Interview mit Wilmsbergs Trainer Christof Brüggemann
Positive Signale von allen Seiten

Borghorst -

Der SV Wilmsberg hat frühzeitig ein Zeichen gesetzt. Der Fußball-Bezirksligist gab bekannt, die Zusammenarbeit mit Trainer Christof Brüggemann für ein weiteres Jahr fortzusetzen. Der 35-Jährige geht somit im kommenden Sommer in sein sechstes Trainerjahr bei den Piggen. Interessant und vielschichtig sind seine Beweggründe.

Montag, 19.11.2018, 19:28 Uhr aktualisiert: 19.11.2018, 19:34 Uhr
Christof Brüggemann bleibt auch 2019/20 Trainer des SV Wilmsberg. Gemeinsam mit seinem „Co“ Marius Wies (kl. Foto, Mi.) demonstriert der Chefcoach (2. v. re.) mit dem Vorstandsmitgliedern (von li.) Willi Kauling, Klaus Brüning und Norbert Pöpping Einigkeit.
Christof Brüggemann bleibt auch 2019/20 Trainer des SV Wilmsberg. Foto: Thomas Strack

Es hat wohl etwas mit gegenseitiger Wertschätzung zu tun, wenn ein Trainer-Team und der Vorstand schon im Herbst übereinkommen, die Zusammenarbeit mit Blick auf die neue Saison fortzusetzen. Im vergangenen Jahr meldete der SV Wilmsberg Ende November Vollzug in Sachen Vertragsverlängerung mit Christof Brüggemann und Co-Trainer Marius Wies. In diesem Jahr machten die Piggen noch früher Nägel mit Köpfen, denn bereits am Samstag gab Vorstandsmitglied Klaus Brüning bekannt, dass das aktuelle Trainer-Gespann auch 2019/2020 für die sportlichen Belange beim heimischen Fußball-Bezirksligisten verantwortlich sein wird. Unser Redaktionsmitglied Heiner Gerull unterhielt sich mit Chefcoach Brüggemann.

Sie werden im Sommer in Ihr sechstes Jahr als Trainer des SV Wilmsberg gehen. Wer ist auf wen zugegangen, als es um die Verlängerung ging?

Christof Brüggemann: Es ist so, dass Klaus Brüning auf uns zugekommen ist. Das war Ende Oktober, schon um den 20. herum. Dieser Zeitpunkt erschien mir aber ein bisschen zu früh. Auch wenn alles gut läuft und harmonisch ist, wollte ich das Spiel gegen Burgsteinfurt noch abwarten, um zu sehen, wie weit wir de facto schon sind. Das Derby haben wir dann ja erfolgreich gestaltet, was der ganzen Sache sicherlich zuträglich war. Im Nachgang haben wird uns darauf verständigt, am 12. November das erste Gespräch zu führen. Am Freitag haben wir zugesagt.

Es dauerte offensichtlich nicht lange, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Brüggemann: Das stimmt. Zum einen haben Marius und ich tituliert, dass wir als Trainer-Duo zusammenbleiben wollen. Der zweite Punkt war, dass wir nicht auf etwas anderes warten wollen, wenn es uns doch hier so gut gefällt. Das, was wir uns erarbeitet haben, vonseiten des Vorstands, der Zuschauer, der ehrenamtlichen Helfer bis hin zur Mannschaft, läuft so erfolgreich, dass dieser Weg noch nicht abgeschlossen ist. Man sieht, dass wir in diesem Jahr ein Stück weiter sind als im vergangenen. Das zeigt sich nicht nur am Punktestand, sondern auch daran, wie die Jungs auf und neben dem Platz miteinander umgehen. Das macht Spaß, das macht Freude. Das sind Attribute, die für eine Vertragsverlängerung sprechen.

Inwieweit hat die sportliche Entwicklung Ihre Entscheidung beeinflusst?

