden Borghorster – übrigens zum allerersten Mal. Der „Youngster“ (20 Jahre) spielte schon in der Vorsaison für Schwarz-Gelb, der „Oldie“ (33) kehrte im Sommer nach Laer zurück. Dorthin, wo seine Zeit im Seniorenbereich einst startete. Nach Stationen als Spieler bei den Preußen, beim SV Mesum und beim SV Wilmsberg probiert sich Ron Konermann jetzt erstmals als Coach aus. Und das mit Erfolg: Platz fünf mit einer stark verjüngten Truppe. „Mit Leuten, die sich noch entwickeln können, macht es Spaß, zu arbeiten“, findet der Speditionskaufmann.

„Es ist natürlich schon etwas anderes, wenn du vom großen Bruder trainiert wirst. Ich bin mit ihm da aber sehr gut zufrieden“, lobt Leon Konermann. Und das sagt er keineswegs, um Extrawürste zu bekommen. „Die will ich gar nicht haben. Beim Fußball geht es schließlich nicht um den Einzelnen, die Entscheidungen müssen im Sinne der Mannschaft gefällt werden.“

Zehn Trainingseinheiten im Monat und die Punktspiele bringen die Konermanns beim Fußball zusammen, aber auch abseits des Rasenrechtecks machen die Geschwister viel gemeinsam. „Wir fahren mit unseren Freundinnen nach Münster essen oder feiern zusammen“, berichtet der 33-Jährige. „Und wir shoppen. Das ist ein Hobby von Ron. Er kennt sich super mit Klamotten aus und berät mich da auch schon mal“, weiß der 20-Jährige um die stylischen Talente seines Trainers.

Ratschläge gibt‘s natürlich auch, wenn das runde Leder ins Spiel kommt. Beide „Konermänner“ sind beziehungsweise waren in der Offensive beheimatet. Ron kam lieber etwas aus der Tiefe, Leons Operationsgebiet ist im und um den Strafraum zu finden. „Im Vergleich zu mir hat er den besseren Abschluss, dafür war ich schneller“, bringt Ron die größten Unterschiede zwischen „Alt“ und „Jung“ zur Sprache.

Das klassische Konkurrenzdenken, wie es unter Brüdern schon mal vorkommt, hat es zwischen den beiden nie gegeben. „Das liegt wohl daran, dass 13 Jahre Unterschied eine Menge sind. Da gibt es nicht so viele Reibungspunkte“, mutmaßt Ron. „Wir hatten zum Beispiel nie den klassischen Streit um die Fernbedienung.“

Den hätte es wahrscheinlich ohnehin nie gegeben, denn im Fernsehen lief in der Regel Fußball. Wenn möglich Schalke 04. „Das ist unser Verein. Papa, Mama, Leon und ich – wir sind alle durch und durch königsblau“, betont Ron Konermann. Nur Schwester Nina, drei Jahre älter als er, fällt ein bisschen aus der Reihe. Pferde und Reitsport sind bei ihr angesagt.



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