Fußball beim FC Schalke 04
Königsblaue Leidenschaft

Ochtrup -

Prof. Dr. Stefan Gesenhues stuft sich selbst als „schalke-verrückt“ ein. Seit Sonntag sitzt der 63-jährige Ochtruper im Aufsichtsrat der „Knappen“. Der Mediziner möchte jetzt mit anpacken, dass es für die Gelsenkirchener wieder aufwärts geht.

Montag, 26.06.2017, 15:04 Uhr
Prof. Dr. Stefan Gesenhues ist es ein besonderes Anliegen, den Schalker Nachwuchs noch mehr zu fördern.
Prof. Dr. Stefan Gesenhues ist es ein besonderes Anliegen, den Schalker Nachwuchs noch mehr zu fördern. Foto: Stadt Ochtrup

Prof. Dr. Stefan Gesenhues gehört seit Sonntag dem elfköpfigen Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 an. WN-Sportredakteur Marc Brenzel sprach mit dem 63-jährigen Mediziner aus Ochtrup über seine neue Tätigkeit bei den „Knappen“.

Herr Prof. Dr. Gesenhues, herzlichen Glückwunsch zur Wahl in den Schalker Aufsichtsrat. Wie verlief die Mitgliederversammlung am Sonntag aus Ihrer Sicht?

Prof. Dr. Stefan Gesenhues: Danke. Sehr spannend. Die drei anderen Kandidaten waren ja schon einmal in Schalker Gremien aktiv. Ich hingegen nicht.

Haben Sie sich deshalb auch als „das neue Gesicht auf Schalke“ vorgestellt?

Gesenhues: Ja, ich bin völlig unabhängig und nirgendwo angebunden.

Wann ist in Ihnen der Entschluss gereift, für einen Posten im Aufsichtsrat zu kandidieren?

Gesenhues: In den vergangenen zwei Jahren bin ich oft angesprochen worden, ob ich mir das nicht vorstellen könnte. Sowohl von Leuten aus dem Verein als auch von außerhalb. In dieser Zeit habe ich viele Gespräche geführt, um einen Einblick in die Szene zu bekommen. Als Schalke-Verrückter habe ich in der abgelaufenen Saison viel gelitten. Meine Intention ist es, dem Verein zu helfen. In das operative Geschäft greifen wir natürlich nicht ein, das ist Sache von Trainer und Management. Wir arbeiten unterstützend.

Sie haben am Sonntag noch einmal deutlich gemacht, dass Ihnen die Talentförderung sehr am Herzen liegt.

Gesenhues: Das ist eines meiner großen Themen. Ich denke da zum Beispiel an ein Schalke-spezifisches Anschlussförderprogramm junger Spieler. Es wäre schön, noch mehr Talente aus den eigenen Reihen in die Profimannschaft zu bringen. Ich wünsche mir zudem, dass wir sportlich wieder unseren Ansprüchen gerecht werden, dass Ruhe in den Verein kommt und dass es wirtschaftlich weiter bergauf geht.

Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies kritisierte im Rahmen der Mitgliederversammlung, dass der Aufsichtsrat tief gespalten sei. Wie beurteilen Sie diese Aussage?

Gesenhues: Das kann ich nicht beurteilen. Ich muss mir erstmal selbst ein genaues Bild verschaffen. Wenn nötig, packe ich gerne mit an, um eventuell vorhandene Gräben zuzuschütten. Wichtig ist, dass wir alle an einem Strang ziehen.

Wie groß wird das Zeitvolumen sein, das Sie für Ihre Tätigkeit „auf Schalke“ einbringen müssen?

Gesenhues: Das wird nicht ganz wenig sein. Dafür werde ich in einem anderen Bereich kürzer treten. Die Praxis in Ochtrup soll darunter nicht leiden. Für meine Professur in Essen wird die Nachfolge jetzt vorbereitet.

Sie bezeichnen sich selbst als „schalke-verrückt“. Seit wann sind Sie von dem königsblauen Virus befallen?

Gesenhues: Ich war schon als Kind mit meinem Vater in der Glückauf-Kampfbahn. Ich gehöre ja Gott sei dank noch zu der Generation, die Stan Libuda spielen sehen durfte. Später hatte ich einen Stammplatz in der Nordkurve des Parkstadions. Und seit es die Arena gibt, war ich bestimmt bei 99 Prozent der Heimspiele dabei. Wenn es geht, versuche ich so oft wie möglich auch auswärts dabei zu sein.

Ihr Heimatverein ist Arminia Ochtrup. Wie lief die eigene Karriere als Fußballer?

Gesenhues: Nach zwei Kreuzbandrissen habe ich in der A-Jugend aufgehört. Später habe ich die B-Lizenz gemacht und die A-Jugend sowie auch mal die erste Mannschaft trainiert.

Die Versammlung begann um 13.04 Uhr, um halb sechs stand fest, dass Sie in den Aufsichtsrat gewählt worden sind. Das waren bestimmt stressige Stunden?

Gesenhues: Da war schon eine große Anspannung. Anschließend habe ich mit meiner Familie noch eine Stunde in der Arena gesessen und den Tag entspannt Revue passieren lassen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4959028?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686799%2F
Nachrichten-Ticker