Brüggemann: Das hat sicherlich eine Rolle gespielt. Schon bei unserem Gespräch mit dem Vorstand war die Tendenz vorhanden, dass wir sagen konnten: Eigentlich brauchen wir uns nicht länger zu unterhalten. Marius und mir war aber auch wichtig, ein Signal von der Mannschaft zu bekommen, ob sie bereit ist, den eingeschlagenen Weg mit uns zu gehen, ob die Spieler Bock haben, mit uns weiterzuarbeiten. Am Freitag gab es dann ein sehr schönes Statement, in dem sich der Mannschaftsrat klar positioniert und gesagt hat, dass es nur ein gemeinsames Zusammen-Weitermachen geben kann, das beinhaltet die Trainer und die Spieler. Für viele war es offensichtlich ein wichtiger Aspekt, dass wir verlängern, um nicht lange überlegen zu müssen, ob da nicht auch eine andere Variante interessant wird.

Als Trainer wünscht man sich ein Stück Planungssicherheit. Haben Sie Signale empfangen, wonach Sie nicht mehr solch einem personellen Umbruch wie etwa vor zwei Jahren unterworfen sind?

Brüggemann: Ich habe von vielen Spielern gehört, dass sie weitermachen wollen und Bock haben, sich mit dieser Truppe weiterzuentwickeln.

Sie haben beim SV Wilmsberg bewiesen, dass Sie gleichermaßen mit gestandenen und jungen Spielern erfolgreich arbeiten können. Werden da nicht die Mitbewerber in der näheren Umgebung auf Sie aufmerksam?

Brüggemann: Mir ist es im Prinzip egal, was die Konkurrenz über mich denkt. Ich hoffe, dass sie das alles wohlwollend registriert, was wir da tun. Die Vereine in der Region haben wirklich gute Trainer, ob das ein Florian Reckels in Altenberge ist, ein Marcel Pielage in Kinderhaus oder Marcel Langenstroer in Mesum, auch wenn die Mesumer derzeit nicht so gut dastehen. Die Vereine werden erst einmal darauf bedacht sein, mit diesen Trainern zu verlängern. Aber ich schiele nicht so sehr auf die Konkurrenz, sondern bin froh und glücklich über das, was wir erschaffen haben und hoffe, dass das auch im nächsten Jahr möglichst mit allen Spielern Früchte trägt und wir eine coole und schöne Zeit miteinander haben.

Glauben Sie, dass Ihre Zusage sich auf den Saisonverlauf auswirkt?

Brüggemann: Wir haben am Freitag zusagt, weil die Situation gerade gut passte. Der Effekt einer Trainer-Verlängerung verpufft jedoch rasch. Wir haben eine Idee, auf die wir uns schon zu Saisonbeginn eingeschworen haben, dass wir versuchen werden, auf jeden Fall vor Burgsteinfurt zu landen. Dieser Reiz ist hoch. Das merkt man in den Spielen und in jedem Training, weil die Spieler spüren, dass es sich lohnt, dafür etwas zu tun.

Können Sie schon etwas darüber sagen, wie sich das Mannschaftsgefüge 2019/20 verändern wird?

Brüggemann: Wir haben einige gute Jungs in der Mannschaft, die auch für andere Vereine von Interesse sein könnten. Ich bin nicht so blauäugig zu glauben, dass ich jeden bei uns halten kann. Marius und ich sind vor die Mannschaft getreten und haben gesagt, dass wir keinen einzigen Spieler verlieren möchten. Ob wir das einlösen können, weiß ich noch nicht. Aber wir werden es mit aller Macht und mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, versuchen. Wir werden in Einzelgespräche gehen. Die Spieler sollen nicht unter Druck gesetzt werden, indem sie sich in großer mannschaftlicher Runde erklären müssen. Viel lieber möchte ich mit jedem einzelnen sprechen, möchte wissen, was er denkt und was ihn außerhalb der Trainingsthematik beschäftigt. Diese Herangehensweise hatten wir in den vergangenen Jahren, und ich möchte sie auch fortführen und mir die Zeit dafür nehmen, weil ich denke, dass jeder Spieler, der vier Mal die Woche auf dem Fußballplatz ist, die Chance bekommen soll, mir gegenüber kritische Punkte nennen zu dürfen. Das macht man nicht zwischen Tür und Angel, sondern dann, wenn man sich mal gegenübersitzt und darüber spricht.

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