Fußball: Mario Anselmi, „zarte 1,70 Meter“
Spieler, Trainer und Torschütze

Borghorst -

Sowohl mit dem SV Wilmsberg als auch mit dem TuS Laer feierte Mario Anselmi große Erfolge. Der heute 54-Jährige dreht das Rad der Zeit zurück und erzählt von schönen Tagen bei den Piggen und den 08ern.

Montag, 19.04.2021, 10:42 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 15:55 Uhr
Mario Anselmi gehörte mit 1,70 Metern nicht zu den Riesen unter den Fußballern, allerdings schon zu den Großen, die den SV Wilmsberg und den TuS Laer 08 nach vorne brachten.
Mario Anselmi gehörte mit 1,70 Metern nicht zu den Riesen unter den Fußballern, allerdings schon zu den Großen, die den SV Wilmsberg und den TuS Laer 08 nach vorne brachten. Foto: Christian Demter

Fußballer durchlaufen in ihrer Karriere in den meisten Fällen recht unterschiedliche Phasen. Um es platt auszudrücken: Mal läuft es wie geschnitten Brot und ein Aufstieg folgt dem anderen, mal geht alles schief. Ständig geht die Kugel an den Pfosten und es gipfelt im Abstieg. Dafür muss der Kicker nicht einmal häufig den Verein wechseln, manchmal reicht es schon, dem einen treu zu bleiben und dann bei einem anderen die Laufbahn im gesetzten Fußballeralter ausklingen zu lassen.

Mario Anselmi ist der Prototyp dieses Kickers, der bereits in jungen Jahren erste Höhenflüge mit dem SV Wilmsberg miterleben durfte, um dann im gesetzten Alter, quasi kurz vorm Eintritt ins Altherrenalter, noch einmal in unteren Ligen richtig aufzudrehen. „Ich bin mit 17 Jahren bereits zu den Senioren gekommen. Berni Stegemann war damals unser Vorsitzender und hat gesagt: Du musst, also bin ich“, hatte der heute 54-Jährige 1984 seinen ersten Auftritt bei den Großen in der Bezirksliga. „Trainer war Bernd Hahn. Am Ende der Saison sind wir in die Landesliga aufgestiegen und ein Jahr später direkt in die Verbandsliga“, erinnert sich Anselmi an die glorreiche Zeit bei den Piggen. „Als Friedel Mensink als Nachfolger von Bernd Hahn kam, hatten wir zum ersten Mal richtiges Training mit Taktik und so. Aber das passte mit Mensink nicht. Der wollte einfach mehr, als wir gewohnt waren. Wir haben unter Hahn ja eigentlich immer nur gespielt“, erzählt Anselmi. „Außerdem war die Verbandsliga eine Liga zu hoch für uns.“

Vorbei war‘s mit Hattric auf der Brust, es folgte Stücken und Dopp als Sponsor. „Nein, als Rasierwasser mussten wir das Zeug nicht auch noch benutzen. Berni Stegemann kannte da wohl einen Vertreter der Firma und hat den an den Haaren herangezogen“, erklärt Anselmi, wie der Provinzverein Wilmsberg zu einem Sponsor gekommen war, für den sogar Uwe Seeler im Fernsehen Werbung machte.

Anselmis Position war das Mittelfeld oder die rechte Außenbahn. Und weil er schnell war, kam er hier auch gut zurecht. „Unsere Taktik war immer dieselbe: Abschlag auf Lothar Reinsch, der hat den Ball auf rechts geknallt, ich bin gerannt und habe den Ball in die Mitte geflankt. Vorne hatten wir ja Thorsten (Bäumer)“, verdeutlicht Anselmi, wie die Grün-Weißen ihre Tore machten.

Ab und zu war auch der kleine Anselmi beteiligt. „Ich bin nur zarte 1,70 Meter groß, hatte aber eine gute Sprungkraft. Ich habe sogar Tore mit dem Kopf erzielt“, sagt er. In Wilmsberg hielt sich das in Grenzen, in Laer allerdings drehte er toremäßig richtig auf. Nach einem einjährigen Abstecher zu Borussia Emsdetten, wo Harry Öllerich als Trainer fungierte, ging es wieder ins Waldstadion zurück und danach zum TuS Laer 08. „Werner Dirkes hat mich zur Halbserie nach Laer geholt. Als der aufgehört hat, hat mich Klaus Möllers gefragt, ob ich nicht Spielertrainer werden wollte“, erzählt Anselmi von seinen Anfängen bei den Nullachtern. „Wir hatten in der B-Liga eine Bombenmannschaft. Ich habe in der Zeit in Laer über 100 Tore geschossen, in der B-Liga allein in einer Saison über 50.“

Die verhalfen dem TuS 1997 zum Aufstieg ins Kreisoberhaus. „Nach unserem 3:0 in Metelen, wo Alco Joosten damals Spielertrainer war, stand der Aufstieg fest. Ich weiß noch, dass ich das dritte Tor gemacht habe“, erinnert sich Anselmi. Eine Saison später belegten die Laerer Platz vier und hielten sich bis zur Saison 2006/07 in der A-Liga. Unter Ralf Zenker als Coach durften die Nullachter sogar noch den Aufstieg in die Bezirksliga feiern, bis es – gemeinsam mit dem SV Wilmsberg – in der Spielzeit 2007/08 wieder runter in die Kreisliga A ging.

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