Mi., 14.03.2018

Fußball: Frauenclubs zwischen Hoffen und Bangen – Landesliga, Bezirksliga oder gar nur Kreisliga? Gratwanderung mit skurrilem Szenario

Wencke Löcker (re.), hier im Spiel gegen den TuS Altenberge, muss mit der SpVgg. Langenhorst noch um den Klassenerhalt bangen.

Wencke Löcker (re.), hier im Spiel gegen den TuS Altenberge, muss mit der SpVgg. Langenhorst noch um den Klassenerhalt bangen. Foto: Thomas Strack

Kreis Steinfurt - 

Solch eine Konstellation hat es in der Frauenfußball-Bezirksliga wohl noch nicht gegeben. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen in der Liga-Struktur wissen die Clubs noch nicht, wohin die Reise geht.

Von Heiner Gerull

Es ist schon ein skurriles Szenario, das sich in der Frauenfußball-Bezirksliga auftut: Ab Platz sieben beginnt der Abstiegskampf, aber selbst für die Clubs zwischen Rang vier und sechs lässt sich noch nicht mit letzter Gewissheit absehen, wohin die Reise geht. Schielen sie mit dem einen Auge sogar auf Platz zwei, der vielleicht noch das Hintertürchen offen ließe, über eine Aufstiegsrunde die Landesliga zu erreichen, könnte es aber auch – wenn es ganz dumm läuft – in die andere Richtung gehen, sodass am Ende gar nur die Kreisliga übrig bliebe.

Kaum zuvor war eine Saison mit solchen Unwägbarkeiten behaftet wie die jetzige. Das liegt einerseits an den zahlreichen Spielausfällen, die für ein verzerrtes Tabellenbild sorgen und Staffelleiterin Imke Holtmeyer die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Zum anderen ist es die beschlossene Strukturreform im Frauen-Fußball, die ab kommender Saison greift. Weil im Sommer die bislang zweigeteilte 2. Liga eingleisig wird, kommt es in den untergeordneten Klassen zu einem vermehrten Abstieg. Aus der 15er-Bezirksligastaffel 6, in der auch die heimischen Clubs TuS Altenberge, FC Galaxy Steinfurt, 1. FC Nordwalde und Spielvereinigung Langenhorst/Welbergen beheimatet sind, müssen gleich fünf Vereine am Saisonende in den sauren Apfel beißen.

Der sportliche Überlebenskampf verschärft sich durch den Umstand, dass im Fußballverband Westfalen die Anzahl der Staffeln auf Bezirksliga-Ebene von sieben auf sechs zurückgeführt wird. Diese Faktoren machen die Saison für die meisten Clubs zu einer Gratwanderung. „Wenn man die Saison in einer 15er-Staffel als Tabellenelfter abschließt, dann sollte das eigentlich für den Klassenerhalt reichen. Es ist schon sehr merkwürdig, dass das in diesem Jahr nicht langt; zumal es ja auch schon in der vergangenen Saison einen vermehrten Abstieg gegeben hat“, sagt Christian Löbbering.

Dabei befindet sich der Trainer der SpVgg. Langenhorst/Welbergen noch in einer vergleichsweise komfortablen Lage, da sein Team fünf Nachholspiele in der Hinterhand hat, in denen es sein Schicksal noch aus eigener Kraft bestimmen kann.

Beim FC Galaxy hingegen sieht das anders aus. Die Steinfurterinnen liegen mit 18 absolvierten Partien im Plan, müssen einerseits darauf hoffen, dass die mitbedrohten Mannschaften in den Nachholbegegnungen Federn lassen und sie selbst in den verbleibenden Begegnungen kräftig punkten, damit angesichts eines Rückstandes von derzeit acht Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz die Hoffnung nicht frühzeitig stirbt. Doch Galaxys Coach Andreas Nicolaus gibt sich kämpferisch: „Das rettende Ufer ist noch in Sicht. Wenn man zwei oder drei Mal hintereinander gewinnt, kann es wieder nach oben gehen.“

Zu den wenigen Vereinen, die keinerlei Abstiegssorgen plagen, zählt der TuS Altenberge. Sollte am Ende in der Landesliga die Staffelstärke von 42 Vereinen, aufgeteilt auf drei Staffeln, unterschritten werden, könnte den Vizemeistern der Bezirksligen eine Aufstiegsrunde vergönnt sein. Doch mit derlei Gedankenspielen beschäftigt sich TuS-Trainer Jürgen Albrecht nicht: „Um oben dranzubleiben, müssen wir unsere Partien gewinnen. Deshalb denken wir nur von Spiel zu Spiel.“ Zum Beispiel an das heutige in Langenhorst. Das Hinspiel hatte der TuS mit 1:2 vergeigt.



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