Fußball: Kreisliga A
Abstieg jenseits des „wirklich wahren Lebens“

Ochtrup -

Weil SW Weiner sein Schicksal am letzten Spieltag nicht mehr selbst bestimmen konnte, musste das Team von Trainer Florian Dudek absteigen. Es gibt ein Bündel von Ursachen für diesen Absturz.

Montag, 29.05.2017, 17:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2017, 15:37 Uhr
Trauriger Abgang: Trainer Florian Dudek verlässt nach vier Jahren den FC SW Weiner als Absteiger
Trauriger Abgang: Trainer Florian Dudek verlässt nach vier Jahren den FC SW Weiner als Absteiger. Foto: Thomas Strack

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während die Fußballer von Westfalia Leer am Sonntag gegen 17 Uhr den Klassenerhalt in der Kreisliga A überschwänglich feierten, musste der beim Saisonfinale spielfreie FC Schwarz-Weiß Weiner tatenlos mitansehen, wie nicht nur die Westfalia, sondern auch noch die „Zweite“ des FC Nordwalde ihre Schäflein ins trockene brachte und Weiner mit ihrem 5:0-Sieg gegen GW Rheine in die Kreisliga B katapultierte.

„Ich hatte eh kein gutes Gefühl. Deshalb bin ich gar nicht erst zu einem der beiden Plätze nach Leer oder Nordwalde gefahren“, gestand Florian Dudek. Der Trainer von SW Weiner erfuhr vielmehr auf dem Schützenfest in Sellen vom Abstieg seiner Mannschaft. Gleichwohl war er stets auf dem Laufendem. Denn einige Spieler hatten auf ihren Smartphones eine Whats­App-Gruppe erstellt und sich anschließend auf die Plätze nach Leer und Nordwalde begeben. Da Dudek diesem Kreis angehörte, war er auch abseits des „wirklich wahren Lebens“ („Dittsche“) informiert über das Unheil, das sich über seiner Mannschaft zusammenbraute.

Natürlich war die Enttäuschung bei Trainern wie Spielern riesengroß. Auch deshalb, weil die Art und Weise, wie der Abstieg am letzten Spieltag besiegelt worden war, einen langen Schatten auf die abgelaufene Saison im Kreisliga-Oberhaus wirft. Aufgrund der ungeraden Mannschaftszahl von 17 Teilnehmern hatte stets ein Team an jedem Spieltag frei. Das führte dazu, dass Weiner beim Finale keine Chance mehr hatte, sein Schicksal selbst zu bestimmen.

Hinzu kam, dass es wegen des Abstieges der FCE-Reserve und des SC Preußen Borghorst aus der Bezirksliga zu einem vermehrten Abstieg aus dem Kreisliga-Oberhaus kam. Und da bereits vor Saisonbeginn feststand, dass die A-Liga zu Saisonbeginn 2017/18 auf 16 Vereine zurückgeführt wird, mussten gleich fünf Mannschaften in den sauren Apfel beißen. Bitter stießen den betroffenen Clubs zudem die Unsportlichkeit des Meisters DJK Amisia Rheine auf, der nach durchzechter Nacht im Rahmen der Aufstiegsfeier am 21. Mai drei Punkte an die vom Abstieg bedrohte Westfalia aus Leer quasi herschenkte.

„Da kam vieles zusammen“, räumt Dudek ein, der aber dennoch nicht die Gründe für den Abstieg seiner Mannschaft auf die Verkettung dieser – sicherlich unglücklichen – Umstände abwälzen will. Die Saisonvorbereitung sei schon mangelhaft gewesen. Daraus wiederum resultierte eine grottenschlechte Hinrunde, deren magere Bilanz wie eine tonnenschwere Hypothek auf der Mannschaft in der passablen Rückserie lastete. Schließlich sei auch die individuelle Vorbereitung des einen oder anderen Spielers nicht immer optimal gewesen, erläutert Dudek. All diese Faktoren führte letztlich zum Absturz.

So verlässt der Trainer nach vier – eigentlich erfolgreichen – Jahren die Weiner. Einen gemeinsamen Grillabend soll es noch geben, sagt der Coach. Das aber wird es dann auch gewesen sein.

Es hat wahrlich schon schönere Tage in dem 1971 gegründeten Club gegeben.

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