Fußball: Was macht eigentlich Wolfgang Schütte?
So lange es noch Spaß macht

Rheine/Burgsteinfurt/Ochtrup -

Wolfgang Schütte, Polizeibeamter mit Dienstort Ochtrup und Wohnort Rheine, hat von 2008 bis 2010 den SV Burgsteinfurt trainiert. Unter ihm ist der SVB in die Landesliga aufgestiegen. Neuerdings coacht der 61-Jährige in der Regionalliga Nord und denkt trotz seines Alters nicht ans Aufhören.

Mittwoch, 23.08.2017, 11:36 Uhr aktualisiert: 24.08.2017, 14:04 Uhr
Mi dem Aufstieg in die Landesliga verabschiedete sich der Rheinenser Wolfgang Schütte (rechts, hier mit Jens Kormann vor der Einwechselung) im Jahre 2010 vom SV Burgsteinfurt. Aktuell ist der 61-Jährige Trainer beim Regionalligisten BSV Rehden.
Mi dem Aufstieg in die Landesliga verabschiedete sich der Rheinenser Wolfgang Schütte (rechts, hier mit Jens Kormann vor der Einwechselung) im Jahre 2010 vom SV Burgsteinfurt. Aktuell ist der 61-Jährige Trainer beim Regionalligisten BSV Rehden. Foto: gs

Es gab mal eine Zeit, da musste Wolfgang Schütte nach der Arbeit nur die Straße überqueren, dann stand er bereits auf dem Trainingsgelände. Seit April diesen Jahres haben sich für den Fußballtrainer, der von 2008 bis 2010 den SV Burgsteinfurt coachte und auf der anderen Straßenseite, bei der Polizei, seinem Beruf nachging, die Wege allerdings geändert. Mal wieder, muss man sagen, denn mittlerweile ist der 61-Jährige nicht nur beruflich „umgezogen“, sondern auch im Bereich seines Hobbys. Seit geraumer Zeit ist der Hauptkommissar stellvertretender Kommissariatsleiter in Ochtrup und fußballerisch als Trainer in Rehden, in der Regionalliga Nord, gelandet.

Als Polizeibeamter neigt sich die Zeit für Schütte dem Ende zu. Anfang 2018 geht er in Pension; sportlich, als Trainer, wahrscheinlich noch lange nicht: „Ich habe mir kein Limit gesetzt. Das ist nicht vom Alter abhängig, sondern ob es mir noch Spaß macht. Sobald ich mit einem Negativgefühl zum Training fahre, höre ich auf.“

In einer Zeit, wo in der Bundesliga die „jungen Wilden“ wie Julian Nagelsmann oder Domenico Tedesco die Trainerbänke erstürmen, kommen Übungsleiter wie Schütte, Klaus Bienemann oder Bernd Hahn, die ebenfalls schon die 60 überschritten haben, wie ein Anachronismus daher. Allerdings fühlt sich der A-Lizenz-Inhaber Schütte noch topfit. „Für mich ist das höchstens positiver Stress. Andere spielen Skat oder Golf, ich befasse mich mit Fußball und Familie“, sagt der Mann, der in der Woche „keine fünf Stunden vor dem Fernseher“ verbringt und regelmäßig mit seinem Tibetterrier spazieren geht.

Bei der Polizei hat der Rheinenser mittlerweile 44 Jahre auf dem „Buckel“, als Trainer sind es „nur“ 35. Angefangen hat alles beim FC Schapen. Dort war er als Spielertrainer, danach in derselben Funktion beim ASC Schöppingen. Keine Frage, der Mann ist viel rumgekommen. Eintracht Nordhorn, Borussia Emsdetten oder 05, VfB Rheine, SpVgg Beckum, Schüttorf 09 oder ASC Schöppingen und zuletzt, bis zur Insolvenz, TuS Lingen – das waren seine Stationen als Übungsleiter. In Rehden hat Schütte nun einen Vertrag bis Juni 2018.

Der Kontakt zu Friedrich Schilling, dem Vereinsboss in Rehden, habe aus Schüttes Zeit in Ihrhove oder Lingen über die Jahre hinweg immer weiterbestanden. „Schilling wollte mich schon nach Rehden holen, da hatte ich gerade beim SV Burgsteinfurt zugesagt und die neue Mannschaft zusammen gestellt. Da wollte ich nicht wortbrüchig werden und habe abgelehnt“, stand der 61-Jährige beim BSV schon seit Jahren auf der Trainerliste.

Viel Zeit auf der Autobahn in Richtung Norden verbringt der Rheinenser für seine neue Trainerstation im Vergleich zu früher nicht mehr: A 30, A 1, zuletzt B 214 – und schon ist er in Diepholz beim Training. Ein bisschen mehr als mal eben über die Straße indes schon.

Andere spielen Skat oder Golf, ich befasse mich mit meiner Familie und Fußball.

Wolfgang Schütte
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